Die Wälder sind eine der bedeutendsten Quellen für unsere Geschichte. Unter dem dichten Bewuchs gut geschützt haben sich über Jahrtausende die unterschiedlichsten Bodendenkmäler erhalten. Bis heute sind die Relikte von Siedlungen, Bestattungsplätzen, Befestigungsanlagen, Landwirtschaft und Industrie im Wald gut erkennbar. Zu dem reichen Denkmalbestand in unseren Wäldern zählen berühmte historische Stätten wie das UNESCO-Weltkulturerbe Limes, mächtige Burgruinen, prähistorische Höhlen und bronzezeitliche Grabhügel, aber auch auf den ersten Blick weniger leicht erkennbare Reste von Wegen, Äckern und früher industrieller Tätigkeit, wie z.B. die Glashütten oder die Köhlerplätze. Allen diesen Denkmälern gemeinsam ist ihre große historische Aussagekraft. Dieses Kulturgut gilt es auch für zukünftige Generationen zu bewahren.

Der Waldbesitzer hat es in der Hand

Eine Gefährdung der Bodendenkmäler kann jedoch von der Forstwirtschaft bei unsachgemäßem Einsatz schwerer Maschinen ausgehen. Wälle und Gräben, Grabhügel und alte Wege können dabei beschädigt oder komplett verebnet werden. Eine schonende Waldwirtschaft, und hierbei vor allem ein behutsamer Maschineneinsatz, ist der beste Schutz für die Bodendenkmäler. Waldbesitzer und Forstleute sind bereit ihren Beitrag zum Erhalt der alten Anlagen zu leisten. Aber oft wissen sie nichts über die Existenz von Bodendenkmälern auf der von Ihnen bearbeiteten Fläche. Hier setzt diese Broschüre ein. Sie will das Interesse an den archäologischen Denkmälern wecken und ein Bewusstsein für ihre historische Bedeutung und die Notwendigkeit ihres Erhalts vermitteln.

Um dies zu verwirklichen, ist die enge Zusammenarbeit von Forstwirtschaft und Denkmalpflege wichtig. Dabei ist es das gemeinsame Ziel, vor Ort Lösungen zu finden, die sowohl denkmalverträglich sind als auch die ungehinderte Durchführung wald- und forstwirtschaftlicher Maßnahmen erlauben. Mit der vorliegenden Broschüre erhalten Sie Informationen zu den unterschiedlichen Formen von Denkmälern im Wald, aber auch zu den Problemen, die zu einer Gefährdung dieser Denkmäler führen.

Bodendenkmäler sind aus kultureller, wissenschaftlicher und touristischer Sicht unbedingt erhaltenswert. Sie gehören zur historischen Kulturlandschaft, prägen das Aussehen einer Region aus historischer Wurzel und wirken damit identitätsstiftend. Geschützt und für die Erholung genutzt werden können sie jedoch nur, wenn sie bekannt sind. Dazu will diese Broschüre beitragen – über die Grenzen Bayerns hinaus.

 

Ein Archiv der Menschheitsgeschichte

Unsere Wälder sind reich an Denkmälern: Grabhügel, der Limes, mittelalterliche Burgen, sowie Relikte neuzeitlicher Industrie u.a. haben sich hier erhalten. Seit vielen Jahrtausenden sind Wälder ein sicherer Schutz für Bodendenkmäler.

Aber diese Denkmäler sind bedroht. Unkontrollierter Maschineneinsatz und illegale Ausgrabungen stellen eine große Gefährdung für dieses Kulturgut dar. Um diese geschichtlichen Waldorte für kommende Generationen zu sichern, ist eine enge Zusammenarbeit von Forstwirtschaft und Denkmalpflege erforderlich.

Diese Broschüre will das Wissen über den kulturellen Reichtum der Wälder bekannt machen und Interesse daran wecken.

Denn der beste Schutz für unsere Denkmäler ist das Wissen über ihre geschichtliche Bedeutung, ihr Aussehen und ihre Lage.

Denn nur was man kennt, schätzt man, und nur was man schätzt, schützt man.

 

Ergänzung

Die Broschüre "In Boden und Stein – Denkmäler im Wald" kann als PDF (3,6 MB) heruntergeladen oder beim Online-Bestellservice der Bayerischen Landesanstalt für Wald und Forstwirtschaft (LWF) kostenlos bestellt werde.