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Artikel

Autor(en): Ulrich Wasem, Roland Engesser, Ursula Heiniger, Josef Senn
Redaktion: WSL, Schweiz
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Der Weisse Schneeschimmel (Phacidium infestans)

Der Weisse Schneeschimmel ist auch unter den Namen Arvenschneepilz oder Schneeschütte bekannt. In der Alpenregion befällt diese Pilzkrankheit nur die Arve (Pinus cembra). Die Bäume sind besonders in den Jugendjahren durch diese Krankheit gefährdet. Primär werden die Nadeln befallen.

Befall mit weissem Schneeschimmel
Abb. 1 - Der Weisse Schneeschimmel befällt nur Bäumchen oder Äste, die im Winter vom Schnee bedeckt waren.
Foto: Ulrich Wasem (WSL)
 

Für die Entwicklung des Pilzes ist eine Schneebedeckung notwendig. An eingeschneiten kleinen Arven oder auf schneebedeckten Ästen grösserer Bäume findet der Pilz die erforderlichen Wachstumsbedingungen. In Aufforstungen kann Befall durch die Schneeschütte zu Totalausfall führen, besonders bei zu engen Pflanzenabständen. Es können selbst die vitalsten Bäume infiziert werden. Auch in natürlich verjüngten Arvengruppen beobachtet man gelegentlich auffällige Schneeschütte-Nester.

Kleine Bäume, die im Winter vollständig vom Schnee bedeckt waren, sterben häufig schon nach einmaligem Befall ab. Grössere Exemplare können je nach Schneesituation mehrmals befallen werden und schliesslich als Folge der Schwächung an anderen Ursachen eingehen. Die Nadeln fallen erst einen Sommer später von den Pflanzen. Oft treiben als Kompensation auf den Stress schlafende Knospen aus. Danach werden in der Regel die kleinen Nadelbüschel erneut vom Arvenschneepilz befallen.

Bekämpfungsmassnahmen

Gegen den Weissen Schneeschimmel exisitiert keine sichere und sinnvolle Bekämpfungsmethode. Auch durch das Abschneiden von befallenen Pflanzen und Zweigen kann die Pilzkrankheit nicht entscheidend zurückgedrängt werden. Einzig durch Vermeiden von grossflächigen, dichten Pflanzungen und durch eine zeitliche Staffelung der Pflanzung kann das Befallsrisiko vermindert werden.

Arvenzweig Arvennadeln Arvennadel  
Abb. 2 - Dieses Krankheitsbild wird nach der Schneeschmelze sichtbar. Die absterbenden Nadeln haben im Frühjahr eine braun-rote Färbung und erhalten im Verlaufe des Sommers die typisch hellgraue Farbe. Abb. 3 - Die Fruchtkörper (Apothecien) sind als dunkelbraune bis schwarze Punkte unter der Nadelepidermis sichtbar. Abb. 4 - Die Fruchtkörper reifen in den Sommermonaten, öffnen sich im Spätherbst und entlassen die einzelligen Ascosporen noch vor dem Einschneien. Die Pilzsporen werden durch den Wind verbreitet.
 
 
Fotos: WSL
 
       

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