Die Handelsfirma Interforst aus Zeltweg vertreibt die in Slowenien erzeugte Seilwinde SW-E 6000. Die Seilwinde wurde im Rahmen eines Vergleichstests geprüft (Informationen zur Prüfmethode, Tipps für den Kauf).

Bewertungstabelle für Seilwinde Interforst SW-E 6000
PlusBreites Bremsband
Unterlenkerbolzenfixierung
Schutz bei der oberen Umlenkrolle
Hydraulikmanometer
Zapfwellenablage
Einstellschraube für Trommelnachlauf
Seitliche Führungen für Unterlenkermontage
Druckspeicher
Plus/minusEinsicht zu Trommel
MinusKettenhaken
Lage des Steckers für das Bedienkabel

Konstruktion und praktische Erkenntnisse

Die Interforst SW-E 6000 ist als hydraulische Winde mit Eigenversorgung konstruiert. Die Ölpumpe wird von der Zapfwelle angetrieben. Über ein Untersetzungsgetriebe und Ketten wird im Weiteren die Seiltrommel angetrieben. Der erzeugte Öldruck steht durch die Verwendung eines Druckspeichers auch noch zur Verfügung, wenn die Zapfwelle nicht mehr eingeschaltet ist (vgl. Abbildung rechts) – die Windenbremse lässt sich noch öffnen. Der Systemdruck lässt sich auf dem installierten Manometer ablesen. Die Kupplungsbetätigung erfolgt über einen Ringzylinder.

Die Winde weist ein günstiges Verhältnis von Trommelbreite zu Abstand von Seiltrommel zur oberen Umlenkrolle auf. Das wird vor allem durch die schmale Trommel von 14,5 cm erreicht, was einem der kleinsten Werte aller getesteten Winden entspricht. Dies ist auch die Grundlage für das gute Spulverhalten des Seiles. Um ein entsprechendes Seilfassungsvermögen zu erreichen, hat die Seiltrommel einen großen Außendurchmesser. Damit ist allerdings auch ein Zugkraftverlust von der innersten zur äußersten Seillage von über 50 % verbunden.

Die Seileinlaufhöhe an der oberen Umlenkrolle ist im Vergleich zu anderen Winden niedrig. Die Umlenkrolle selbst ist gegen unbeabsichtigtes Hineingreifen gut durch eine großzügige Abdeckung geschützt. Das Seileinlegen in die untere Umlenkrolle ist einfach gelöst (Abbildung rechts). Die Winde lässt viel Freiraum zum Traktor hin und weist den größten Abstand von Unterlenkerauge zur Rückeschildunterkante auf. Das Anbauen der Winde wird durch die Abrundungen an der Windenunterseite für die Unterlenkermontage erleichtert. Die Fixierung der Unterlenkerbolzen ist bedienerfreundlich von der Außenseite möglich. Die Befestigung der Unterlenker ist hoch, wodurch eine geringere Hubhöhe erzielt wird. Die Winde sollte im angebauten Zustand ca. 20° nach hinten geneigt sein.

Die Steckdose für die Kabelbedienung ist an der Außenseite der Steuereinheit montiert und sitzt auf der rechten Seite der Winde. Bedingt durch den komfortableren Linksausstieg bei den meisten Traktoren wird die Winde im Regelfall von der linken Traktorseite aus bedient.

Die scharfen seitlichen Kanten am Windenschild stellen bei der Lastfahrt und beim Lagern eine Gefahr der Holzverletzung dar. Das Rückeschild hat eine gute Form. Die untere Umlenkrolle lässt sich nicht in der Höhe verstellen, das Seil ist einfach einzulegen.

Das Betriebshandbuch ist einfach gehalten, einige Zeichnungen untermalen den Text. Als Wartungspunkte sind das Abschmieren von vier Schmiernippeln alle 15 bis 20 Betriebsstunden, Schmierung der Antriebskette alle 40 Betriebsstunden und ein Ölwechsel nach 600 (und in weiterer Folge alle 1000) Betriebsstunden vorgesehen. Die Erklärung des Spannens der Antriebskette und der Bremseneinstellung wird in der Betriebsanleitung mit einer etwas unklaren Zeichnung dargestellt.

Dauerbelastungstest

Die Interforst-Winde ist eine von den wenigen Winden, die ohne jegliche Konstruktionsänderung die angegebenen Zugkräfte auch ausgehalten hat. Sie hat den Dauerbelastungstest in Wieselburg ohne irgendein Vorkommnis abgeschlossen.