Als nachhaltiger und regional verfügbarer Energieträger spielt Scheitholz eine zentrale Rolle. Rund 4,6 Mio. Erntefestmeter aus Bayerns Privatwäldern werden jährlich für die Scheitholzproduktion bereitgestellt. Die aktuellen Entwicklungen der Scheitholzpreise sind daher nicht nur für die Energieversorgung, sondern auch für den wirtschaftlichen Erfolg vieler Waldbesitzenden von Relevanz.
Scheitholz ist ein regionales Produkt, welches schon mit einem geringen Mechanisierungsgrad in der forstlichen Produktion erzeugt werden kann. Viele Haushalte beziehen ihr Scheitholz von Waldbesitzenden oder aus dem gewerblichen Brennholzhandel, falls der Bedarf nicht aus dem eigenen Wald gedeckt werden kann. Die Bayerische Landesanstalt für Wald und Forstwirtschaft (LWF) erhebt jährlich zur Heizsaison die Scheitholzpreise in Bayern. Dafür recherchiert die LWF online die Preise des professionellen Brennholzgewerbes. Seit sieben Jahren unterstützt das Bayerische Landwirtschaftliche Wochenblatt die Scheitholzpreiserhebung mit einer Umfrage unter Privatwaldbesitzenden.
Brennholzverkauf – regional und fast immer direkt
An der Umfrage über das Online-Panel des Bayerischen Landwirtschaftlichen Wochenblatts wurden heuer die Angaben von 153 aus Bayern stammenden Waldbesitzenden ausgewertet. Damit war die Beteiligung der bayerischen Waldbesitzenden etwas schwächer als im vergangenen Jahr.
In diesem Jahr kommen 71 Waldbesitzende aus der Region Nord und weitere 82 aus der Region Süd. Zur Region Nord werden die Regierungsbezirke Oberfranken, Mittelfranken, Unterfranken und Oberpfalz gezählt. Zur Region Süd zählen Oberbayern, Niederbayern und Schwaben.
Teilgenommen haben Forstbetriebe vom Kleinstprivatwald (0,4 ha) bis zum Großprivatwald (1.200 ha) mit einer Fläche von zusammen 3.500 ha. Die Betriebsgröße liegt im Mittel bei 8 ha Wald. Insgesamt vermarkteten die an der Umfrage teilnehmenden Privatwaldbesitzenden im letzten Jahr rund 14.200 Raummeter (Rm) ofenfertiges Scheitholz, davon 7.000 in Ster und 12.000 in Schüttraummeter (Srm). Etwa 60 % der in der Umfrage vermarkteten Scheitholzmenge besteht aus Weichholz (Nadelholz inkl. Erle, Linde, Pappel, Weide). Unter Annahme eines Wassergehalts von ca. 20 % für lufttrockenes Holz und dem spezifischen Heizwert für Buche (Hartholz) und Fichte (Weichholz) entspricht das einem Energiegehalt von etwa 22 Mio. kWh Energie, also 2,2 Mio. Liter Heizöl.
Im Durchschnitt stellten die einzelnen Waldbesitzenden rund 93 Rm Brennholz bereit, das entspricht etwa 65 Festmetern frischem Holz. Damit entfallen rechnerisch auf einen Hektar Waldfläche 2,8 Festmeter Brennholz. Das Brennholz stammt bei 78 % der Befragten ausschließlich aus dem eigenen Wald, 22 % kauften aus anderen Quellen in Bayern oder Deutschland zu. Die Zukäufer bezogen durchschnittlich 41 % der Verkaufsmenge aus anderen Quellen.
Im bayernweiten Durchschnitt haben sich die Scheitholzpreise der privaten Waldbesitzenden zum Vorjahr kaum verändert. Für 33 cm Scheite verlangen Waldbesitzende im Mittel 114 €/Rm beim Hartholz und 80 €/Rm beim Weichholz. Damit sind die Preise gegenüber der vergangenen Heizperiode um etwa 3 % gesunken.
Ein Blick auf die Verkaufssortimente zeigt, dass nach wie vor der Großteil der Waldbesitzenden ihr Scheitholz in Raummeter verkaufen. Betrachtet man die Angebote für 33 cm und 25 cm Scheite, gibt es rund dreifach so viele Angebote mit der Bezugsgröße Raummeter als Angebote im Schüttraummaß.
Zusätzlich werden von privaten Waldbesitzenden vermehrt größere Scheite in den Längen 50 cm und 1 m angeboten. Etwa 20 % der Befragten verkaufen die größeren Scheite. Diese Scheitlängen werden logischerweise nur in seltenen Fällen in Schüttraummetern bereitgestellt. Die Preise für 50 cm und 1 m Scheite pro Srm beziehen sich daher auf eine sehr geringe Anzahl von Preisnennungen (siehe rote Markierungen in Abbildung 3). Weniger als 5 % der Befragten haben dafür Preise genannt. Auffällig ist, dass die 1 m Scheite in etwa 20 % günstiger sind als die gängigen 33er Scheitholzlängen: Diese liegen bei 91 €/Rm fürs Hartholz und 63 €/Rm fürs Weichholz. Zwischen den 50 cm und den 33er Längen gibt es kaum preisliche Unterschiede.
Betrachtet man für die 33 cm Scheite das Nord-Süd-Gefälle, müssen Kunden im Süden für Hartholz rund 12 % und für Weichholz 6 % mehr pro Rm bezahlen. Damit ist das Nord-Süd-Gefälle etwas weniger ausgeprägt als die letzten Jahre.
In den Regierungsbezirken Oberbayern und Schwaben ist das Scheitholz am teuersten. Insbesondere beim Hartholz ist der Unterschied sehr deutlich: Durchschnittlich werden in Schwaben 127 €/Rm und in Oberbayern 132 €/Rm für die ofenfertigen 33 cm Scheite verlangt. In Ober-, Mittel- und Unterfranken liegt der Preis für dasselbe Sortiment zwischen 105 €/Rm und 113 €/Rm. Eine Ausnahme des dargestellten Nord-Süd-Gefälles bildet allerdings nach wie vor Niederbayern, wo der Preis mit 104 €/Rm am geringsten ausfällt. Der starke Preisunterschied lässt sich einerseits durch die Nähe zu Ballungsräumen als preistreibenden Faktor und andererseits durch ein regional vergleichsweise hohes Holzaufkommen erklären. So steht einem Einwohner im Regierungsbezirk Niederbayern etwa doppelt so viel Wald zur Verfügung wie in Schwaben oder Oberbayern. Zusätzlich könnte die örtliche Nähe zu Tschechien einen Einfluss auf die lokalen Brennholzpreise in den Grenzregionen haben.
Den aufmerksamen Leserinnen und Lesern mögen die vergleichsweise sehr niedrigen Minimal-Preise bei den Privatwaldbesitzenden aufgefallen sein. Vereinzelt wurden noch niedrigere Preise genannt. Um das Preisbild nicht zu verzerren, wurden bei der Auswertung jedoch nur Preise ab 30 € pro Verkaufseinheit betrachtet, also Preise, bei denen halbwegs kostendeckend gearbeitet werden kann. Eine konkrete Begründung für die niedrigen Preise ist aus der Umfrage nicht ersichtlich. Allerdings lässt sich vermuten, dass es sich dabei auch um Personen handeln dürfte, die die Brennholzbereitstellung eher als Nebenerwerb oder Freizeitgestaltung betrachten – eine Win-Win-Situation für Verkaufs- und Abnahmeseite.
Im Vergleich zu den Vorjahren sind die Preisspannen etwas kleiner und nicht mehr durch extreme Ausreißer geprägt, wie etwa in der Saison 2022/2023. Das hat seine Ursache auch in der Nachfrageentwicklung: 60 % der Befragten haben keine Veränderung wahrgenommen, Zu- bzw. Abnahme der Nachfrage halten sich die Waage.
Preise für waldfrisches Holz
Einige der Befragten geben auch Preise für waldfrisches Brennholz in Form von Rundholz frei Waldstraße an. Die bayernweiten Durchschnittspreise liegen bei 61 €/Rm für Hartholz und 43 €/Rm für Weichholz. Die dargestellten Grafiken zeigen die Preisspannen für waldfrisches Brennholz (rund) im Verlauf der letzten sechs Jahre.
Scheitholzhandel: Nach wie vor deutlich höhere Preise als im Privatwald
Im Rahmen der Onlinerecherche wurden zusätzlich die Brennholzpreise von in Bayern ansässigen Brennholzhändlern erfasst. Von den 65 Brennholzhändlern stammen 38 aus der Region Nord und 33 aus der Region Süd. Vier Unternehmen können keiner Region zugeordnet werden.
Hier liegt der bayerische Durchschnittspreis für die Heizperiode 2025/26 für ofenfertige 33 cm Hartholzscheite bei 151 € pro Rm. Weichholz dieser Länge wird im Mittel für 99 € pro Rm angeboten. Für 25 cm Scheite müssen rund 5 €/Rm mehr bezahlt werden. Die 50 cm bzw. 1m Scheite sind im Brennholzhandel immer noch die Ausnahme.
Als Verkaufsmaß dominiert bei den Brennholzhändlern mittlerweile das Schüttraummaß (Srm). Hartholz wird für 117 €/Srm und Weichholz für 75 €/Srm bei einer Scheitlänge von 33 cm angeboten.
Große Preisspannen sind auch im Brennholzhandel zu finden, aber nach unten weniger ausgeprägt als bei den Privatwaldbesitzenden: Für Hartholz (33 cm Scheite) müssen die Käufer mindestens 110 €/Rm bezahlen, Spitzenpreise gehen bis zu 194 €/Rm. Beim Weichholz reicht die Preisspanne von 75 – 169 €/Rm.
Im Vergleich zu den Durchschnittspreisen für 33 cm ofenfertiges Scheitholz der Waldbesitzenden liegen die Preise im Scheitholzhandel für Weichholz um 23 % und für Hartholz um 32 % höher.
Das Nord-Süd-Preisgefälle ist hier weniger deutlich ausgeprägt. Im Süden müssen Käufer in etwa 7 % mehr pro Raummeter für Ihr Brennholz bezahlen als im Norden. So kosten Hartholzscheite mit 33 cm Länge im Süden durchschnittlich 151 €/Rm (+2 % gegenüber der vergangenen Heizperiode), im Norden dagegen 140 €/Rm (+3 %). Für Weichholzscheite (33 cm) werden im Süden 96 €/Rm (-1 %) und 90 €/Rm (+2 %) im Norden verlangt. Käufer von Brennholz, das auf Paletten gestapelt ist, müssen mit einem Preisaufschlag von durchschnittlich 25 € rechnen.
Die Preisschwankungen gegenüber der letzten Heizperiode sind marginal und nicht eindeutig. Manche Sortimente weisen leichte Preiserhöhungen auf, andere leichte Preissenkungen. Insgesamt kann der Scheitholzpreis als stabil angesehen werden.
Scheitholzbereitstellung: Welche Technik findet aktuell Anwendung?
Die LWF hat diesmal die Waldbesitzenden auch nach der überwiegend verwendeten Aufarbeitungstechniken bei der Scheitholzbereitstellung befragt. Betrachtet man nur die einzelnen Arbeitsgeräte, ist die Motorsäge nach wie vor das wichtigste Werkzeug (65 %). Es folgen der Senkrechtspalter für große Scheite ab 50 cm Länge (56 %) und die Kreissäge (51 %). Insgesamt kommen Senkrechtspalter häufiger (64 %) zum Einsatz als Waagrechtspalter (23 %).
Das händische Spalten des Holzes ohne Verwendung jeglicher maschineller Spalter kommt so gut wie gar nicht mehr vor: Nur 1 % der befragten Waldbesitzenden nutzen ausschließlich die Spaltaxt bzw. geben an, keinerlei maschinelle Spalter zu nutzen. Kombinierte Sägespaltautomaten kommen in unterschiedlichen Größen mittlerweile bei einem Viertel der Befragten zum Einsatz.
Werden die angegebenen Werkzeuge und Maschinen zur Brennholzbreitstellung kombiniert als Arbeitsverfahren betrachtet, spielt die Kombination aus Motorsäge, Kreissäge und Spalter die größte Rolle: 32 % der Betriebe arbeiten so. Dabei werden Senkrechtspalter doppelt so häufig verwendet wie Waagrechtspalter.
Ein Blick auf die Nachbarn – ist unser Scheitholz im Vergleich teurer?
An der Umfrage haben sich auch 71 Personen außerhalb Bayerns beteiligt, der größte Teil (19) aus Baden-Württemberg: Dort wird für 33 cm Hartholzscheite im Mittel 125 €/Rm verlangt, beim Weichholz sind es 78 €/Rm. 25 cm Scheite liegen preislich bei 141 €/Rm für Hartholz bzw. 88 €/Rm für Weichholz. Die Preise für Scheitholz liegen damit tendenziell über den Scheitholzpreisen der bayerischen Waldbauern.










