Das Verbreitungsgebiet der Schwarzföhre (Pinus nigra) reicht vom nördlichen Afrika über Spanien, Frankreich, Italien, den Balkan, Griechenland und die Türkei bis zur Halbinsel Krim. In Österreich hat sie ihr nördlichstes natürliches Vorkommen und war vor allem wegen der Harzgewinnung, auch Pecherei genannt, über Jahrhunderte der Brotbaum der Region.

Der Klimawandel mit langen Trocken- und Hitzephasen, Mistelbefall und vor allem das Kieferntriebsterben setzen ihr gegendweise sehr zu. Dennoch gilt sie als möglicher Gewinner des Klimawandels vor allem in jenen Gebieten, die künftig zu trocken für Buche, Eiche, Fichte und Weißföhre sein werden. Welche waldbaulichen Eigenschaften waren für ihr Vorkommen bislang maßgeblich?

Eine diesbezügliche Studie, finanziert aus Mittel der ländlichen Entwicklung, hat sich die Klärung dieser Frage zur Aufgabe gemacht. Die Studie konnte im Jahr 2025 abgeschlossen werden. Der Originalbericht ist auf waldwissen.net als PDF verfügbar.

Mittelalterliche und neuzeitliche Waldanlagen zur Vermeidung von Holznot

Erstmalig tritt die Schwarzföhre im Zuge der Anlage des Großen Föhrenwaldes in Erscheinung, dem Waldgebiet zwischen Wiener Neustadt und Neunkirchen. Kaiser Maximilian I. ließ 1497 hier einen Wald anlegen nach dem Vorbild aus Nürnberg, wo rund 130 Jahre früher die Nadelholzsaat entwickelt wurde und die dortigen Waldanlagen sich so prächtig entwickelt hatten, dass die Herrscher in ganz Europa Wälder nach diesem Vorbild anlegen ließen. 

Doch spätestens zu Beginn des 18. Jahrhunderts gab es große Sorge, ob Wien und die Region ausreichend mit Nutz- und Brennholz versorgt werden kann. Strenge Regeln zur „waldmännischen“ Waldbewirtschaftung wurden erlassen, die im Wesentlichen in die Theresianische Waldordnung mündeten und große Gebiete, wie die wenig ertragreichen Ackerflächen im Steinfeld sowie jahrhundertelang genutzte Weideflächen, wurden wieder in Wald umgewandelt. Dazu wurde sehr häufig Schwarzföhre verwendet.

Baumart mit besonderen Eigenschaften und zusätzlichem Nutzen

Die Schwarzföhre ist aus mehreren Gründen dem Menschen besonders aufgefallen. Durch ihre eigene Anspruchslosigkeit an den Boden, aber auch ihre bodenverbessernde Wirkung durch die reichliche Nadelstreu, die gerne als Einstreu bei der zunehmenden Stallhaltung genutzt wurde.

In weiterer Folge wurde der Mist, vermengt mit den Schwarzföhrennadeln, wieder auf die Felder ausgebracht, um die Produktivität zu steigern. Kaiserin Maria Theresia schuf sogar eine neue Ansiedlung, Theresienfeld, als Beispiel, um bislang wenig ertragreiche Landschaften nutzbar machen zu können. Fürst Liechtenstein begann, die Landschaft um Mödling umfassend zu verbessern. Baden und Gainfarn folgten diesem Beispiel. Schließlich wurde die Schwarzföhre auch zur Bindung der Flugerdeböden im Weinviertel eingesetzt.

Eine große Bedeutung hatte die Schwarzföhre unter anderem bei den Karstaufforstungen im ausgehenden 19. und zu Beginn des 20. Jahrhunderts. Auch hier gelang es, weil die Nadelstreu am Standort verblieb, Humus anzureichern, nahezu vollkommen degradierte Böden wieder zu bestocken und so die weitere Waldentwicklung zu Laubmischwäldern zu gewährleisten.

Der Bedarf an Schwarzföhrensamen war enorm, nicht zuletzt durch die große internationale Nachfrage, sodass sich Wiener Neustadt zu einem Zentrum der Gewinnung, Verarbeitung und Vermarktung von Schwarzföhrensamen entwickelte. Ein Umstand, der dafür sorgt, dass die Schwarzföhre international nicht selten immer noch als „austrian black pine“ bezeichnet wird.

Die Harznutzung oder Pecherei – vom Broterwerb zur gesetzlichen Regelung

Große Bedeutung hatte die Pecherei in Niederösterreich, die bis in die 1960er Jahre andauern sollte. Die Pechgewinnung an der Schwarzföhre erfolgt mittels künstlicher, oberflächlicher Verletzungen, um den Harzfluss anzuregen. Es dürfte sich ursprünglich um eine bäuerliche Nebentätigkeit gehandelt haben. Das Pech, in anderen Regionen auch an Fichte, Weißföhre oder Lärche gewonnen, wurde in kleinen Pechsiedereien zu den Rohprodukten Kolophonium und Terpentin weiterverarbeitet.

Wie bedeutsam der Schwarzföhrenwald, sein Erhalt und seine Bewirtschaftung waren, lässt sich daran ableiten, dass es ein eigenes Gesetz aus 1920 dazu gab. Schwarzföhrenwald in Niederösterreich musste gepecht und als Schwarzföhrenwald erhalten bleiben.

Österreichischer Forschungsschwerpunkt

Bemerkenswert ist, dass die Schwarzföhre botanisch erstmals 1785 in Österreich beschrieben wurde. Das verdanken wir einem gewissen Arnold, wahrscheinlich ein Pseudonym für Johann Rautenstrauch. Die erste Monographie über die Schwarzföhre erschien übrigens von Franz Höß 1831, Lehrer an der Lehranstalt Mariabrunn. Der Leiter Arthur von Seckendorff-Gudent gab um die 1880er Jahre zahlreiche unterschiedliche Forschungsarbeiten in Auftrag, die auch publiziert wurden, eine große Monographie erschien leider nicht.

Derzeit machen die oben genannten Absterbeerscheinungen an der Schwarzföhre große Sorge. Dabei darf nicht vergessen werden, dass zahlreiche Vorkommen ohne jegliche Krankheitsbilder bestehen.

Ein Forschungsprojekt am Bundesforschungszentrum für Wald (BFW) unter Leitung von Dr. Heino Konrad sucht nach widerstandsfähigen Schwarzföhren, um sie gegen die bekannten Krankheiten zu wappnen und für künftige Herausforderungen zu stärken.