Wirkung

Eine optimierte Lage und Gestaltung von Rohrdurchlässen kann die Abflusskonzentration in Wegeseitengräben vermeiden und die flächige Wasserverteilung unterhalb der Wege fördern.

Falsch platzierte und zu gering dimensionierte Wegedurchlässe verstopfen außerdem schnell und sind bei großen Abflüssen überlastet, wodurch es zu unkontrolliertem Überströmen des Wegekörpers und Erosionsschäden in den Ein- und Auslaufbereichen der Rohrdurchlässe kommen kann.

Eine optimierte Ausgestaltung von Rohrdurchlässen senkt die Kosten für Wartungs- und Reparaturarbeiten erheblich und kann auch die ökologische Durchgängigkeit von Fließgewässern verbessern.

Voraussetzungen

Wo möglich, sollte auf Rohrdurchlässe verzichtet und diese durch Rigolen oder Furten ersetzt werden. Insbesondere bei wenig genutzten und nicht befahrenen Wegen sollte die Notwendigkeit von Rohrdurchlässen kritisch geprüft werden.

Vorrangig sollte der in Wegeseitengräben anfallende Abfluss möglichst frühzeitig in angrenzende Waldflächen versickert werden. Rohrdurchlässe sind vor allem dort vorgesehen, wo eine Ausleitung auf der Bergseite nicht möglich ist.

Die vorgeschlagenen Optimierungsmöglichkeiten sind ungeachtet dessen für verschiedenste Rohrdurchlässe und örtliche Gegebenheiten umsetzbar. Idealerweise werden die Arbeiten im Zuge von Instandsetzungs- und Unterhaltungsmaßnahmen durchgeführt.

Planung

Veränderungen in natürlichen Fließgewässern erfordern in aller Regel eine wasserrechtliche Genehmigung. Das ist beispielsweise auch dann der Fall, wenn Sedimentationsräume vor dem Rohrdurchlass erweitert werden sollen.

Leiten Rohrdurchlässe ausschließlich Wasser aus Wegeseitengräben ab, ist in der Regel keine wasserrechtliche Genehmigung erforderlich, es sei denn, der Rohrauslauf mündet unmittelbar in ein Fließgewässer.

Eine Vorabsprache mit der unteren Wasserbehörde, aber auch dem Tiefbauamt und der unteren Naturschutzbehörde ist dennoch sinnvoll.

Bauliche Realisierung

Bereits die optimierte Platzierung von Rohrdurchlässen kann deren Funktion maßgeblich verbessern, da diese eine hohe Aufkonzentration von Abflüssen in den Wegeseitengräben verhindern.

Überall dort, wo bei Starkregen oder Schneeschmelze die Gefahr einer Überlastung der Wegeseitengräben besteht oder Wasser ungeregelt über den Weg abläuft, muss das Wasser aus dem Wegeseitengraben abgeleitet werden.

Während an flachen Wegen Rohrdurchlässe im Abstand von 100–200 m ausreichen, muss dieser Abstand an steilen Wegen oder Wegen mit großem Zulauf von Böschungswasser deutlich kleiner sein (50–100 m).

Um Auskolkungen zu vermeiden, müssen Ein- und Auslaufbereiche ggf. mit ingenieurbiologischen Mitteln gesichert werden. Das Sohlgefälle sollte nach Möglichkeit so weit abgeflacht werden, dass die Fließgeschwindigkeit am Ein- und Auslauf des Durchlasses 2 m/s nicht überschreitet.

Vor dem Einlass muss ein ausreichend dimensionierter Sedimentationsbereich eingerichtet werden. Um Verstopfungen zu vermeiden, sollten Rohre mit einem Durchmesser von mindestens 50 cm und einem Gefälle von 3–5 % verlegt werden.

Bei Verrohrungen von (auch temporären) Fließgewässern sollte etwa ein Drittel des Rohrdurchmessers unter dem natürlichen Wasserstand liegen, um die ökologische Durchgängigkeit zu gewährleisten.

Wartung

Rohrdurchlässe müssen regelmäßig auf Verstopfungen kontrolliert werden. Nach großen Abflussereignissen sind die Rohrein- und -auslässe auf Auskolkungen zu überprüfen und die Absetzbecken vor den Durchlässen auszubaggern.

Die Lage der Rohrdurchlässe sollte kartiert und der Erhaltungszustand sowie durchgeführte Pflegemaßnahmen sollten einmal jährlich digital erfasst werden.

Damit können notwendige Unterhaltungsarbeiten einfacher geplant und der Bedarf für zusätzliche oder größere Durchlässe besser abgeschätzt werden.