Der Robuste mit Turboantrieb: Perfekte Sicherheitsausstattung und stabile Konstruktion kennzeichnen die Forstanhänger von Stepa. Das Ankuppeln ist dank guter, in die Deichsel integrierter Winde und in Haken versorgter Leitungen sehr bequem.

Auch die Gelenkwelle kann einfach angeschlossen werden. Diese treibt die gut geschützt in der Deichsel eingebaute Zahnradpumpe an, die den Kran mit Eigenöl versorgt. Die mechanisch betätigte Feststellbremse wird über Handhebel angezogen und gelöst.

Die Lenkdeichsel wird mit einem leicht zugänglichen Bolzen arretiert. Dieser kann mit etwas Geschick auch ohne Helfer wieder eingesetzt werden. Zum Schutz der Lichtanlage sind senkrecht eingeschweißte Stäbe vorgesehen. Der Vorteil, dass die Lichter immer bereit sind, wird mit geringerem Schutz erkauft.

Druckspeicher für Notbremsung

Der getestete FHL 10 AK ist mit hydraulischen Bremsen an allen vier Rädern sowie Druckspeicher für Notbremsung bei Ausfall des Motors ausgestattet, die über die Bremsanlage des Zugfahrzeuges angesteuert werden können. Der Bremstest am Prüfstand ergab die ausgezeichnete Verzögerung von 3,51 m/sec² für das zulässige Gesamtgewicht von 12.020 kg.

Die für den Straßenverkehr vorgeschriebene Beleuchtung sowie Rückstrahler sind in der Basisausstattung enthalten. Der Anhänger erfüllt damit alle Bedingungen für den 25 km/h Betrieb (lt. Werksangaben bis 10.000 kg Gesamtgewicht) auf öffentlichen Straßen. Im leeren wie im beladenen Zustand ist das Nachlaufverhalten des Anhängers bei 25 bis 40 km/ h (im Testgelände) sehr gut.

Die Unterseite des Anhängers ist zum Schutz gegen Schäden durch Auffahren und aufstehende Äste glatt verbaut. Kabel und Schläuche sind gut geschützt verlegt, Kanten bei Durchführungen sauber gerundet. Der Pendelweg der Bogieachsen ist mit 250 mm ausreichend und erleichtert das Überfahren von Stöcken und ähnlichen Hindernissen. (Bild rechts).

Die Flap-Down-Stützbeine des Kranes sind in Fahrstellung auf 48 cm Bodenfreiheit hochgezogen. Das reichte zum ungehinderten Überfahren der Stöcke in der "Buckelpiste", könnte aber beim Passieren von Kuppen etwas behindern. Dank weitem Abstand zwischen Zugfahrzeug und Kransäule ist die Durchquerung von tiefen Mulden oder Furten problemlos möglich. Mit einem effektiven Lenkeinschlag von 13° ermöglicht die Lenkdeichsel das Einfädeln des kompakten Anhängers in die simulierte Rückegasse ohne Reversieren.

Antrieb mit über 3 t Schubkraft

Der Kran wird bei vollem Lenkeinschlag um 72 cm seitlich aus der Gespannachse bewegt. Damit hat der Kran zwar eine größere Reichweite, andererseits auch ein höheres Kipprisiko durch die Schwerpunktverlagerung bei Lenkmanövern. In Rückwärtsfahrt ist ohne Ladeflächenverlängerung das Übersteigen von Böschungen bis 70 % für den Hänger mit einer Bodenfreiheit von 57 cm und relativ kurzem Abstand der Achse zum Heck möglich.

Der starke Radnabenantrieb hilft wirkungsvoll bei der Überwindung von Steigungen mit. In Bewegung bringen die zwei Motoren 3,1 t Schubkraft auf den Boden - aus dem Stand immerhin noch 2,3 t. Damit ist der Anhänger für Gelände bis 35% Hangneigung gut geeignet. Der Antrieb kann während der Fahrt zu- und abgeschaltet werden. Die Sicht durch das Stirngitter auf die Räder und den Gefährdungsbereich hinter dem Anhänger ist durch die kurze Bauweise der hochgeklappten Stützfüße und den schlanken Kranturm mit innenliegenden Schläuchen erstaunlich gut.

Der Aufstieg zum Hochsitz mit geräumigem Fußraum ist mit rutschsicheren Tritten ergonomisch sehr gut gestaltet. Vom Sitzplatz aus hat man einen hervorragenden Überblick über das Geschehen. Die mechanische Zweihebel-Zweipedal-Steuerung mit Not-Aus-Schalter ist feinfühlig steuerbar. Die Funktionen des Kranes FKL 6085 lassen sich gut mischen und mehrere gleichzeitig ausführen. Nur das starke Drehkranzschwenkwerk mit zwei Ölmotoren reagiert etwas spontan.

Der breit abgestützte Wagen steht bei der Ladearbeit sehr stabil. Pflege und Wartungsstandplätze sind gut erreichbar. Der Kran mit enormer Auslage kann bezüglich Hubarbeit in seiner Kategorie problemlos mithalten. Neben dem Anhänger (2 m von der Kransäule) hob er beim Test 1895 kg und bei maximaler Reichweite von 8,5 m noch 410 kg.

Mit 15 kNm Drehmoment verfügt der Kran über ein Schwenkwerk mit ausreichender Kraftreserve. Der Doppelteleskopausschub erreicht eine Länge von 3,0 m und eine horizontale Zuzugskraft von 1358 kg. Hängenbleiben mit Schläuchen ist nicht möglich, da fast alle Hydraulikleitungen und -schläuche des Kranes innenliegend verbaut und friktionsfrei geführt sind.

Mit dem großen Kran hat der Anhänger ein Eigengewicht von 3794 kg. Die nutzbare Ladekapazität beträgt 8226 kg und damit das 2,2-fache des Eigengewichtes. Das Fassungsvermögen des Rungenkorbes mit seitlich abgerundeter Stirnwand beträgt 8,84 fm und ist für die Beladung mit frischem Buchenrundholz (1200 kg/fm) ausreichend (6,9 fm). Um mit dem Hauptsortiment unserer Wälder, frischem Fichtenblochholz (800 kg/fm), die Tragfähigkeit des Anhängers zu 100 % nutzen zu können, sollte die Stirnwand rund 20 cm höher sein.

Bei der aktuellen Höhe wirkt auch die seitliche Abrundung der Stirnwand nachteilig auf die Ladekapazität. Einfach, aber sehr wirksam sind die Gurtanbindungspunkte neben den Rungenstöcken, die bei allen anderen Testkandidaten fehlten. Die Schwerpunktlage ist in voll beladenem Zustand auf Grund der geringen Ladehöhe gut und wäre auch bei 20 cm Erhöhung der Stirnwand noch im sicheren Bereich.

Zum Preis

Der Anhänger kostet in Serienausstattung inklusive hydraulischer Vierrad-Bremse, Forstbereifung 400/60-15,5, Beleuchtung, Lenkdeichsel, Kran FKL 5085 mit Zweihebel-Steuerung, Stehpodest und Kranabstützung 28.100 €. Preis des Testanhängers mit Radantrieb, 500-er Bereifung, Zweikreishydraulik und Hochsitz-Steuerung: 45.280 (alles exkl. 20 % MwSt.).

Fazit

Ein robust gebauter Anhänger mit perfektem Kran, der professionelles Arbeiten ermöglicht. Um die vorhandene Ladekapazität mit Fichtenblochholz nutzen zu können, sollte der Rungenkorb allerdings etwas größer sein. Der Hänger ist mit bestem Material gut verarbeitet. Dies lässt eine hohe Lebensdauer und geringe Reparaturanfälligkeit erwarten. -> tabellarische Bewertung