Lebensraum

Nadelwälder der subalpinen Stufe. Voraussetzung sind Fichten (Tannen und auch Lärchen) für den Nestbau und reichliches Vorkommen von Arven oder Haselnusssträuchern (Wintervorräte und Jungenaufzucht) in der Umgebung. Lebt auch in Mischwäldern. Im Umkreis von 10–25 km sollten aber Arven oder Haselnusssträucher vorkommen. Viele an sich günstige Brutbiotope im Jura bleiben nicht oder wenig besiedelt, weil Haselnusssträucher lokal selten sind.

Nest hoch in Nadelbäumen (Fichte, Arve, Kiefer, auch Lärche, meist in Stammnähe). Ausserhalb der Brutzeit auch oberhalb der Waldgrenze in der Krummwald- oder in Zwergstrauchzone zu beobachten.

Anspruch an Fläche

In gut ausgebildeten Lärchen- und Arvenwäldern sind Dichten bis zu 2 Revieren/10 ha nicht selten. Im subalpinen Fichtenwald sind die Dichten geringer.

Nahrung

Überwiegend pflanzlich: Koniferensamen, Samen von Laubbäumen, gebietsweise hauptsächlich Eicheln und Bucheckern. Im Sommer auch Beeren, Früchte oder Insekten, manchmal Aas. Lebt im Winter ausschliesslich von Nahrungsvorräten (Haselnüsse und Arvensamen), die er im Boden versteckt und auch bei einer Schneedecke bis zu 1 m mit hoher Präzision wiederfindet. Die Verstecke können bis zu 12 km auseinander liegen. Nutzung der Vorräte bis etwa Mai. Sichert durch nicht genutzte Depots die Verbreitung der Arve und des Haselnussstrauchs

Verbreitung in der Schweiz

Mit Ausnahme des grössten Teils des Mittellandes, der Nordschweiz und des südlichen Tessins überall vorkommend. Höhenverbreitung: von 700 m (nördliche Landesteile) bzw. 1000 m (südliche Landesteile) bis zur oberen Waldgrenze. Regelmässigstes Vorkommen zwischen 1000–2000 m.

Wichtigste Merkmale: Vorwiegend dunkelbraun mit weissen Tupfen. Schwarzer Schwanz mit breiter, weisser Endbinde. Weisse Unterschwanzdecken.

Grösse und Gewicht: 32 cm, 160–250 g

Ähnliche Arten: Keine

Brutort: Bäume

Gelege: 1 Gelege à 3-4 Eier

Brutdauer: 18–21 Tage

Nestlingsdauer: 23–25 Tage

Zugverhalten: Standvogel

Bestand in der Schweiz: 20'000–30'000 Brutpaare

Trend: Verbreitung und Bestände stabil

Rote Liste Schweiz: Nicht gefährdet

(TR)

Literatur

Mattes, H. (1982): Die Lebensgemeinschaft von Tannenhäher und Arve. Berichte der Eidgenössischen Anstalt für das forstliche Versuchswesen, Nr 241.