Wirkung

Eine Wasserableitung in kurzen Abständen reduziert oberflächliche Abflüsse in den Spurgleisen und trägt zur Abmilderung von Abflussspitzen bei. Gleichzeitig wird die Gefahr abflussbedingter Erosion in den Rückegassen verringert und das Risiko von Staunässe reduziert, wodurch sich die Befahrbarkeit der Rückegassen verbessert. Eine konsequente Ableitung des Wassers von Rückegassen ist somit nicht nur aus hydrologischer, sondern auch aus forsttechnischer Sicht sinnvoll. Die Wasserableitung verbessert zudem die Bodenfeuchte im angrenzenden Waldbestand.

Voraussetzungen

Wie auf Forstwegen ist auch bei der Entwässerung von Rückegassen auf eine zweckmäßige Position der Querabschläge zu achten. Um einen unnötigen Eingriff zu vermeiden, sind Querabschläge nur dort anzulegen, wo Rückegassen wirklich Abfluss produzieren oder kanalisieren. Hierbei ist zu beachten, dass diese Abflüsse oft nicht direkt sichtbar sind, weil sie häufig von der Reisig- oder Humusauflage verdeckt auf dem Mineralboden abfließen. Idealerweise werden Querabschläge dort angelegt, wo eine Einleitung in den Bestand ohne große Erdbewegung möglich ist.

Planung

Für die Anlage von Querabschlägen ist keine umfangreiche Planung nötig. Die Maßnahmen sollten aber auf abflussführende Teilstücke einer Rückegasse beschränkt bleiben. Diese sind am einfachsten direkt im Gelände bei oder nach Starkregenereignissen oder durch Spateneinstiche zu ermitteln. Querabschläge lassen sich mit geringem Mehraufwand anlegen, wenn Spurgleise zur Wiederherstellung der Befahrbarkeit einer Rückegasse ohnehin eingeebnet werden.

Bauliche Realisierung

Grundsätzlich sollten durch organisatorische und technische Maßnahmen eine übermäßige Gleisbildung und eine Aufwölbung des Bodens neben der Fahrspur vermieden werden. Entstandene Gleise müssen wieder ausgeglichen werden, damit Niederschlags- und Schmelzwasser seitlich abfließen kann. Bei flachen Spurgleisen reicht eine Angleichung mit einer Forstfräse aus, idealerweise ergänzt durch eine Tiefenlockerung in der Spur. Bei tieferen Spurgleisen wird das Bodenmaterial der Seitenwülste in die ausgefahrenen Spuren eingebracht.

Querabschläge werden in der Regel, wie auf befestigten Forstwegen, quer zur Rückegasse und mit leichtem Gefälle angelegt, durch Schlitzen mit einem Rückeschild oder durch Ausbaggern. Die Querabschläge sollten das Wasser an geeigneten Stellen zu Versickerungsflächen im Bestand führen. Bei starker Wasserführung in den Rückegassen ist hinter der Abschlagsrinne eine Versickerungsmulde oder ein Versickerungsgraben vorzusehen.

Wartung

Die Funktionsfähigkeit der Querabschläge sollte gelegentlich bei Starkregenereignissen überprüft werden. Gegebenenfalls sind die Querabschläge zu vertiefen oder Materialansammlungen zu entfernen. Eine Befahrung der Rückegassen für Wartungsarbeiten sollte aber auf das absolut notwendige Maß beschränkt bleiben, um die Bodenverdichtung nicht noch weiter zu verstärken.

Während der Nutzung der Rückegasse sind die Querabschläge nach Möglichkeit zu schützen, zum Beispiel durch in den Querabschlag eingelegte Ast- oder Stammstücke. Nach einer Nutzung der Rückegasse müssen Spurgleise wieder beseitigt und die Funktion der Querabschläge wiederhergestellt werden.