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Autor(en): Redaktion waldwissen.net – LWF
Redaktion: LWF, Deutschland
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Quirlige Flieger im frischen Buchen-Grün

Die Weibchen verstecken sich tagsüber und die Männchen sind so flott unterwegs, dass man sich beeilen muss, einen Blick auf sie zu erhaschen. Zudem leben die für den Buchenwald typischen Falter nur wenige Tage.

Falter des Nagelflecks
Abb. 1: Der unstete Nagelfleck - erwischt im Buchenwald (Foto: R. Fath)
 
 
Raupe des Nagelflecks
Abb. 2: Junge Nagelfleck-Raupe mit gegabelten Fortsätzen (Foto: Archiv LWF)
 
 
Unterseite der Flügel
Abb. 3: Die Unterseite der Flügel ist unscheinbarer als die Oberseite, der T-förmige, weiße Kern der Augen ist dennoch gut zu erkennen (Foto: R. Fath).

Laubaustrieb im Buchenwald. Wo die Buche dominiert, sind zu dieser Zeit die Wälder in ein sattes gelbgrün getaucht. Schaut man genauer hin, lassen sich in dieser Zeit oft große gelb-braune Falter beobachten. Sie zu entdecken ist nicht ganz einfach, denn sie sausen in schnellem Zickzackflug dicht über dem Boden durch die Wälder. Es sind die Männchen des Nagelflecks oder Hammerschmieds (Aglia tau), die nach paarungswilligen, lockenden Weibchen suchen.

Nur wenige Tage

Der 50 bis 85 mm große Nagelfleck gehört zur Familie der Pfauenspinner (Saturniidae). Die etwas größeren Weibchen sind nacht- und dämmerungsaktiv; sie locken die Männchen mit Pheromonen an. Die kleineren Männchen fliegen sowohl in der Nacht als auch am Tag auf der Suche nach den Weibchen gaukelnd durch den Buchenwald. Hilfreich sind den Männchen dabei die im Unterschied zu den Weibchen stark gefiederten Fühler, mit denen sie die weiblichen Pheromone auf große Distanz wahrnehmen können. Der Nagelfleck ist ein charakteristischer Begleiter zentraleuropäischer Buchenwälder.

Auf jedem der sandfarbenen Flügel befindet sich ein großer dunkler Augenfleck mit einem weißen, T-förmigen Kern. Die Männchen sind deutlich kräftiger gefärbt. Die Falter haben keine Mundwerkzeuge. Daher können sie keine Nahrung aufnehmen und leben auch nur wenige Tage. Sie fliegen in einer Generation und sind von Mitte März bis Anfang Juni zu sehen, meist dann, wenn die Buchen beginnen auszutreiben.

Grün mit schrumpfenden Fortsätzen

Nach der Paarung legt das Weibchen die rotbraunen, flach ovalen Eier einzeln oder in kleinen Gruppen an Zweigen ab. Daraus schlüpfen die Raupen, die sich zunächst einen Ruheplatz unter einem Blatt suchen und dort ein feines Gespinst befestigen. In dieses Gespinst ziehen sie sich in den Fresspausen zurück. Die Raupen sind von Juni bis August an ihren Futterpflanzen zu finden. Futterpflanze ist in erster Linie die Rotbuche, sie ernähren sich aber auch gerne von Linde, Hängebirke, Stieleiche und anderen Laubbäumen.

Die Raupen sind circa 50 mm lang, grün und haben gelbweiße Seitenlinien. In den ersten drei Stadien haben sie mehrere rot und weiß geringelte Fortsätze auf dem Kopf, dem zweiten und dem dritten Segment. Am Hinterleibsende sitzt ein weiterer kurzer, dunkelroter Fortsatz. Diese Fortsätze werden mit jeder Häutung kleiner und fehlen im letzten Larvenstadium ganz. Die Raupen verpuppen sich am Boden in einen lockeren Kokon, wo sie als Puppen überwintern.

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