Der Klimawandel ist ein Hauptthema unserer Zeit. Es ist erwiesen, dass das Klima wärmer geworden ist und höchstwahrscheinlich wird die Temperatur weiter zunehmen. Die Auswirkungen sind vielfältig. Das Ausmass derselben ist jedoch unsicher, weil wir die Höhe des zukünftigen Temperaturanstieges nicht kennen.

Der Wald ist von der Klimaänderung besonders betroffen. Wie die Vergangenheit zeigt, sind es vor allem Stürme und die damit verbundenen Borkenkäfer-Massenvermehrungen, welche in unseren Waldungen verheerende Schäden anrichten. Die prognostizierte zunehmende Sommertrockenheit dürfte den Stress der Bäume erhöhen und sie somit anfälliger gegenüber Schädlingen und Pathogenen machen.

    Andreas Roloff und Britt Grundmann, Institut für Forstbotanik und Forstzoologie der Technischen Universität Dreseden, haben 47 Baumarten aufgrund von 36 schriftlichen Arbeiten im Hinblick auf Trockenresistenz und Frosthärte bewertet. In der untenstehenden Tabelle sind davon zwanzig der wichtigsten Baumarten zusammengestellt. Sie sind vier unterschiedlich mit Wasser versorgten Standorten von nass bis sehr trocken zugeordnet. Die Wertung reicht von sehr gut geeignet bis nicht geeignet und gilt für Wälder in Tieflagen bis mittlere Berglagen.

    Quelle: Roloff, A.; Grundmann, B. (2009). Bewertung von Waldbaumarten anhand der KlimaArtenMatrix. AFZ/Der Wald, 63/20: 1086-1088.

    Für trockene bis sehr trockene Böden gelten also folgende Arten als geeignet:

    Sehr gut geeignet sind:
    • Waldföhre
    • Traubeneiche
    • Spitzahorn
    • Feldahorn
    • Hagebuche
    • Winterlinde
    • Hängebirke
    • Kirschbaum
     
    Gut geeignet sind:
    • Lärche
    • Stieleiche
    • Bergahorn
    • Sommerlinde
    • Nussbaum
     

    Die Buche als wichtigste Baumart der natürlichen Waldgesellschaften der Tief- und der Berglagen erträgt Trockenheit nur bedingt, und der "Brotbaum" Fichte ist für trockene bis sehr trockene Standorte ungeeignet. Die Fichte verspricht nur bei ziemlich frischem bis frischem Boden gutes Gedeihen. Weisstanne und Douglasie eignen sich zusätzlich auch für mässig trockene Waldstandorte und haben damit einen grösseren Standortsbereich mit guten Wachstumschancen als die Rotttanne.

    Selbstverständlich ist die Beurteilung der Standorteignung einer Baumart allein aufgrund der Wasserversorgung einseitig und ungenügend. Zahlreiche weitere Einflüsse und Abhängigkeiten sind zu berücksichtigen. Besonders zu begrüssen wäre, wenn auch die Widerstandskraft gegenüber Stürmen im Detail besser bekannt wäre. Die gute Kenntnis der Trockenresistenz zusammen mit der Sturmfestigkeit würde helfen, bei der Waldverjüngung und Mischungsregulierung die geeigneten Baumarten zu begünstigen und damit grossen Schäden vorzubeugen oder zum mindesten diese möglichst einzuschränken.

    (TR)