Alle im Merkblatt beschriebenen Weisstannen-Käfer treten zum Teil gemeinsam auf und sind in der Regel Sekundärschädlinge. Das heisst sie finden nur in kränkelnden und absterbenden Bäumen günstige Entwicklungsbedingungen. Brutstätten sind Tannen, die durch Wind, Schneebrüche, Insektenbefall, Frost, besonders aber durch Trockenheit und Hitze geschwächt sind. Manche der Käfer neigen zu Massenvermehrungen und können dann auch vitale Tannen befallen.

  • Krummzähniger Weisstannenborkenkäfer (Pityokteines curvidens)

    Die grössten Schäden an der Weisstanne richtet der Krummzähnige Weisstannenborkenkäfer an. Er befällt bevorzugt die astfreien Stammpartien geschwächter und absterbender, älterer Tannen. Er kommt nur selten in Stämmen von weniger als 16cm Durchmesser vor. Der Krummzähnige Weisstannenborkenkäfer tritt oft als einzige Art auf und ist der häufigste der Pityokteines-Arten. Die Rammelkammer des Käfers liegt oft in der Rinde verborgen und ist nicht deutlich sichtbar. Die Weibchen legen ein für die Art typisches, quer zur Faserrichtung verlaufendes Frassbild an (vgl. Abb.).

  • Pityokteines spinidens

    Diese Art, die keinen deutschen Namen besitzt, besiedelt ähnliche Stammteile wie der Krummzähnige Weisstannenborkenkäfer. Pityokteines spinidens ist die seltenste der 3 hier beschriebenen Pityokteines-Arten.

  • Mittlerer Tannenborkenkäfer (Pityokteines vorontzovi)

    Dieser Käfer bevorzugt die oberen, dünn- und glattrindigeren Stammteile und Äste. Er kommt daher vor allem in den Wipfeln der Tannen vor. Nur bei jungen Bäumen besiedelt er den ganzen Stamm.

  • Kleiner Tannenborkenkäfer (Cryphalus piceae)

    Der Kleine Tannenborkenkäfer besiedelt die dünnen Äste und Zweige des Kronenraums älterer, geschwächter Tannen. Auch in abgebrochnen Wipfeln und Asthaufen ist er zu finden. Er kann ähnlich wie der an Fichte auftretende Kupferstecher bei hoher Populationsdichte Schäden im Dickungs- und Stangenholzalter verursachen. Dieser Käfer neigt wie der Krummzähnige Weisstannenborkenkäfer zu Massenvermehrungen.

  • Weisstannenrüsselkäfer (Pissodes piceae)

    Dieser Käfer ist ein Sekundärschädling und besiedelt die unterschiedlichsten Stammdicken. Auch Schichtholz und Stöcke verschmäht er nicht. Der Weisstannenrüsselkäfer zeichnet sich durch eine hohe Vermehrungsfähigkeit aus. Die Käfer sind mit 3-4 Jahren sehr langlebig.

Befallsmerkmale (ohne Weisstannenrüsselkäfer)

  • Besonders auffallend sind glänzende, farblose, frische Harztropfen an unbebrüteten Stämmen äusserlich vital erscheinender Weisstannen (Primärbefall).
  • Gesunde Weisstannen mit vertrockneten, gelblich verfärbten, alten Harztropfen.
  • Harzfluss an Stämmen im März/April.
  • Feines ausgeworfenes Bohrmehl. Dieses Merkmal ist schwierig festzustellen, weil die Mengen deutlich geringer sind als die der Buchdrucker-Arten.
  • Häufig Nadelrötung der unteren Kronenteile (vgl. Abb.) mit gleichzeitiger Kronenverlichtung.

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