Wald-Boden-Weiterbildung am BFW

Das Institut für Waldökologie und Boden des BFW hat in den letzten Jahren zahlreiche Schwerpunkte gesetzt, um das wichtige Thema Waldböden aufzubereiten. Für Forstexpertinnen und -experten ist es selbstverständlich, dass der Boden das Produktionskapital des heimischen Waldes ist und durch die Bewirtschaftungsmethoden stark beeinflusst werden kann. Für fachferne Personen gilt es, die Aufmerksamkeit auf den Boden, seine Bedeutung für den Menschen, wichtige Stoffkreisläufe und seine Vielfalt zu lenken.

Anhand aktueller Themen wie zum Beispiel "Nährstoffmanagement am Standort und Ernte von Biomasse" oder "Standortseignung der Douglasie" werden wichtige Indikatoren zur Standortsdiagnose vorgestellt: etwa das C/N-Verhältnis, das wichtige Aussagen zur Umsetzung der organischen Substanz liefert, oder die Basensättigung, welche Hinweise zur Pflanzenverfügbarkeit wichtiger Nährelemente gibt, oder der Carbonatgehalt des Bodens als wesentlicher Faktor für die Baumartenwahl.

Zu fundierter Standort­ein­schätzung anleiten

Praxisorientierte Informationen zur Bewertung von Analysewerten ("Was bedeutet eine Basensättigung von 35 %?") vermitteln wichtige Kenntnisse über Baumarteneignung auf unterschied­lichen Standorten oder die Besonder­heiten von Waldböden. Im Vordergrund steht bei den Seminaren aber, mit ein­fachen Methoden im Gelände und den verschiedenen vorliegenden Informa­tionen selbstständig zu einer fundierten Einschätzung eines Standortes zu ge­langen.

Sie bewirtschaften einen Wald und brauchen standortspezifische Beratung? Die Expertinnen und Experten des BFW bieten Ihnen Beratung am Waldstandort an. Mögliche Lösungsansätze für Ihre konkreten Fragestellungen, wie Baum­artenwahl, Bestandesmelioration und weitere Fragen werden gemeinsam erarbeitet.

Die Bestseller: Waldbödenfächer & Zeigerpflanzen

Eine wesentliche Grundlage für den Schutz und die optimale Nutzung bildet das Erkennen und Verstehen der wichtigsten Waldbodentypen und ihrer spezifischen Eigenschaften. Das Institut für Waldökologie und Boden des BFW hat zu diesem Zweck soeben einen handlichen Bestimmungsfächer für den Einsatz im Wald herausgebracht, mit dem die 20 wichtigsten Waldbodentypen Österreichs auf einfache und leicht verständliche Art erkennbar gemacht werden sollen. Der Bestimmungsfächer richtet sich an WaldbewirtschafterInnen, StudentInnen und Lehrende ebenso, wie an alle an der Natur und am Wald Interessierten. 

Dass Waldpflanzen alles über ihren Standort wissen, erklärt die gleichnamige Broschüre. Die Bodenvegetation in Wäldern kann eine gute Auskunft über die Nährstoff-, Wasser- und Wärmeverhältnisse eines Standorts geben und damit nützliche Informationen für die Wahl geeigneter Baumarten liefern. Mithilfe der Broschüre können sich Waldbewirtschafter:in informieren, wie sie Zeigerpflanzen nutzen können.

Der Bestimmungsfächer, die Broschüre über Zeigerpflanzen und weitere Publikationen zum Waldboden sind über den BFW-Webshop bestellbar.

Wissensvermittlung mit unterschiedlichen Mitteln

Der Waldbodenlehrpfad Taferlklause in Oberösterreich gilt als gelungenes Beispiel dafür, das Wissen über die Waldböden und ihre Funktionen verschiedenen Gruppen zu vermitteln (Homepage des Bodenlehrpfads).

Die zahlreichen Besucherinnen und Besucher mit sehr unterschiedlichem Zugang, wie Touristen, Tagesausflüglerinnen, Kindergrupppen, an Natur Interessierte und Forstpraktikerinnen, beweisen dies: So findet etwa ein Teil der Vorbereitungsseminare zur forstlichen Staatsprüfungen für den leitenden Forstdienst am Bodenlehrpfad, Lehrausgänge bei der Ausbildung zum Forstwirtschaftsmeister und Exkursionen des Österreichischen Forstvereins statt.

Auch das Modul "Waldböden" im Rahmen der Ausbildung zur Waldpädagogin oder zum Waldpädagogen, Führungen für Biologielehrer und fachwissenschaftliche Exkursionen bedienen sich des Waldbodenlehrpfades. Neben der "üblichen" Ausstattung, nämlich Schautafeln und Bodenprofilen, steht eine Vielzahl von Medien zur Verfügung: An das Fachpublikum richtet sich eine Broschüre, die wissen­schaftliche Beschreibungen der Standorte und der Bodenprofile sowie die Daten der chemischen Bodenana­lysen enthält.

Ein Audioführer, der über QR-Code auf mobile Geräte geladen werden kann, vermittelt in Form von Inter­views mit Experten zusätzliche Infor­mationen über Landschaft, Forstwirtschaft und Standorte. Auch ein virtueller Rundgang am Bodenlehrpfad ist mit Hilfe einer interaktiven DVD möglich.

Abgerundet wird das Angebot durch eine Homepage, über die sämtliche Informationen zugänglich und herunterladbar sind und die über aktuelle Veranstaltungen am Bodenlehrpfad informiert. Der Waldbodenlehrpfad Taferlklause wurde vom BFW in Zusammen­arbeit mit dem Amt der Oberösterreichischen Landesregierung, Abteilung Umweltschutz, dem Österreichischen Forstverein, den Österreichischen Bundes­forsten und der österreichischen Bodenkundlichen Gesellschaft errichtet.

Boden begreifen

Im Bereich der Waldpädagogik wird im Rahmen des Ausbildungs-Moduls C der Workshop "Boden be-greifen" angeboten, welcher zusammen mit Expertinnen und Experten der Österreichischen Bodenkundlichen Gesellschaft entwickelt wurde.

Dieses Angebot ermöglicht es, Waldpädagoginnen und -pädagogen, sich Wissen über Waldböden, deren Funktionen und Eigenschaften anzueignen. Es wird ein Spektrum ganz unterschiedlicher interessanter Fragen beantwortet, zum Beispiel: Wie lange dauert es, bis ein Boden entsteht? Wie viel Wasser kann ein Boden speichern? Welche Tiere leben im Waldboden?

Besonders wichtig ist es auch, Methoden zu vermitteln, sodass das Wissen in Form von Experimenten und Spielen in den Verlauf von waldpädagogischen Führungen eingebaut werden kann. Gefragt ist hier sowohl die Be­stimmung wichtiger Bodenlebewesen von den bekannten wie dem Maulwurf, den Regenwürmern oder den Asseln ausgehend, zu den eher unbekannten wie den Springschwänzen, dem Bär­tierchen oder dem Pseudoskorpion. Dafür stehen Bestimmungsschlüssel zur Verfügung, die auch dem Nicht-Bodenzoologen eine sichere Bestimmung garantieren.

Besonderen Spaß macht es, die Tiere pantomimisch darzustellen und dann über Fressketten "Wer frisst wen" den Zugang zu Nahrungskreisläufen zu schaffen.

Bodenschwerpunkte bei PR-Veranstaltungen

An Schülerinnen und Schüler richten sich neben den Boden-Workshops ("Boden macht Schule") auch zahlreiche andere Veranstaltungen zum Thema: Seit einigen Jahren gibt es im Rahmen des Tages der offenen Tür am BFW einen Bodenschwerpunkt: Hier können die Kinder nach Herzenslust im Boden wühlen und dabei Bodentiere und verschiedene Bodeneigenschaften entdecken.

Es ist möglich, der Kreativität freien Lauf zu lassen, mit Boden zu formen und zu malen, oder aber als zukünftige Wissenschaftlerin die Boden­eigenschaften mit Unterstützung von Boden­­experten selbst zu erforschen. Eine bodenkundliche Schnitzeljagd, an deren Ende nach richtiger Beantwortung von Fragen über den Wald und über den Boden die Hebung eines vergrabenen Schatzes steht, bildet für viele einen Höhe­punkt.

Ähnliche Programme bietet das BFW zusammen mit der Österreichischen Boden­kundlichen Gesellschaft, dem Umweltbundesamt und der Agentur für Gesundheit und Ernährungssicherheit (AGES) an: Jedes Jahr im Tiergarten Schönbrunn bei der Schulaktionswoche in der letzten Schulwoche und bei den Artenschutz­tagen in den Sommerferien, bei der Garten­baumesse Tulln oder im Rahmen des Wiener Ferienspiels.