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Artikel

Autor(en): Sandra Collin
Redaktion: FVA, Deutschland
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Schäden durch Trockenheit

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Trockenrisse und Frosttrocknis sind Schadbilder, die bei Wassermangel im Wald auftreten können. Was sind die Ursachen und welche Maßnahmen helfen bei erkanntem Risiko?

Inhalt

Trockenrisse

An Fichtenstangenhölzern kann es nach besonders trockenen Sommern zu Rissbildungen im unteren Stammbereich kommen (Abb. 1). Diese Risse haben eine Länge von wenigen Dezimetern bis zu mehreren Metern. Junge Bestände von ca. 15-30 Jahren sind davon besonders betroffen. Faktoren, die gleichzeitig auch ein überdurchschnittliches Wachstum erlauben, begünstigen gegebenenfalls auch die Rissbildung in sehr trockenen Sommern. Dazu zählen eine mittlere bis gute Nährstoffversorgung und eine gute Bodenfrische, oftmals auch Wechselfeuchte. Ein generelles Problem dieser Böden ist ihr Quellen und Schwinden.

Starke Austrocknung bedingt hier zwangsläufig Wurzelabrisse, die Eintrittspforten für Pilze sind. Dies ist auch bei den auf diesen Standorten angebauten Eichen zu beobachten (Mondringe im Holz am Stock). Bei Trockenheit ist das im Stamm enthaltene Wasser eine Transpirationsreserve, wird diese aufgebraucht, schwindet sein Umfang, was zu Rissen führen kann. Bei schnellwachsenden Baumarten mit leichtem Holz ist dies häufiger der Fall. Die aufgerissenen Fichten werden zumeist mit Bläuepilzen und Rotfäuleerregern infiziert.

     
Trockenrisse an Fichte im unteren Stammbereich Jahrringe mit Trockenrissen an Fichte Trockenrissen an Fichte
Abb. 1: Trockenrisse an Fichte am unteren Stammbereich. Abb. 2: Jahrringe mit Trockenrissen. Abb. 3: Trockenrisse an Fichten. (Alle Fotos: FVA/Metzler)
Maßnahmen bei erkanntem Risiko

Das Risiko der Trockenrissbildung kann nach Untersuchungen der FVA durch schwächere Durchforstungen und höhere Baumzahlen nicht wesentlich verringert werden. Auch andere Versuche führen zu dem Schluss, dass waldbauliche Eingriffe nicht im Vordergrund stehen. Auf Standorten mit latenter Trockenrissgefahr, sollte ein Wechsel zu geeigneten Baumarten wie Buche, Esche oder Bergahorn, zumindest aber eine stärkere Beimischung dieser Arten, angestrebt werden.

Frosttrocknis

Frosttrocknis ist vor allem im Spätwinter und Frühjahr eine bedeutende Gefahr. Bei oberflächlich gefrorenem Boden und vereisten Leitungsbahnen in Wurzel und Spross (< 2°C) läuft die Transpiration weiter und führt damit zur Verschlechterung der Wasserbilanz der Pflanze. In der verkürzten Vegetationszeit von Höhenlagen (< als drei Monate bei Fichte) vermögen junge Nadeln den kutikulären Transpirationsschutz nur mangelhaft auszubilden, was die winterlichen Wasserverluste verstärkt. Kaliummangel steigert die Anfälligkeit für Frosttrocknis.

Frosttrocknis an Fichte: die jüngsten Nadeln vertrocknen zuerst.
Abb. 4: Frosttrocknis an Fichte: die jüngsten Nadeln vertrocknen zuerst. (Foto: Waldschutz Schweiz, WSL)

Die Verdunstung wird durch Sonne und Wind noch verstärkt. Was folgt ist Rötung und Nadelschütte bei Fichte, Tanne, Douglasie und Bergkiefer. Frostgefährdete Lagen sind generell exponierte Nord- und Osthänge sowie kalte und abflusslose Plateaulagen. Kühl-feuchte Grasdecken (Pfeifengras und Drahtschmiele), die die Erwärmung des Bodens hemmen und durch Verdunstung zusätzlich kühlen sowie Plätze, an denen sich kalte schwere Luft sammelt und nicht abfließen kann, sind Risikostandorte für Frosttrocknis.

Maßnahmen bei erkanntem Risiko

An Risikostandorten sollen grundsätzlich frostharte Baumarten bzw. Rassen oder Herkünfte angebaut sowie Grasdecken beseitigt werden. Um die Bildung von Kaltluftseen zu verhindern, müssen einerseits Hindernisse, die den Abfluss stören beseitigt, beziehungsweise der Zufluss von Kaltluft durch Frostriegel (Hecken) verhindert werden.

Quellen

  • Klädtke, J.; Metzler, M.; Hernandez, M. (2004): Trockenrisse an Fichten AFZ/Der Wald 59, 680-682.
  • Altenkirch, W. et al. (2002): Waldschutz – auf ökologischer Grundlage. S. 235-238. Eugen Ulmer GmbH & Co., Stuttgart.

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