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Dr. Herbert Borchert

LWF

Bayerische Landesanstalt
für Wald und Forstwirtschaft

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Artikel

Autor(en): Redaktion waldwissen.net – LWF
Redaktion: LWF, Deutschland
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Seilwinde im Privatwald

Seilwinde Front
Seilwinde Heck
Abb. 1: Vorder- und Rückansicht einer Dreipunktanbauwinde (Fotos: Waldbauernschule Kelheim)
 
Begriffsbestimmungen

Holzeinschlag als Hobby – das ist im Privatwald häufig der Fall. Die hier anfallenden Mengen werden oft vom Besitzer selbst geerntet. Technisches Hilfsmittel dabei ist neben der Motorsäge häufig ein Schlepper mit Seilwinde.

Seilwinde: Einsatzbereiche, Anbau, Steuerung

Die Seilwinde ist ein vielseitiges Gerät. Sie kommt in erster Linie beim Rücken bzw. Vorliefern von Holz zum Einsatz. Einen wichtigen Beitrag zur Arbeitssicherheit leistet sie bei der seilunterstützen Fällung oder beim Abziehen von Hängern. Außerdem ist sie beim Sichern und Entzerren von Windwürfen oder windenunterstützen Arbeitsverfahren sehr hilfreich.

Beim Einsatz landwirtschaftlicher Schlepper im Wald, werden in der Regel Dreipunktanbauwinden verwendet (Abb. 1). Für den professionelleren Einsatz gibt es weitere Montagemöglichkeiten für Seilwinden, z.B. Fest- oder Steckanbau am Schlepperheck, oder auch den frontseitigen Festanbau.

Als Faustregel für Dreipunktanbauwinden gilt: Die maximale Windenzugkraft in Kilonewton (kN) liegt nicht über der Motorleistung des Schleppers in Kilowatt (kW). Aber Vorsicht bei sehr leichten aber leistungsstarken Schleppern!

Bei Dreipunktanbauwinden ist eine mechanische oder elektro-hydraulische Steuerung der Windenfunktionen die Regel, letztere ist eine Voraussetzung für den funkferngesteuerten Betrieb.

Seilarbeit ist gefährlich!

Bei der Arbeit mit der Seilwinde passieren leider immer wieder Unfälle. Gefahrenquellen hierbei sind der Seileinzug, die Zapfwelle, der Windenanbau, das Rückeschild, Kette und Kettenzug sowie der Seilzug und vor allem das Seil selbst. Was zu tun ist, um die Gefahr möglichst gering zu halten, steht in den Vorschriften der Landwirtschaftlichen Berufsgenossenschaft. Schutz- und Sicherheitseinrichtungen (Rücklaufsicherung, Bremseinrichtung, Überlastsicherung) müssen funktionsfähig sein. Schutzeinrichtungen an Zapfwelle und Gelenkwelle müssen sich überdecken. Eine jährliche Prüfung durch eine zugelassene Überwachungsstelle oder befähigte Person, deren Ergebnisse schriftlich festgehalten werden, dient dazu, Schäden zu entdecken, zu beheben und einen sicheren Betrieb zu gewährleisten.

Neben den technischen Prüfungen ist, um Unfälle zu vermeiden, auch das Arbeitsverhalten entscheidend. So sollte Alleinarbeit am besten nicht vorkommen. Diese ist nur dann erlaubt, wenn eine Ruf-, Sicht- oder sonstige Verbindung besteht oder wenn in bäuerlichen Betrieben geeignete, sicherheitstechnische Vorkehrungen getroffen wurden. Während des Rückens darf sich niemand im Gefahrenbereich (neben der Last, zwischen Last und Winde, im Gefahrenwinkel der Umlenkung) aufhalten. Der Steuerstand ist so anzuordnen, dass man den Arbeitsvorgang immer beobachten kann.

Arbeiten mit der Seilwinde

Beim Rücken mit der Seilwinde schützt das Schutzgitter den Fahrer vor einem Seilriss und herumfliegenden Teilen. Sichere Standorte des Seilwindenführers sind in der Fahrerkabine, mindestens fünf Meter neben der Seilwinde oder mit einer Funkausrüstung auch auf Höhe des Seilanschlags (Langholz) bzw. hinter der Last (Kurzholz) (Abb. 2). Bei einer Überlastung oder durch Hindernisse kann es zum Ausschlagen des Stammes (vor allem bei Kurzholz), zum Abgleiten des Seils oder zu einem Seilriss kommen. Beim Rücken mit einer Umlenkung besteht zusätzlich die Gefahr, dass die Umlenkrolle bricht oder abreißt. Aus diesem Grund ist der Aufenthalt im Innenwinkel gespannter Seile unzulässig.

Rücken von KurzholzRücken von LangholzRücken mit Umlenkung
Abb. 2: Wo ein sicherer Standort für den Seilwindenführer ist, hängt von der Art der Rückung ab. Sicher ist immer der Platz in der Fahrerkabine (Grafiken: Waldbauernschule Kelheim).

Sicherheit durch die Seilwinde

Bei all den Gefahren kann die Seilwinde aber auch Risiken minimieren, sei es bei der Aufarbeitung von Windwürfen oder beim Abziehen eines Hängers. Bei letzterem wird zunächst die Bruchleiste mit der Motorsäge durchtrennt. Das Rückeseil dann möglichst tief anhängen (sonst Überschlaggefahr). Anschließend kann der Hänger mit der Seilwinde abgezogen werden.

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