Bachelor- und Masterstudiengänge
Die Universität für Bodenkultur (BOKU) Wien hat als erste Hochschule auf den Bologna-Prozess reagiert und 2003 das dreigliedrige Studiensystem (Bachelor-, Master- und Doktoratsstudium) eingeführt.
Für die Forstwirtschaft relevant sind:
- das sechssemestrige Bachelorstudium "Forstwirtschaft"
- darauf aufbauende Masterstudien wie "Forstwissenschaften", "Mountain Forestry", „Wildtierökologie und Wildtiermanagement“ oder "Alpine Naturgefahren/Wildbach- und Lawinenverbauung".
- Weitere Informationen zum Bachelor Forstwirtschaft
- Weitere Informationen zum Master Forstwissenschaft
- Weitere Informationen zum Master Mountain Forestry
- Weitere Informationen zum Master Wildtierökologie und Wildtiermanagement
- Weitere Informationen zum Master Alpine Naturgefahren/Wildbach- und Lawinenverbauung
- Weitere Informationen zum Master International Master in Soils and Global Change (IMSOGLO)
- Weitere Informationen zum Master DDP MSc European Forestry
Lehrinhalte mit Praxisbezug
Die praxisnahen Lehrinhalte eröffnen nach dem Bachelorstudium vielfältige Berufsmöglichkeiten in öffentlichen und privaten Forstbetrieben, Forst-, Naturschutz- und Umweltbehörden sowie der Wildbach- und Lawinenverbauung oder bei NGOs und Verbänden.
Das Studium bildet zudem die Grundlage für eine selbständige Tätigkeit als Leiter:in eines Technischen Büros oder Forstunternehmens nach den gesetzlichen Bestimmungen. Das erworbene Wissen ist auch für Tätigkeiten im Holzhandel, in Planungsbüros, in der Entwicklungszusammenarbeit oder als Fachjournalist:in gefragt.
Das Bachelorabschluss „Forstwirtschaft“ qualifiziert nach zwei Jahren beruflicher Tätigkeit als Forstadjunkt:in auch zur Staatsprüfung für den Försterdienst. Erfolgreiche Absolvent:innen können Betriebe bis 3.600 ha leiten.
BOKU Masterinfotage
Am 11. März 2026 bietet die BOKU Wien zu passenden Masterstudiengängen und einer individuellen Beratung an. Es werden Masterstudiengänge rund um die Themen Waldökosysteme, nachhaltige Forstwirtschaft, Schutzgebiete in Gebirgsregionen sowie alpine Naturgefahren vorgestellt.Präsentiert werden die vier Masterstudiengänge und spannende Projekte, mit anschließender Möglichkeit, Fragen zu stellen.
Das Programm läuft von 14:00 bis 18:00 Uhr im Seminarraum 06, Peter-Jordan-Straße 82, 1190 Wien (Schwackhöferhaus).
Ab 18:00 findet ein Networking bei Getränken statt.
Am 20. Mai 2026, ebenfalls im Seminarraum 06, wird der Master „Wildtierökologie und Wildtiermanagement“ von 15:00 bis 16:00 Uhr vorgestellt.
Höhere Bundeslehranstalt für Forstwirtschaft Bruck/Mur
Die Höhere Bundeslehranstalt für Forstwirtschaft Bruck/Mur (Försterschule) ist die einzige Schule in Österreich, die angehende Förster:innen ausbildet. Für dieses Berufsbild wird eine fundierte forstfachliche Ausbildung geboten, ergänzt durch unternehmerische Qualifikationen, Methodenkompetenz, Soft Skills und eine umfassende Allgemeinbildung.
Nach Abschluss der Schule erhalten die Absolvent:innen die Zusatzqualifikation als Forstfacharbeiter:in oder können sich bereits während der Ausbildungszeit zur pädagogisch geschulten Waldvermittler:in qualifizieren. Zudem sind der Jagd- und Fischereiprüfungsersatz inkludiert.
Seit 2007 bietet die Försterschule neben dem fünfjährigen Regeljahrgang auch einen dreijährigen Aufbaulehrgang „Forstwirtschaft“ für Absolvent:innen von land- und forstwirtschaftlichen Fachschulen an. Dadurch wurde die Durchlässigkeit des forstwirtschaftlichen Ausbildungssystems wesentlich verbessert.
Moderner Campus mit praxisnaher Ausbildung
Der Campus besteht aus mehreren modernen Schul- und Internatsgebäuden. In den Schülerheimen können bis zu 330 Schüler:innen untergebracht werden. Für die praktische Ausbildung stehen zwei Lehr- und Versuchsforste zur Verfügung.
Das Revier Bruck/Mur grenzt unmittelbar an die Schule an und umfasst rund 460 ha typischen Bergmischwald. Im etwa 280 ha großen Revier Lahnhube in der Nähe von Tragöß wird klassische Gebirgsforstwirtschaft in Hochlagen praktiziert. Das Lehrforstzentrum verfügt über einen gut ausgestatteten Maschinenpark. Neben Forstschleppern mit Anbau- und Seilgeräten steht auch ein Baggerprozessor zur Verfügung, wodurch eine moderne Holzernte praxisnah vermittelt werden kann.
Neuer Lehrplan ab 2027
Mit dem Schuljahr 2027/28 wird ein neuer Lehrplan in Kraft treten. Dieser sieht künftig eine stärkere Schwerpunktsetzung in den Bereichen „Naturgefahrenmanagement“, „Standortsökologie, Biodiversität und Nachhaltigkeit“ sowie in einer zweiten lebenden Fremdsprache (Italienisch oder Slowenisch) vor.
Auch die Externist:innen-Ausbildung wird derzeit weiterentwickelt, um eine verbesserte Begleitung und Unterstützung zu gewährleisten.
Nach dem Schulabschluss ist eine zweijährige sogenannte Adjunktenzeit vorgesehen. Anschließend besteht die Möglichkeit, zur forstlichen Staatsprüfung anzutreten. Nach erfolgreichem Abschluss darf die Berufsbezeichnung „Försterin“ bzw. „Förster“ geführt werden.
Berufsbild Forstwart:in und Berufsjäger:in

Abb. 1: Foto: FAST Traunkirchen
Beide Berufsbilder beginnen an der Forstfachschule Traunkirchen. In den zwei Jahren an der Forstfachschule werden die Schüler:innen zu Spezialist:innen, die einen forstlichen Betrieb bis 1.000 Hektar nachhaltig bewirtschaften und leiten dürfen oder sie starten hier ihre Karriere als Berufsjäger:in.
Die Ausbildung an der Forstfachschule ist inzwischen in vielen Bundesländern sowie bei der ÖBF AG Voraussetzung für die Lehre als Berufsjäger:in und wird auch als Lehrzeit angerechnet.
Zur Grundausbildung gehören Waldbau, Forsteinrichtung, Vermessungswesen und Forstschutz ebenso wie Arbeitstechnik, Holznutzung, Jagd und Fischerei. Aber auch Betriebswirtschaft und Rechnungswesen sind wesentliche Bestandteile und im Stundenplan enthalten. Der Schwerpunkt liegt jedoch klar auf der forstlichen und jagdlichen Praxis.
Ein Drittel des Unterrichts findet draußen im Wald statt, wo zuvor Gelerntes unmittelbar praktisch ausprobiert wird.
Ablauf der Ausbildung
Ein wesentlicher Teil der Ausbildung erfolgt im nahegelegenen, 700ha großen Lehrforst. Unter Aufsicht bejagen die Schüler:innen das schuleigene Revier. Für den Unterricht stehen zwei schuleigene Schießkanäle und ein modernes dreidimensionales Schießkino zur Verfügung. Im Zerwirkraum wird das erlegte Wild fachgerecht zerlegt und veredelt.
Im zweiten Schuljahr besteht die Möglichkeit zur Spezialisierung:
- Im Fachbereich „Spezielle Forsttechnik“ liegt der Schwerpunkt auf die Holzernte. Die professionelle Organisation von Holzernteeinsätzen, sei es in der Schlepper- oder Seilbahnrückung oder in der vollmechanisierten Holzernte mit Harvester und Forwarder sowie die anschließende Qualitätskontrolle, werden hier in Zusammenarbeit mit der Forstlichen Ausbildungsstätte Traunkirchen vermittelt.
- Der Schwerpunkt „Jagd- und Naturraummanagement“ bietet vertiefende Inhalte wie Wildtiermonitoring, Ernährungsphysiologie, Jagdbetriebsmanagement, Jagdrecht, Jagdstrategien, Prädatorenmanagement, wildökologische Raumplanung sowie Konfliktlösungsmechanismen.
Durch die einmonatige Praxisphase, die zwischen dem ersten und dem zweiten Schuljahr in einem Betrieb zu absolvieren ist, ergeben sich bereits während der Schulzeit interessante Einblicke in die Berufspraxis und oft auch konkrete Jobperspektiven.

Abb. 2: Foto: FAST Traunkirchen
Einzigartige Ausbildung mit internationalem Interesse
Die Forstfachschule ist in Österreich einzigartig. Eine vergleichbare Ausbildung wird sonst nirgendwo angeboten. Die Schüler:innen kommen daher auch aus allen Bundesländern. Jedes Jahr folgen zudem Interessierte aus den angrenzenden Nachbarländern wie Ungarn, Deutschland oder Italien dem guten Ruf der Schule.
Das Mindestalter für die Aufnahme beträgt 16 Jahre, da im Rahmen der Ausbildung mit Motorsägen gearbeitet mit scharfen Waffen geschossen wird. Viele Schüler:innen entscheiden sich aber auch erst im zweiten Bildungsweg für die Forstwarte- und Berufsjäger:innenausbildung, etwas im Zuge einer Umschulung oder mithilfe eines Fachkräftemangelstipendiums (Stand November 2025).
Staatsprüfung
Die Staatsprüfung für den leitenden Forstdienst spielt weiterhin eine wichtige Rolle in der Qualifizierung junger Führungskräfte. Im Zuge der 2005 festgesetzten Neustrukturierung wurde eine Steuerungsgruppe eingerichtet, die Ausbildung und Prüfung laufend an die Anforderungen der forstlichen Praxis anpasst.
Zur Vorbereitung auf die Prüfung bieten die Forstlichen Ausbildungsstätten des Bundesforschungs- und Ausbildungszentrums für Wald sechs Module mit fachlichen und persönlichkeitsbildenden Inhalten an. Neben der fachlichen Wissensvermittlung steht insbesondere die Verknüpfung forstlicher Fachkenntnisse mit Schlüsselqualifikationen im Fokus. Ziel ist es, Berufseinsteiger:innen gezielt auf zukünftigen Leitungsaufgaben vorzubereiten.
Das Bundesministerium für Land- und Forstwirtschaft, Klima- und Umweltschutz, Regionen und Wasserwirtschaft sieht die Staatsprüfung als ein wesentliches Element zur Qualitätssicherung der forstlichen Ausbildung und damit als einen Garant für eine nachhaltige Waldbewirtschaftung.
Weitere Informationen
- Weitere Informationen zu den Masterinfotage der BOKU
- Weitere Informationen zur Höheren Bundeslehranstalt für Forstwirtschaft Bruck/ Mur
- Weitere Informationen über die Forstfachschule Traunkirchen
