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Dr. Michael Englisch

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Bundesforschungszentrum für Wald
Institut für Waldökologie und Boden
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Artikel

Autor(en): Michael Englisch (BFW), Sigrid Schwarz (Umweltbundesamt)
Redaktion: BFW, Österreich
Kommentare: Artikel hat 0 Kommentare
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Waldböden – nur etwas für Spezialisten?

Wald-Boden-Weiterbildung am BFW

Das Institut für Waldökologie und Boden des BFW hat in den letzten Jahren zahl­reiche Schwerpunkte ge­setzt, um das wichtige Thema Waldböden aufzubereiten. Für Forstexpertinnen und -experten ist es selbstverständlich, dass der Boden das Produktionskapital des heimischen Waldes ist und durch die Bewirtschaftungsmethoden stark beeinflusst werden kann. Für fachferne Personen gilt es, die Auf­merksamkeit auf den Boden, seine Bedeutung für den Menschen, wichtige Stoffkreisläufe und seine Vielfalt zu lenken.

Angewandtes Lernen am Standort
Vor Ort, im Wald, lassen sich Dinge anschaulicher erklären

Speziell für Forstpraktiker entwickelt, gibt es ein- bis zweitägige Seminare zum Thema Waldstandort und Waldböden: Ziel ist es hier, genau jenes Wissen in kompakter Form weiter zu geben, das in der Praxis für Beratung und Bewirtschaftung benötigt wird (Forstliche Ausbildungsstätte Ort/Gmunden des BFW, Forstliche Ausbildungsstätte Ossiach des BFW .

Anhand aktueller Themen wie zum Beispiel "Nährstoffmanagement am Standort und Ernte von Biomasse" oder "Standortseignung der Douglasie" werden wichtige Indikatoren zur Standortsdiagnose vorgestellt: etwa das C/N-Verhältnis, das wichtige Aussagen zur Umsetzung der organischen Substanz liefert, oder die Basensättigung, welche Hinweise zur Pflanzenverfügbarkeit wichtiger Nährelemente gibt, oder der Carbonatgehalt des Bodens als wesentlicher Faktor für die Baumartenwahl.

Zu fundierter Standort­ein­schätzung anleiten

Praxisorientierte Informationen zur Bewertung  von Analysewerten ("Was bedeutet eine Basensättigung von 35 %?") vermitteln wichtige Kenntnisse über Baumarteneignung auf unterschied­lichen Standorten oder die Besonder­heiten von Waldböden. Im Vordergrund steht bei den Seminaren aber, mit ein­fachen Methoden im Gelände und den verschiedenen vorliegenden Informa­tionen selbstständig zu einer fundierten Einschätzung eines Standortes zu ge­langen.

Sie bewirtschaften einen Wald und brauchen standortspezifische Beratung? Die Expertinnen und Experten des BFW bieten Ihnen Beratung am Waldstandort an. Mögliche Lösungsansätze für Ihre konkreten Fragestellungen, wie Baum­artenwahl, Bestandesmelioration und weitere Fragen werden gemeinsam  erarbeitet.

Der Bestseller: Buch über Waldböden

Das unter der Federführung des BFW und unter Mitarbeit deutscher und schweizerischer Fachkollegen entstandene Buch "Waldböden: Ein Bildatlas der wichtigsten Bodentypen aus Österreich, Deutschland und der Schweiz" richtet sich an ein naturwissenschaftlich interessiertes Publikum (Bestellmöglichkeit im BFW-Bookshop). Es werden die maßgeblichen Bodentypen anhand von Kurzportraits und mit umfassenden Daten zu über 40 Bodenmerkmalen vorgestellt, anschaulich aufbereitet und interpretiert. Zusammen mit Kommentaren zum Baumwachstum und zur Waldbewirtschaftung werden wertvolle Hinweise für die Praxis geliefert.

In Planung ist ein "Bodenfächer", der nach dem Vorbild der erfolgreichen Raupen- und Baumpilzfächer das Bestimmen von Waldböden erlaubt und wichtige Eigenschaften in übersichtlicher Form darstellt.

Bei "Bruno Braunerde und die Bodentypen", einem Konzept aus Schottland und der Schweiz, das von der Österreichischen Bodenkundlichen Gesellschaft für Österreich adaptiert wurde, wird dies über die Vermenschlichung unterschiedlicher Bodentypen versucht.

Wissensvermittlung mit unterschiedlichen Mitteln

Der Waldbodenlehrpfad Taferlklause in Oberösterreich gilt als gelungenes Beispiel dafür, das Wissen über die Waldböden und ihre Funktionen verschiedenen Gruppen zu vermitteln (Homepage des Bodenlehrpfads).

Audioguide des Waldbodenlehrpfades Taferlklause
QR-Code scannen und schon können Sie den Audioguide anhören

Die zahlreichen Besucherinnen und Besucher mit sehr unterschiedlichem Zugang, wie Touristen, Tagesausflüglerinnen, Kindergrupppen, an Natur Interessierte und Forstpraktikerinnen, beweisen dies: So findet etwa ein Teil der Vorbereitungsseminare zur forstlichen Staatsprüfungen für den leitenden Forstdienst am Bodenlehrpfad, Lehrausgänge bei der Ausbildung zum Forstwirtschaftsmeister und Exkursionen des Österreichischen Forstvereins statt.

Auch das Modul "Waldböden" im Rahmen der Ausbildung zur Waldpädagogin oder zum Waldpädagogen, Führungen für Biologielehrer und fachwissenschaftliche Exkursionen bedienen sich des Waldbodenlehrpfades. Neben der "üblichen" Ausstattung, nämlich Schautafeln und Bodenprofilen, steht eine Vielzahl von Medien zur Verfügung: An das Fachpublikum richtet sich eine Broschüre, die wissen­schaftliche Beschreibungen der Standorte und der Bodenprofile sowie die Daten der chemischen Bodenana­lysen enthält.

Ein Audioführer, der über QR-Code auf mobile Geräte geladen werden kann, vermittelt in Form von Inter­views mit Experten zusätzliche Infor­mationen über Landschaft, Forstwirtschaft und Standorte. Auch ein virtueller Rundgang am Bodenlehrpfad ist mit Hilfe einer interaktiven DVD möglich.

Abgerundet wird das Angebot durch eine Homepage, über die sämtliche Informationen zugänglich und herunterladbar sind und die über aktuelle Veranstaltungen am Bodenlehrpfad informiert. Der Waldbodenlehrpfad Taferlklause wurde vom BFW in Zusammen­arbeit mit dem Amt der Oberösterreichischen Landesregierung, Abteilung Umweltschutz, dem Österreichischen Forstverein, den Österreichischen Bundes­forsten und der österreichischen Bodenkundlichen Gesellschaft errichtet.

Boden begreifen

Im Bereich der Waldpädagogik wird im Rahmen des Ausbildungs-Moduls C der Workshop "Boden be-greifen" angeboten, welcher zusammen mit Expertinnen und Experten der Österreichischen Bodenkundlichen Gesellschaft entwickelt wurde.

Dieses Angebot ermöglicht es, Waldpädagoginnen und -pädagogen, sich Wissen über Waldböden, deren Funktionen und Eigenschaften anzueignen. Es wird ein Spektrum ganz unterschiedlicher interessanter Fragen beantwortet, zum Beispiel: Wie lange dauert es, bis ein Boden entsteht? Wie viel Wasser kann ein Boden speichern? Welche Tiere leben im Waldboden?

Kind wühlt im Boden (Foto:BFW/C. Lackner)
Im Boden nach Tieren suchen

Besonders wichtig ist es auch, Methoden zu vermitteln, sodass das Wissen in Form von Experimenten und Spielen in den Verlauf von waldpädagogischen Führungen eingebaut werden kann. Gefragt ist hier sowohl die Be­stimmung wichtiger Bodenlebewesen von den bekannten wie dem Maulwurf, den Regenwürmern oder den Asseln ausgehend, zu den eher unbekannten wie den Springschwänzen, dem Bär­tierchen oder dem Pseudoskorpion. Dafür stehen Bestimmungsschlüssel zur Verfügung, die auch dem Nicht-Bodenzoologen eine sichere Bestimmung garantieren.

Besonderen Spaß macht es, die Tiere pantomimisch darzustellen und dann über Fressketten "Wer frisst wen" den Zugang zu Nahrungskreisläufen zu schaffen.

Bodenschwerpunkte bei PR-Veranstaltungen

Kinder versuchen, das Schmeterlingsraupenquiz zu lösen
Kniffelig: das Schmetterlingsraupenquiz

An Schülerinnen und Schüler richten sich neben den Boden-Workshops ("Boden macht Schule") auch zahlreiche andere Veranstaltungen zum Thema: Seit einigen Jahren gibt es im Rahmen des Tages der offenen Tür am BFW einen Bodenschwerpunkt: Hier können die Kinder nach Herzenslust im Boden wühlen und dabei Bodentiere und verschiedene Bodeneigenschaften entdecken.

Es ist möglich, der Kreativität freien Lauf zu lassen, mit Boden zu formen und zu malen, oder aber als zukünftige Wissenschaftlerin die Boden­eigenschaften mit Unterstützung von Boden­­experten selbst zu erforschen. Eine bodenkundliche Schnitzeljagd, an deren Ende nach richtiger Beantwortung von Fragen über den Wald und über den Boden die Hebung eines vergrabenen Schatzes steht, bildet für viele einen Höhe­punkt.

Ähnliche Programme bietet das BFW zusammen mit der Österreichischen Boden­kundlichen Gesellschaft, dem Umweltbundesamt und der Agentur für Gesundheit und Ernährungssicherheit (AGES) an: Jedes Jahr im Tiergarten Schönbrunn bei der Schulaktionswoche in der letzten Schulwoche und bei den Artenschutz­tagen in den Sommerferien, bei der Garten­baumesse Tulln oder im Rahmen des Wiener Ferienspiels.

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