Lebensraum

In der Schweiz hauptsächlich in gebüschreichen Riedflächen, am Rande von Feuchtgebieten, in Mooren, lichten Birkenwäldern, verbuschenden Waldrändern, Aufforstungen oder Pionierstandorte in Kiesgruben. Für den Fitis ideale Waldstandorte haben eine schüttere Oberschicht sowie eine gut ausgebildete Strauch- oder Hochstaudenvegetation, die örtlich trotzdem die Entwicklung einer Krautschicht zulässt. Waldbestände mit geringer Bestandshöhe, Auen sowie strauchreiche Gesellschaften auf grossen Schlagflächen werden bevorzugt. Ehemals Charaktervogel der Bruch- und Auenwälder. Meidet offene, strauchlose Flächen, Siedlungen und geschlossene Wälder.

Anspruch an Fläche

Schon kleine Baum- und Buschinseln können genügen. Reviergrössen: etwa 0,7 ha

Nahrung

Insekten und Spinnen

Verhalten

Bewegt sich lebhaft und rastlos in Bäumen und Büschen

Gefährdung

  • Verlust des ursprünglichen Lebensraums durch Rückgang der Auenwälder
  • Trockenlegen von Feuchtgebieten
  • Aufgabe des Nieder- und Mittelwaldbetriebs und die Überführung der Wälder in Hochwälder
  • Stete Zunahme des Holzvorrats, Verdunkelung der Wälder und damit Rückgang der für den Fitis wesentlichen, reich strukturierten Kraut- und Strauchschicht
  • Störungen durch Erholungssuchende und maschinelle Jungwuchspflege zur Brutzeit

Förderung

Der Fitis ist eine jener Arten, deren Ansprüche mit dem naturnahen Waldbau allein nicht genügend gedeckt werden können. Als notwendige Ergänzung zu den übrigen Naturschutzinstrumenten ist der Fitis auf ein Artenförderungsprogramm angewiesen.

  • Schutz der Auenwälder
  • Schaffen von Auenwäldern und Gebüschkomplexen im Rahmen von Gewässer-Renaturierungen
  • In Feuchtgebieten: Fördern buschreicher, teils offener Zonen mit Weiden

Verbreitung in der Schweiz

Hauptsächlich im Mittelland und im Jura. In den Ebenen der grossen Täler, gebietsweise auch in den Voralpen. Praktisch alle Vorkommen unterhalb 800 m. Die Schweiz liegt am Südrand des Brutareals.

Wichtigste Merkmale: Gefieder olivgrün bis braun, unterseits hellgelb. Längere Flügel als Zilpzalp und meist fleischfarbene Beine. Gesang ist eine wehmütig abfallende Flötenstrophe.

Grösse und Gewicht: 11 cm, 8–10 g

Ähnliche Arten: Waldlaubsänger, Berglaubsänger und Zilpzalp: Bestes Unterscheidungsmerkmal ist der Gesang.

Brutort: Boden

Gelege: 1–2 Gelege à 4–7 Eier

Brutdauer: 12–15 Tage

Nestlingsdauer: 14–14 Tage

Zugverhalten: Langstreckenzieher; Nachtzieher

Bestand in der Schweiz: 6000–9000 Brutpaare

Trend: Seit den 80er Jahren anhaltender, deutlicher Rückgang, der lokal zum Verschwinden der Art führte.

Rote Liste Schweiz: Potenziell gefährdet

(TR)