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Stefan Tretter

LWF

Bayerische Landesanstalt
für Wald und Forstwirtschaft

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Autor(en): Redaktion waldwissen.net – LWF
Redaktion: LWF, Deutschland
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LWF-Merkblatt Nr. 31 – Spätfrostschäden – erkennen und vermeiden

Gerade April und Mai, bisweilen auch der Juni, sind prädestinierte Monate für Spätfrostschäden. Diese führen oft zu unerwünschten Wuchsformen. Diese Schäden lassen sich verringern, wenn man die gefährdeten Bereiche und Baumarten kennt.

erfrorener Eichentrieb
Abb. 1: Dieser Eichentrieb erfror in der Frostnacht des 4. Mai 2011 auf einer Kahlfläche (Foto: P. Dimke).

Frost kann zu verschiedenen Schäden an Waldbäumen führen. Er verursacht z.B. Erfrierungen an Trieben, Aufplatzen der Rinde, Holzrisse, Wassermangel und Entwurzelung von Baumsämlingen. Am häufigsten erfrieren frische Triebe von Verjüngungspflanzen, wenn im Frühjahr Spätfröste auftreten. Durch die Wahl geeigneter Baumarten und waldbauliche Maßnahmen lassen sich Frostschäden teilweise vermeiden.

Spätfrost

Frühjahr: Die Tage werden wieder länger, die Temperaturen steigen allmählich; und in der Natur sprießen die ersten Blätter. Die jungen Triebe an Laub- und Nadelbäumen sind noch empfindlich, auch gegenüber Frost. Aber gerade im Frühling kann es nochmal kalt werden – vor allem in der Nacht. Dann kann es zu den typischen Spätfrostschäden kommen: Die frischen Triebe erfrieren. Meist überleben die Bäume diesen Schaden zwar, beim nächsten Neuaustrieb kommt es aber häufig zu wertmindernder Zwieselbildung und Grobästigkeit.

Besonders hoch ist die Spätfrostgefahr auf Kahlflächen in Strahlungsnächten und in sogenannten Kaltluftseen. Meist erfrieren die frischen Triebe von Verjüngungspflanzen, da tiefere Luftschichten stärker abkühlen als in mehreren Metern Höhe.

Spätfrostempfindlichkeit verschiedener Baumarten

Nicht nur der Standort ist ausschlaggebend dafür, ob Spätfrostschäden entstehen, auch die Baumart ist entscheidend. So sind Pionierbaumarten oder Baumarten, deren natürliches Verbreitungsgebiet in kalten Regionen und Hochlagen liegt, besonders unempfindlich. Selbst innerhalb einer Baumart gibt es unterschiedlich robuste Lokalrassen (Herkünfte).

Grad der Gefährdung Baumarten
1 – sehr gering Eberesche (Vogelbeere), Grauerle, Sandbirke, Moorbirke, Schwarzkiefer, Waldkiefer, Weymouthskiefer (Strobe), Zirbelkiefer, Zitterpappel (Aspe), Zuckerahorn
2 – gering bis mäßig Bergahorn, Bergulme, Europäische Lärche, Japanische Lärche, Feldahorn, Feldulme, Flatterulme, Gemeine Eibe, Gemeine Fichte, Mehlbeere, Robinie (Scheinakazie), Roteiche, Schwarzerle, Silberweide, Stieleiche, Winterlinde
3 – erhöht Douglasie, Elsbeere, Flaumeiche, Hainbuche, Hybridnuss, Paulownia (Blauglockenbaum), Schwarzpappel, Sommerlinde, Speierling, Spitzahorn, Traubeneiche, Traubenkirsche Vogelkirsche, Wildbirne
4 – groß Edelkastanie, Gemeine Esche, Gemeine Walnuss, Küstentanne, Rosskastanie, Rotbuche, Schwarznuss, Weißtanne, Wildapfel

Frostschäden verringern

Reif zeigt Kaltluftsee
Abb. 2: Der Reif zeigt, dass die Lufttemperatur nur in der Geländemulde unter den Gefrierpunkt sank (Foto: H. Fritschi).

Kaltluft verhält sich wie Flüssigkeit, sie fließt Hänge hinab und bildet auf Verebnungen und in Geländesenken Kaltluftseen. In diesen Bereichen sollten vorrangig spätfrosttolerante Baumarten verwendet werden. Zudem dämpft ein lockerer Schirm von Altbäumen die nächtliche Abkühlung. Auf Kahlflächen ist die Gefahr von Spätfrostschäden besonders groß. Hier können die erwünschten Baumarten im Schutz der Pionierbaumarten verjüngt werden.

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