Wirkung
Werden im Zuge der Regenerationsmaßnahmen Spurgleise beseitigt, so wird die Abflusskonzentration und -kanalisierung entlang der Rückegassen wirksam verringert. Durch die Auflockerung des Oberbodens und durch Mulchen wird das Infiltrations- und Wasserspeichervermögen unter den Rückegassen wieder in Richtung eines natürlichen Bodens entwickelt. Tiefwurzelnde Gehölze tragen dazu bei, dass diese Auflockerung auch tiefere Bodenschichten erreicht. Auf versauerten Böden kann langfristig das standortangepasste Kalken von Rückegassen zur Regeneration der Bodenstruktur beitragen. Das im Kalk enthaltene Calcium fördert die Bildung von Bodenaggregaten und der pH-Anstieg wirkt zudem positiv auf die Bodenfauna, die maßgeblich zur Ausbildung eines gesunden Bodengefüges und damit zur Verbesserung des Wasser- und Lufthaushalts beiträgt.
Voraussetzungen
Die Regeneration der Bodenverdichtung ist vor allem dort sinnvoll, wo Rückegassen langfristig aus der Nutzung genommen werden. Auf weiterhin genutzten Rückegassen kann der gepflanzte Gehölzbestand zur Biomassegewinnung oder als Mulchmaterial dienen. Die Wurzelstöcke bieten zugleich eine natürliche Armierung der Rückegasse.
Kritisch zu prüfen ist der Regenerationsbedarf, wenn sich temporär wassergefüllte Fahrspurbereiche zu wertvollen Lebensräumen (bspw. für Gelbbauchunken) entwickelt haben. Hier müssen der naturschutzfachliche und der hydrologische Nutzen gegeneinander abgewogen werden.
Planung
Es ist naheliegend, zunächst Rückegassen zu regenerieren, die langfristig aus der Nutzung genommen werden sollen (z.B. nach Schutzgebietsausweisung, irregulärer Befahrung oder bei einem zu hohen Erschließungsgrad). Aus hydrologischer Sicht sollten Rückegassen aber prioritär dort regeneriert werden, wo sie tatsächlich Abfluss bilden oder konzentrieren. Entsprechende Informationen liefern beispielsweise Starkregengefahrenkarten. Eine Regeneration sollte zudem vor allem dort angegangen werden, wo das natürliche Regenerationspotential der Böden hoch ist und wo gleichzeitig ein hohes Schädigungspotential vorliegt (z.B. Feinlehme).
Bauliche Realisierung
Schon das Einebnen von Spurgleisen kann den Wasserabfluss auf Rückegassen wirkungsvoll unterbrechen.
Beim Mulchen wird die organische Auflage (inkl. Reisig) zerkleinert, mit den seitlichen Fahrgleisaufwölbungen vermischt und so eine homogene, grobporige Mulchschicht auf der Fahrspur erzeugt. Tieferliegende Bodenverdichtungen werden durch das Mulchen nicht gelockert, jedoch kann das Einbringen von organischem Material die biologische Aktivität anregen und so zu einer sekundären Lockerung im Unterboden führen.
Zur Lockerung des Bodens auch in größerer Tiefe ist die Einbringung wurzelintensiver, an verdichtete Bodenverhältnisse angepasste Gehölze (z.B. Schwarz-, Grau- oder Roterle, Salweide, Faulbaum) am effektivsten, sofern die Lichtverhältnisse dies zulassen. Diese werden in die Fahrspuren und den Zwischenbereich gepflanzt. Auch verschiedene krautige Pflanzen (z.B. Flatterbinse, Winkel-Segge, Großblättriges Springkraut) eignen sich für die Regeneration des verdichteten Bodens.
Eine Verbesserung der bodenbiologischen Aktivität, der Bodenstruktur und der bodenhydrologischen Eigenschaften kann auf sauren Standorten auch durch die oberflächliche Kalkung der Fahrspur erfolgen. Sowohl das Mulchen als auch das Kalken sind ebenfalls sinnvolle vorbereitende Maßnahme vor Anpflanzungen auf den Rückegassen.
Wartung
Beim Auflassen einer Rückegasse ist nach den Regenerationsmaßnahmen keine weitere Unterhaltung notwendig. Soll die Rückegasse später wieder genutzt werden, muss im Falle von Gehölzanpflanzungen vor der erneuten Nutzung der Rückegasse die aufgekommene Biomasse geerntet werden.
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- Alle Steckbriefe des Projekts „Wasserspeicher Wald“ finden Sie auf der FVA-Webseite.








