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Artikel

Autor(en): Koni Häne (externer Autor)
Redaktion: WSL, Schweiz
Kommentare: Artikel hat 0 Kommentare
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Wertastung – Lehrmittel zur natürlichen und künstlichen Astreinigung

In Zeiten, in denen der Holzertrag kaum noch den Ernteaufwand zu decken vermag, fragen sich viele, weshalb man in die Wertastung investieren soll. Ein Lehrmittel gibt Argumente.

Manuelle Astung auf Fichte
Abb. 1 - Manuelle Wertastung erfordert Schwindelfreiheit
Foto: Koni Häne

Mit astfreiem Qualitätsholz lässt sich eine deutlich höhere Wertleistung erzielen als mit Massensortimenten. Die sorgfältig ausgeführte Wertastung ist daher in vielen Fällen eine lohnende Investition. Das vorliegende Lehrmittel soll den Praktiker bei dieser anspruchsvollen waldbaulichen Tätigkeit unterstützen.

Ziel der Wertastung

Ein wichtiges Ziel der Waldpflege im Wirtschaftswald ist die Produktion von qualitativ hochwertigem Holz. In dafür geeigneten Beständen müssen die Wertträger frühzeitig und zielgerichtet gefördert werden. Mit geeigneten Massnahmen lässt sich bereits bei der Bestandesbegründung und später bei der Bestandespflege die Stammqualität verbessern. Ein wichtiges Qualitätsmerkmal ist ein astfreier Schaft. Soll Qualitätsholz produziert werden, sind deshalb die natürliche und künstliche Astreinigung besonders wichtig.

   
korrekte und falsche Schnitte  
Abb. 2 - a) Stummelschnitt, b) schlechter Schnitt, c) optimaler Schnitt, d) schlechter Schnitt
Zeichnung: Verena Fataar
 
   

Geschichtliche Entwicklung der Wertastung

Ziel und Zweck der künstlichen Astreinigung, des manuellen oder maschinellen Entfernens der Äste am stehenden Baum, haben im Verlauf der Zeit verschiedene Wandlungen durchgemacht. Erste schriftliche Erwähnungen der Astung, mit der Absicht die Stammqualität zu verbessern, gehen gemäss Hans Hausrath: "Geschichte des deutschen Waldbaus" auf das Jahr 1349 zurück. Der dort zu findende lateinische Hinweis "arbores dictas eckbome tenebuntur purgare et meliorare ad usum predicti ..." kann etwa wie folgt gedeutet werden: "Es wird angehalten, die genannten Bäume zu reinigen und zu verbessern zum Gebrauch... ".

Viele Forstverordnungen enthielten bereits im 16. und 17. Jahrhundert Regeln über durchzuführende waldbauliche Eingriffe. Damit sollten das Wachstum von weitständig gepflanzten Eichen und andern Laubbäumen gefördert und deren Schaftform verbessert werden. Im 18. Jahrhundert wurde dann auch die Astung von Nadelbäumen propagiert. Äste an stehenden Nadel- und Laubbäumen wurden aber auch aus anderen Gründen entfernt. Vielerorts wurde Astholz zum Verbrennen gewonnen, denn der damals akute Brennholzmangel machte das Holz unerschwinglich. Ein Klafter Brennholz kostete beispielsweise 1853 14.- bis 16.- Franken, das Zehnfache des Tagesverdienstes eines Fabrikarbeiters.

Im weiteren wurden Äste als Stallstreu, als Futterlaub (geschneitelt) sowie als Schmuck- und Besenreisig benutzt. Nebst dieser bis weit ins 20. Jahrhundert üblichen Nutzung von Ästen wurden Waldbäume auch aus waldbaulichen Gründen geastet: Das Kronendach über Jungwüchsen sollte aufgelockert, der Nebenbestand erhalten und der Waldboden belichtet werden. Ausserdem wurde die Waldbrandgefahr vermindert. All zu oft beeinträchtigte allerdings eine zu starke, unsachgemässe Astung die Holzqualität. Das Interesse an der Wertastung ging daher für einige Jahrzehnte zurück.

Ein Wiederaufschwung der Wertastung erfolgte 1860 - 1890 sowie 1920 - 1940. Wegen des zweiten Weltkriegs und seiner Auswirkungen erlahmte das Interesse dann ein weiteres Mal. Seit etwa 1965 wird der Wertholzerzeugung wieder vermehrt Bedeutung beigemessen. Die Wichtigkeit der Qualitätsholzerziehung wurde durch die Orkane Vivian (1990) und Lothar (1999) gestärkt. Gerade beim gewaltigen Lotharsturm wurde viel Qualitätsholz vernichtet, welches uns heute fehlt. Bei Wiederaufforstungen ist deshalb der Produktion von Qualitätsholz spezielle Beachtung zu schenken.

Inhalt

Wertastung mit Klettersäge
Abb. 3 - Klettersäge in Aktion
Foto: Koni Häne

Das Lehrmittel "Wertastung" ist in zwei Teile gegliedert. Der erste Teil enthält die Grundlagen mit folgenden Kapiteln:

  • Ziel der Wertastung
  • Geschichtliche Entwicklung der Wertastung
  • Wie Äste wachsen
  • Natürliche Astreinigung hat Priorität
  • Künstliche Wertastung
  • Geeignete Ausführungszeit
  • Dürr- und Grünastung
  • Auswahl der Astungsbestände und -bäume
  • Wie hoch soll geastet werden?
  • Sorgfältige Schnittführung am richtigen Ort
  • Arbeitsvorbereitung und Personaleinsatz
  • Dokumentation
  • Arbeitssicherheit und Gesundheitsschutz
  • Zeit- und Kostenaufwand
  • Wertastung lohnt sich (Rendite-Beispiele)
  • Wertastung der wichtigsten Baumarten
  • Entwicklung von Qualitätsholz nach der Astung

Der zweite Teil widmet sich dem Geräte und Methodenbeschrieb.

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  • Sie können die Publikation bei der Koordinations- und Dokumentationsstelle für das forstliche Bildungswesen (CODOC) beziehen:
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