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Autor(en): Raurica Waldholz AG
Redaktion: WSL, Schweiz
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Wie viel Holz ist im Polter?

Polter
Abb. 1 - Wie viel Holz liegt da ungefähr und wie viel Schnitzel lassen sich daraus herstellen?
Foto: Raurica Waldholz AG
 

Für die Ermittlung des ungefähren Wertes und um die Logistik besser planen zu können, sollte die in einem Polter vorhandene Energieholzmenge sowie die daraus herstellbare Menge an Hackschnitzeln möglichst genau bekannt sein. Messen kann man dies allerdings nur mit (zu) grossem Aufwand. Gesucht sind deshalb praktikable Schätzmethoden.

Falsch eingeschätzte Energieholz-Polter verursachen höhere Logistikkosten und verunsichern die Lieferanten, ob genü­gend Holz bereitgestellt und ob wirklich alles Holz abgerechnet wurde. Deshalb wurde von der Raurica Waldholz AG eine Studie in Auftrag gegeben, mit dem Ziel, herauszufinden, ob es zuverläs­sige Methoden zur Volumenschätzung von Poltern und der daraus herstellbaren Hackschnitzelmengen gibt.

An einer Sit­zung zum Erfahrungsaustausch mit Liefe­ranten und Dienstleistern wurde dieses Problem angesprochen und die verschie­denen heutigen Aufnahmemethoden der Nordwestschweizer Förster aufgenom­men. In der Vergangenheit kam es dies­bezüglich bei der Versorgungsplanung des HKW Basel nie zu Problemen, jedoch zu logistischen Herausforderungen für die Hack- und Transportunternehmer.

In seiner Studie wurde Datenmaterial der Raurica Waldholz AG und des Holz­kraftwerks Basel über die geschätzten und tatsächlich gelieferten Holzmengen einer grösseren Anzahl von Energieholz­lieferungen verglichen. Untersucht wurden ausge­wählte Daten aus dem Jahr 2009. Das in der Studie berücksichtigte Gesamtvolumen der Hackschnitzel wurde von den Lieferanten auf rund 20'368 Srm geschätzt, und betrug in Wirklichkeit ca. 20'742 Srm. Diese erstaunlich kleine Abweichung darf aber nicht darüber hinwegtäuschen, dass bei den einzelnen Lieferungen sehr grosse Schätzfehler von bis weit über 50% vorkamen!

Die Falsch­schätzungen liessen sich im praktischen Betrieb zwar ausgleichen, so dass das HWK immer genügend Brennstoff vorrätig hatte, doch war dies mit einem erheblichen organisatorischen Aufwand verbunden. Die Daten legen nahe, dass im Allge­meinen die Schätzfehler bei grösseren Poltern grösser sind als bei kleineren. Ab­weichungen gab es auch von Betrieb zu Betrieb; manche Betriebe neigten also entweder konstant zum Über- oder aber zum Unterschätzen der zu erwartenden Hackschnitzelmenge. Deshalb kann eine generelle und allgemein gültige Korrek­tur der Schätzmengen nach oben oder unten nicht zum Ziel führen.

Beim Erfahrungsaustausch zwischen den Revierleitern, Unternehmern und der Raurica Waldholz AG kristallisierten sich die folgenden in der Praxis gebräuchlichen Verfahren zur Schätzung der Hack­schnitzelmengen heraus:

A)  Hackschnitzelmenge in Srm3 = Volumen des Polters (Höhe × Länge × Tiefe) × 0,6
B)  Hackschnitzelmenge in Srm3 = Volumen des Polters (Höhe × Länge × Tiefe) × 0,4
C)  Hackschnitzelmenge in Srm3 = Volumen des Polters (Höhe × Länge × Tiefe)
D)  Hackschnitzelmenge in Srm3 = Höhe × Länge des Polters × 5.

Als Alternative wurde eine eigene, genauere Formel zur Berechnung der Holzhaufen aufgestellt, die das Verhältnis von Laub- zu Nadelholz wie auch den Derbholzanteil berücksichtigt:

E)  Hackschnitzelmenge in Srm3 = Volu­men des Polters (Höhe × Länge × Tiefe) × 0,5 × (%-Anteil Nadelholz × 0,8 + %-Anteil Laubholz × 0,6) × (%-Anteil Derbholz x 0,7 + %-Anteil Reisig × 0,5) × 2,8. 


Die Schätzmethoden wurden anhand der vorhandenen Datensätze auf ihre Ge­nauigkeit hin überprüft. Die Verfahren A und E erzielten auf die Gesamtsumme bezogen recht gute Ergebnisse mit weni­ger als 10% Abweichung zur tatsächlich gelieferten Menge. Dabei erwies sich Ver­fahren A insbesondere bei der Anwen­dung für Poltergrössen bis 200 m3 als recht genau, wohingegen Verfahren B bei Poltern zwischen 200 m3 und 1000 m3 gute Ergebnisse liefert. Als weniger ge­eignet stellten sich die Verfahren C und D heraus, welche keine Reduktionsfaktoren berücksichtigen.

Mit dem Verfahren E konnten zwar bis auf wenige Ausnahmen nur durchschnitt­lich genaue Ergebnisse erzielt werden. Die Gesamtabweichung jedoch betrug nur 9%; insgesamt lieferte Verfahren E somit die genauesten Resultate. Die For­mel ist allerdings noch nicht der Weisheit letzter Schluss, vermutlich besteht noch Spielraum für Verbesserungen und An­passungen. Da die Polter im Lauf der Zeit zusammensacken, müsste beispielsweise auch die Zeit zwischen der Polterung und dem Schätzzeitpunkt einfliessen. Auch der Aufrüstungsgrad des Holzes wird bei den bisherigen Methoden nicht berück­sichtigt, und bei der Hackschnitzelmenge könnte es je nach Maschine/Verfahren ebenfalls noch Unterschiede geben.

  • Dieser Beitrag entstand in Zusammenarbeit mit der Zeitschrift Wald und Holz.

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Kontakt

  • Raurica Waldholz AG
  • Grammetstrasse 14
  • CH-4410 Liestal
  • Tel: +41 61 922 04 64
  • E-Mail: info @ rauricawald.ch 

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