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Dr. Udo Hans Sauter

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Forstliche Versuchs- und Forschungsanstalt Baden-Württemberg (FVA)
Abteilungsleiter Waldnutzung

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Autor(en): Udo Hans Sauter
Redaktion: FVA, Deutschland
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Douglasie – Eine Holzart mit Potenzial

Einheimisches Douglasienholz ist für eine Vielzahl von Verwendungen geeignet
Abb. 1: Einheimisches Douglasienholz ist für eine Vielzahl von Verwendungen geeignet.
(Foto: FVA/Weidner)

Nach über 100 Jahren forstlichen Douglasienanbaus in Deutschland kann der Holzindustrie alle Rundholzsortimente vom Schwachholz bis zu wertvollem Starkholz sehr großer Dimensionen bereitgestellt werden. Allerdings betragen die gegenwärtigen Vorräte und Nutzungen der Douglasie nur einen Bruchteil der Vorräte und Nutzungen der Fichte.

Regionaler Markt für Douglasienholz

Douglasienholz spielt daher am Markt bisher nur regional eine größere Rolle. Neben der klassischen Verwendung als Konstruktionsholz findet es aufgrund seiner Eigenschaften vor allem in speziellen Einsatzbereichen Verwendung wie zum Beispiel bei Dielenböden, die größte Dimensionen verlangen, oder etwa im Bereich gut bezahlter Masten. Das Holz hat gegenüber anderen Nadelhölzern einige wesentliche Vorteile, erfordert aber gleichzeitig besondere Kenntnisse bei der Verarbeitung und Verwendung. So hat sich mittlerweile eine Reihe von Betrieben auf diese Holzart spezialisiert. In jüngerer Zeit gibt es aber auch Verarbeiter, die schwaches und mittelstarkes Rundholz in modernen Sägewerken zu Schnittholz für den Massenmarkt einschneiden. Insgesamt bestehen für die Verwendung große Potenziale.

Erntefestmaß o.R. nach BWI2 (alte Bundesländer)
Abb. 2: Erntefestmaß o.R. nach BWI2 (alte Bundesländer).

Holzmerkmale und technologische Eigenschaften

Das einheimische Douglasienholz zeigt eine weit größere Variabilität der qualitätsbestimmenden Holzmerkmale und technologischen Eigenschaften, als es bei allen anderen unserer wirtschaftlich bedeutenden Nadelhölzern zu beobachten ist. In einer Analyse der technologischen Eigenschaften des Holzes an erntereifen Douglasien aus Baden-Württemberg (Sauter 1992) zeigte das untersuchte Schnittholz in Form von Kanthölzern und Brettlamellen als Mittelwerte je Schnittholzquerschnitt Jahrringbreiten zwischen 1,5 und 8,2 mm. Im Mittel der untersuchten Kollektive lagen die Werte bei moderaten 4 mm. Die Jahrringbreite des Holzes darf als Weiser wichtiger qualitätsbestimmender Holzeigenschaften gesehen werden. In der Regel geht mit weitringigem Holz eine niedrige Holzdichte einher.

Es überrascht somit nicht, dass die Holzdichte des gleichen Schnittholzes über den Querschnitt der Stämme und aus drei für die Douglasie typischen Stammhöhen entnommen ebenfalls in einem weiten Wertebereich von 0,38 bis 0,68 g/cm³ für darrtrockenes Holz schwankt. Dabei bleiben die Spitzenwerte durch die praxisnahe Untersuchung von Schnittholz in verwendungstypischen Dimensionen an beiden Enden der Werteskala noch verdeckt. Im Mittel liegt die Holzdichte bei 0,52 g/cm³ und damit erheblich über derjenigen von durchschnittlichem Fichten- und Tannenholz derselben Region. Das hohe Dichteniveau des Douglasienholzes im Vergleich zu anderen wirtschaftlich bedeutenden Wirtschaftsbaumarten haben auch Jozsa und Middleton (1994) summarisch für kanadische Verhältnisse aufgezeigt.

Tab. 1: Eigenschaften des Douglasienholzes.
Quelle Holzdichte (bei 12% Feuchte)
kg/m3
Statisches Elastizitätsmodul
N/mm2
Biegefestigkeit
N/mm2
Zugfestigkeit (Lamellen)
N/mm2
Fischer 1994
(n=415)
471 10.603 27,1 -
Glos et al. 1995 [10]
(n=165)
501 - - -
Glos et al. 1995
(n=268)
488 16.357 36,9 -
Sauter 1992
(n=393)
506 12.576 24,7 42,3
(n=129, s=25,5)
Pelz et al. 1998
(n=115)
438
(s=33)
9.158
(s=2.824)
18,1
(s=7,4)
22,9
(n=116, s=10,03)

Astigkeit

Neben der Holzdichte bestimmt vor allem die Ausprägung der Äste die mechanischen Eigenschaften des Douglasienholzes. Auch hier überspannt das einheimische Douglasienholz einen Wertebereich zwischen kleinsten und größten auf der Schnittholzoberfläche nach Schnittholznorm DIN 4074 messbaren relevanten Astdurchmessern von rund 70 mm. Im Mittel liegen die Astdurchmesser zwischen 20 und 40 mm, im Extremfall aber bis zu 90 mm.

Beide für die mechanischen Eigenschaften entscheidenden Holzmerkmale, Holzdichte und Ästigkeit, werden zu einem hohen Ausmaß durch die unterschiedlichen Wachstumsbedingungen geprägt. Damit kommt, neben Standortswahl und Provenienz, der Bestandeserziehung, insbesondere der Steuerung der Standraumverhältnisse des Einzelbaumes, für die Produktion qualitativ hochwertigen Douglasienholzes herausragende Bedeutung zu.

Insgesamt ist das einheimische Douglasienholz durch sehr gute mechanische Eigenschaften bei Biege- und Zugbelastungen gekennzeichnet, wie sie bei typischen Beanspruchungen als verbautes Konstruktionsholz, als solides Kantholz, oder Brettschichtholzträger auftreten. Verursacht durch eine im Vergleich zu den anderen Nadelholzarten hohe Holzdichte erreicht das Douglasienschnittholz trotz vergleichbar hoher Astdimensionen hohe Tragfähigkeitswerte und kann in der Regel besseren Tragfähigkeitsklassen zugeordnet werden. Dieser Umstand erlangt höchste Relevanz dadurch, dass damit vergleichbar niedrige bzw. schlanke Schnittholzquerschnitte bei gegebener Astigkeit realisiert werden können. Mit dieser Eigenschaft kommt das Douglasienholz gerade modernen Holzbaukonstruktionen entgegen.

Juveniles Holz

Es gibt aber auch Risiken: Schnelles Jugendwachstum führt zu breiten Jahrringen im Kern und somit zu hohen Anteilen juvenilen Holzes im geernteten Rundholz. Etwa 20 Jahrringe um die Markröhre herum werden bei der Douglasie dem juvenilen Holz zugeschrieben. Der negative Einfluss juvenilen Holzes auf die mechanischen Eigenschaften beeinträchtigt in nicht vernachlässigbarer Weise die Eignung des Douglasienschnittholzes für Konstruktionszwecke. Diese Effekte können durch die in Marknähe typischerweise geringen Astdimensionen nicht immer kompensiert werden.

Automatisierte Sortierung notwendig

Die Sortierung des Schnittholzes nach der Tragfähigkeit (DIN 4074) sollte heute unbedingt durch Sortierautomaten erfolgen. Bei Anwendung der zulässigen visuellen Schnittholzsortierung können die Tragfähigkeitspotenziale des Douglasienholzes nicht optimal ausgenutzt werden; Sortiermaschinen können unter anderem auch die grundsätzlich hohen Rohdichten sicher erkennen, was zusammengefasst zu wirtschaftlich bedeutsamer (Wert-)Ausbeutesteigerung führt.

Verwendungsmöglichkeiten

Neben den beschriebenen Verwendungen im Konstruktionsholzbereich ist einheimisches Douglasienholz beliebt und geeignet für eine Vielzahl weiterer Verwendungen. Beispiele sind der stetig wachsende Bereich Fassaden, Balkon, Carport sowie Garten- und Landschaftsholz. Aber auch im Innenausbau findet einheimisches Douglasienholz zunehmend Verwendung in Form von Dielen, Fensterkanteln und Wandverkleidungen.

Literatur

  • Sauter, U.H. (1992): Technologische Holzeigenschaften der Douglasie (Pseudotsuga menziesii (Mirb.) Franco) als Ausprägung unterschiedlicher Wachstumsbedingungen. Dissertation an der Forstwissenschaftlichen Fakultät der Universität Freiburg.

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