Im Zuge einer gesunden und ausgewogenen Ernährung haben Nüsse zu allen Jahreszeiten vor allem wegen ihres Gehaltes an mehrfach ungesättigten Fettsäuren ihren Platz als Nahrungsmittel gefunden. Aber gerade in der Winterzeit, v.a. an Nikolaus, in der Adventszeit oder zu Weihnachten sind Nüsse, oder was wir landläufig als Nüsse bezeichnen, allgegenwärtig und als Snack, in Plätzchen oder in Lebkuchen nicht wegzudenken.
Neben Klassikern wie Haselnuss, Mandeln und Walnüssen kommen bei uns in den letzten Jahren auch vermehrt exotischere Nüsse wie z.B. Pekannüsse, Cashewkerne, Paranüsse und Macadamianüsse auf den Tisch. Im Folgenden soll die Pekannuss und der Pekannussbaum näher betrachtet werden.
Die Pekannuss – eine echte Nordamerikanerin
Die Pekannuss ist die Frucht des Pekannussbaumes (Carya illinoinensis). Die Gattung Carya umfasst die Hickory-Arten, die zur Familie der Walnussgewächse (Juglandaceae) zählen. "Paccan – Nuss, die mit einem Stein geknackt werden muss", so nannten die Algonkin-Indianer Nordamerikas die Nüsse der Hickory-Bäume. Das natürliche Verbreitungsgebiet des Pekannussbaumes ist das zentrale und südliche Nordamerika und das nördliche Mexiko. In den Vereinigten Staaten umfasst das Verbreitungsgebiet in etwa das Einzugsgebiet des Mississippi.
Vorkommen und Wachstum des Pekannussbaumes
Carya illinoinensis wird zwischen 30-50 m hoch und kann einen Stammdurchmesser von bis zu 2 m erreichen. Die Bäume bilden eine Pfahlwurzel und ein weitreichendes seitliches Wurzelsystem aus. Die Rinde des Pekannussbaumes ist grau-braun und tief und unregelmäßig gefurcht. Pekannussbäume sind sehr langlebig und können einige hundert Jahre alt werden.
Die Blätter des Pekannussbaumes sind 30 -55 cm lang, und mit 11 – 17 Fiederblättchen unpaarig gefiedert. Sie sind unterseits gelbgrün, zunächst filzig behaart, später kahl und oberseits dunkelgrün.
Die bei Reife grün-bräunliche, meist eiförmige Frucht erreicht eine Länge von 2,5 cm bis 5,5 cm bei einem Durchmesser von 1,5 cm bis 3 cm. Die etwa 2,5–5 cm lange Nuss selbst ist hellbraun mit schwarzen Flecken, sie ist meist eiförmig, glatt und mehr oder weniger zugespitzt (Abb. 1). Die Schale ist dünn und leicht zu knacken, und enthält zwei furchige, hellbraune Samenkerne. Diese Pekannusskerne schmecken ähnlich wie Walnüsse. Das Gewicht einer Pekannuss liegt bei etwa 5 g bis 10 g.
Der durchschnittliche Ertrag eines ausgewachsenen Pekannussbaumes liegt im Jahr bei etwa 175 kg, es sollen aber sogar schon 400 kg Ertrag vorgekommen sein. In der Regel folgt einem ertragreichen Jahr ein schlechtes Nussjahr. Die Vereinigten Staaten produzieren ca. 80 % der weltweit angebauten Pekannüsse, das sind mehr als 170.000 Tonnen im Jahr. Davon stammen mehr als 75 % aus den drei US-Bundes-Staaten Georgia, New Mexico und Texas. Der Pekannussbaum ist daher auch seit 1909 der offizielle Staatsbaum von Texas. Dort wurde auch der 14. April als Tag der Pekannuss ins Leben gerufen. Seit 1996 wird dieser National Pecan Day in den gesamten USA gefeiert. Die Pekannüsse sind in den USA sehr geschätzt und Bestandteil vieler Gerichte, Knabbereien und Backwaren. In München ist in manchen Bäckereien unter dem Namen „Kanadier“ ein schmackhaftes Blätterteig-Gebäck mit Apfelmusfüllung und Pekannüssen erhältlich.
Angebaut werden die Nüsse neben den USA und Mexiko auch in Brasilien, Südafrika, China, Israel und Australien. In Deutschland bekommt man in der Regel Nüsse, die in Südafrika oder Australien angebaut werden.
Gesunde Pekannüsse
Neuere Forschungen zu den Inhaltsstoffen von Pekannüssen zeigen beim regelmäßigen Verzehr dieser Nüsse positive medizinische Wirkungen. Pekannüsse haben im Vergleich zu Walnüssen einen höheren Anteil an Antioxidantien, die einfach gesättigten Fettsäuren der Pekannüsse entsprechen denen des Olivenöls. Pekannüsse gelten als Cholesterin senkend und ihre Antioxidantien wirken durch ihre phytochemischen Eigenschaften schützend gegen Krankheiten des Herzens, Diabetes oder Tumore. Besonders wirksam in den Nüssen sind die Vitamine A, B1, E sowie Calcium, Kalium und Zink. Des Weiteren sind sie eine gute Quelle für ungesättigte Fettsäuren, Thiamin, Magnesium und Proteine.
Anbau des Pekannussbaumes und anderer Hickory-Arten in Mitteleuropa
Der Pekannussbaum ist sowohl wegen seiner schmackhaften Nüsse als auch wegen seines Holzes eine im Klimawandel künftig interessante Baumart. Aber bisher gedeihen die wärmeliebenden und frostempfindlichen Pekannussbäume leider (noch) nicht so gut in Mitteleuropa, dass man ihren Anbau allgemein empfehlen könnte. In Zeiten des Klimawandels wird aber in den nächsten Jahrzehnten ein Anbau des Pekannussbaumes auch bei uns örtlich möglich sein. Einzelne wüchsige Exemplare an geschützten Stellen, z. B. in Bayern und in der Pfalz, machen Mut, auch die Pekannuss versuchsweise zu testen (Abb. 2).
Bekannter sind bei uns in forstlichen Versuchsanbauten andere Hickory-Arten, v.a. die Schindelrindige Hickory (Carya ovata) und die Ferkelnuss (Carya glabra). Die Hickory-Arten wurden v.a. wegen ihres wertvollen Holzes in frühere forstliche Versuchsanbauten aufgenommen. Hickory-Holz ist schwer, hart wie Eichenholz und elastisch wie Eschenholz. Im Außenbau ist es allerdings nicht widerstandsfähig und fault rasch. Im Forstlichen Versuchsgarten Grafrath stehen etliche über 120-jährige und auch jüngere Exemplare der Schindelrindigen Hickory, die dort auch regelmäßig fruktifizieren. Bemerkenswert ist neben der namensgebenden abblätternden Borke auch die goldgelbe Herbstfärbung. Die typischen Borkenritzen dieser Hickory-Art werden vom Kleiber als Schmiede genutzt, um dort die harten Samenkerne der Eibe aufzumeißeln und den Inhalt zu verzehren (Abb. 4). Während andere Vogelarten, z.B. Amseln und Drosseln, sich nur für das rote Fruchtfleisch, den Arillus, interessieren, will der Kleiber die Samenkerne der Eibe verzehren.
Literatur
- Rollenbeck, (2014): Carya illinoiensis – Pekan, Pekannnussbaum, Jahrb. Bochum. Bot. Ver.
- Lüdders, P. (2004): Pekannuss (Carya illinoinensis) – Botanik, Anbau und Verwendung einer subtropischen Obstart mit Zukunft, Erwerbs-Obstbau 46, S. 52–58
- Nowak, B.; Schulz, B. (2009): Taschenlexikon tropischer Nutzpflanzen und ihrer Früchte, Quelle und Meyer, 635 S.
- Schmidt, O. (2018): Nuss und Mandelkern - Nüsse und Nussbäume näher betrachtet, LWF aktuell Heft 2, S. 53 – 56, LWF-aktuell 2, S.
- Schütt, P./Lang, U. (2006): Carya illinoiensis, Enzyklopädie der Holzgewächse III – 2, S. 1 - 7
- Trueb, L. (1997): Pekannüsse. Naturwiss. Rundschau, Heft 4, S. 141 – 144
- Trueb, L. (1999): Früchte und Nüsse aus aller Welt, Hirzel-Verlag, 274 S.





