In Österreich ist der erste forstliche Zusammenschluss, vor mehr als 30 Jahren als Selbsthilfeorganisation zum Zweck der Pappelholzvermarktung entstanden. Für den Export wurden die regional angefallenen Kleinmengen zu Großeinheiten gebündelt.

Eine WWG kann als freiwilliger privatrechtlicher, forstwirtschaftlicher Zusammenschluss von Waldbesitzerinnen und Waldbesitzern, mit dem vorrangigen Zweck der gemeinschaftlichen Holzvermarktung der anfallenden Holzmenge angesehen werden. Im Rahmen der Waldverbände in Österreich sind aktuell 145 Waldwirtschaftsgemeinschaften aktiv. Je nach dem wie die Waldverbände in den Bundesländern entstanden sind, spielen WWG eine größere oder kleinere Rolle.

145 Waldwirtschaftsgemeinschaften im Waldverband Österreich
BurgenlandKärntenNiederösterreichOberösterreichSalzburgSteiermarkTirolVorarlbergSumme
12958005601145

Sinn und Zweck einer WWG

Forstliche Zusammenschlüsse unterstützen vor allem bei der Bewirtschaftung von Klein- und Kleinstwaldflächen sowie bei der Planung und Durchführung von Holzernteeinsätzen. Die gemeinschaftliche Holzvermarktung – Bündelung der regional anfallenden zumeist kleinen Holzmengen zu Großeinheiten – bietet auch Klein- und Kleinstwaldbetrieben die Möglichkeit am internationalen Holzmarkt teilzunehmen. Durch die gemeinschaftliche Holzvermarktung wird in der Regel für Großmengen auch eine höhere Wertschöpfung erzielt. Die Selbstbestimmung der Mitglieder steht im Vordergrund, ein Andienungszwang besteht nicht. 

Ein weiterer Vorteil der Gemeinschaft ist die überbetriebliche Maschinenauslastung bzw. Nutzung. Durch das gegenseitige Aushelfen werden die Maschinen besser und effizienter genutzt und die Arbeit erleichtert. So werden z.B. Waldpflegemaßnahmen wie Kultur- und Dickungspflege, Durchforstungen sowie Schlägerungs- und Bringungsarbeiten betriebsübergreifend durchgeführt. Dadurch können die Holzerntekosten deutlich gesenkt werden.

Bei regelmäßigen WWG-Treffen oder „Stammtischen“, wird über den Holzmarkt informiert und diskutiert, Entwicklungsmöglichkeiten besprochen, sowie Meinungen und Erfahrungen ausgetauscht. Die Weiterbildung der Mitglieder ist für jede WWG wichtig. Gemeinsame Exkursionen zu Betrieben oder zu Fachmessen sowie Seminare und Vorträge vermittelt fachliches Wissen.

Rundschreiben, Info-Broschüren oder Mitgliederzeitungen bringen regelmäßig Neuigkeiten und forstliches Fachwissen zu den Mitgliedern. Forstliche Zusammenschlüsse bieten mitunter auch die Möglichkeit von gemeinschaftlichen Betriebsmitteleinkäufe wie z.B. Forstpflanzen oder eine Waldbrandversicherung.

Aufgaben der WWG:

  • Beratung der Mitglieder in Kooperation mit der Landwirtschaftskammer
  • Planung und Organisation von Waldbewirtschaftungsmaßnahmen und Erstellung von Waldwirtschaftsplänen
  • Durchführung von Schlägerung, Aufforstung, Durchforstung, Pflegemaßnahmen
  • Bündelung von Holzmengen und gemeinschaftliche Holzvermarktung
  • Öffentlichkeitsarbeit in Form allgemeiner Informationsveranstaltungen
  • Informations- und Erfahrungsaustausch

Ziele der WWG

  • Bestmögliche Holzvermarktung für die Mitglieder
  • Kundenorientierte und gebündelte Holzversorgung der Abnehmer
  • Gemeinschaftlicher Betriebsmitteleinkauf
  • Steigerung der forstwirtschaftlichen Wertschöpfung
  • Erhöhung des forstlichen Wissensstandes der Mitglieder durch Weiterbildungsmaßnahmen
  • Bewusstseinsbildung durch Öffentlichkeitsarbeit

Best-practice Beispiele

Waldwirtschaftsgemeinschaften, die im Einflussbereich der Waldverbände agieren sind beispielgebend. Besonders hervorzuheben sind die Staatspreisträger für beispielhafte Waldwirtschaft der Sonderkategorie Kooperationen, der seit dem Jahr 2000 vergeben wird.

Kontakt

Waldverband Österreich,
Schauflergasse 6, 1014 Wien, Österreich
waldverband@lk-oe.at
www.waldverband.at