Für Forstbetriebe kann die Bereitstellung von Waldhackschnitzeln wirtschaftlich interessant sein. Je grösser die abgesetzte Hackschnitzelmenge ist, desto wirtschaftlicher wird in der Regel deren Bereitstellung. Das Merkblatt von Holzenergie Schweiz über rationelle Hackschnitzelbereitstellung im Forstbetrieb fasst die wichtigsten Punkte für eine optimale Hackschnitzelproduktion zusammen.
Gemäss CO₂-Verordnung hatte die Schweiz 2012 ihr CO₂-Verminderungsziel für Brennstoffe verfehlt. Deshalb wurde die CO₂-Abgabe auf fossile Brennstoffe ab 2014 um 67 % erhöht. Beim Heizöl entsprach dies einer Preissteigerung von rund 6–7 Rappen pro Liter. Dadurch wurden erneuerbare Energieträger wie Waldhackschnitzel wirtschaftlich attraktiver.
Für die Preisanpassung bei langfristigen Lieferverträgen veröffentlicht Holzenergie Schweiz den Preisindex Schnitzel.
Haupt-Prozessschritte

Hackschnitzel sollten möglichst in luftig und hoch gebauten Lagerhallen unter Dach gelagert werden, so dass die Feuchtigkeit gut entweichen kann.
Foto: Kanton Waadt.
Die Produktion von Hackschnitzeln kann in verschiedene Prozesse unterteilt werden: Rücken, Hacken, Lagerung und Transport. Bei der Planung sollte von Anfang an die ganze Produktionskette berücksichtigt werden, um die beste logistische Lösung zu finden. Dabei zu beachten sind:
- bestellte Hackschnitzelsortimente und -mengen
- mögliche Lager- und Umschlagplätze für Energieholz und Hackschnitzel
- Trocknungszeiten
- Lieferbedingungen
Falls die Bedingungen es zulassen, ist die direkte Versorgungskette, die zur Belieferung grösserer Heiz(kraft)werke angewandt wird, am günstigsten. Dabei wird das Holz direkt im Wald mobil gehackt und zum Verbrauchersilo des Heizwerks transportiert. Somit entfallen die Kosten der Zwischenlagerung. Dies ist jedoch nur möglich, wenn die Befahrbarkeit der Waldstrassen das ganze Jahr gewährleistet ist, das Heizwerk waldfeuchte Hackschnitzel (Wassergehalt 40 – 55%) verfeuern kann und keine Energieholzpolter oder Hackschnitzellager als Reservehaltung notwendig sind. In allen anderen Fällen ist eine Zwischenlagerung mit gleichzeitiger Trocknung des Energieholzes oder der Hackschnitzel notwendig.
Energieholzpolter werden bevorzugt an gut belüfteten, sonnigen Stellen – nach Möglichkeit ausserhalb des Waldes – auf trockenem Untergrund und ohne Bodenkontakt gelagert. Innerhalb weniger Monate sinkt durch diese Form der Zwischenlagerung der Wassergehalt des Holzes von rund 50% (waldfrisch) auf Werte bis unter 30%. Nach dem Hacken weisen die Schnitzel einen Feuchtegehalt auf, der für die Belieferung der meisten Hackschnitzelheizanlagen geeignet ist.
Eine Zwischenlagerung von Hackschnitzeln ist nötig, falls während der Heizperiode zusätzliche Lagerkapazitäten gebraucht werden. Hackschnitzel sollten nach Möglichkeit in luftig und hoch gebauten Lagerhallen unter Dach gelagert werden, damit die Feuchtigkeit gut entweichen kann. Es ist zu empfehlen, das Lagervolumen dabei möglichst oft umzusetzen, so dass die Lagerdauer kurz ist (max. 3 Monate).
Zweig- und Blattmaterial im Wald belassen
Bei der Holzernte kommt heute oft das Ganzbauverfahren zum Einsatz. Da in Bäumen die Hauptnährstoffe konzentriert in den Blättern, Nadeln und Zweigen enthalten sind, sollten diese nach Möglichkeit im Wald belassen werden. Somit fällt der Nährstoffaustrag durch Entnahme oberirdischer Biomasse möglichst niedrig aus. Folglich verbessert sich auch die Qualität der Hackschnitzel und die Verbrennung in der Hackschnitzelheizung, da Blätter, Nadeln und Zweige erhöhte Feinanteile, Feuchtigkeit und Grünanteil enthalten, was den Energiegehalt negativ beeinflusst und zu einer schlechteren Verbrennungsqualität führt.
Lieferverträge abschliessen
Bei regelmässigen und langfristigen Hackschnitzellieferungen lohnt es sich, mit den Heizungsbetreibern Lieferverträge abzuschliessen. Dies erleichtert dem Forstbetrieb die Betriebsplanung, garantiert langfristige Einnahmen und gewährleistet dem Kunden die Versorgungssicherheit. Im Liefervertrag sollten definiert sein:
- Liefermenge und Qualität der Hackschnitzel: Holzarten (Weichholz oder Hartholz), Wassergehalt, Feinanteil, Stückigkeit, Nadel- und Laubanteil
- Belieferungsmodalitäten: Anzahl und Frequenz der Lieferungen pro Jahr, Liefermenge pro Lieferung
- Abrechnungsart: Nach Volumen (in Schüttraummeter Srm), Gewicht oder pro erzeugter Wärmemenge
- Brennstoffpreis gemäss Abrechnungsart. Holzenergie Schweiz empfiehlt, die Teuerung gemäss Preisindex Schnitzel anzupassen
- Vertragsdauer, Kündigungsfrist, Gerichtsstand
Zusammenarbeit mit Forst- und Transportunternehmen
Da moderne Hacker kapitalintensive Maschinen sind und eine hohe Auslastung erfordern (ab 40‘000 Srm / Jahr), lohnt sich oftmals das Auslagern des Hackens an spezialisierte Unternehmen. Je besser die Produktionskette und je genauer die Hackschnitzelqualität und –menge bekannt ist, desto einfacher wird die Zusammenarbeit. Für längere Transportdistanzen empfiehlt es sich zudem, regionale Transportunternehmen anzufragen, da der LKW - Transport verglichen mit land- oder forstwirtschaftlichen Fahrzeugen in den meisten Fällen kostengünstiger ist.
Energieholz hat Potential
Die Nutzung von Waldhackschnitzeln eröffnet Absatzmöglichkeiten für bisher schwer oder nicht verwertbare Holzsortimente. Dadurch eröffnen sich neue Märkte für bisher stark defizitäre oder nicht verwertbare Sortimente. Waldbesitzer können davon profitieren, sollten sich allerdings gut über aktuelle Energieholzpreise und die für sie am besten geeignete Produktionskette zur Hackschnitzelherstellung informieren. Lokale Vernetzung mit Forst- resp. Hackunternehmen und Kenntnis von regionalen Holzenergieprojekten erleichtern die (künftige) Vermarktung.








