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Doris Hölling

Forschungsanstalt WSL

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Artikel

Autor(en): Doris Hölling
Redaktion: WSL, Schweiz
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Buchbesprechung: Vogelarten der Schweiz

Alpendohle auf Futtersuche
Abb. 1 - Alpendohlen beeindrucken durch ihre akrobatischen und geschickten Flugmanöver. Menschen gegenüber sind sie nicht scheu und profitieren so oft vom Picknick der Bergwanderer.

Foto: Doris Hölling (WSL)

 
Weissstorch während der Balz
Abb. 2 - Mitte des 20. Jahrhunderts ist der Weiss- storch in der Schweiz als Brutvogel ausgestorben. Dank eines langjährigen Wiederansiedlungsprojekts brüten hierzulande heute wieder etwa 200 Paare.

Foto: Doris Hölling (WSL)

 
Stockente
Abb. 3 - Die anpassungsfähige Stockente ist die Stammform der meisten Hausenten-Rassen und besiedelt Gewässer aller Art. Sie ernährt sich von Pflanzen, Wurzeln, Sämereien, aber auch von Frosch- und Fischlaich.

Foto: Doris Hölling (WSL)

 
Amselgesang
Abb. 4 - Amseln kommen in der ganzen Schweiz vor, lokal sogar bis 2000 m Höhe. Sie sind heute die häufigste Vogelart in Gärten, Parks und Städten.

Foto: Doris Hölling (WSL)

 
Lachmöwe
Abb. 5 - Lachmöwen sind lokal vorkommende Brutvögel des Mittellandes. Ihr Bestand hat seit 1980 massiv abgenommen und die Art gilt hierzulande als stark gefährdet.

Foto: Doris Hölling (WSL)

 
Grünspechte auf Ameisenjagd
Abb. 6 - Grünspechte suchen ihre Nahrung auf dem Boden durch Aufhacken des Erdreichs. Mit ihrer langen klebrigen Zunge holen sie Ameisen, Larven und Puppen von der Erdoberfläche.

Foto: Doris Hölling (WSL)

Das Buch stellt die fast 200 Vogelarten, die regelmässig als Brutvogel, Durchzügler oder Wintergäste in der Schweiz zu beobachten sind, in bebilderten Artporträts vor. Fast ein Drittel der Arten sind dabei auf Waldstrukturen oder Feldgehölze angewiesen.

Menschen fliegen mit hohem technischen und energetischen Aufwand um die ganze Welt. Vögel tun dies auch, aber weitaus effizienter. Ihre Leichtigkeit fasziniert uns Menschen dabei immer wieder. Ihre Flugfähigkeit, die Farben- und Formenvielfalt sowie ihre variationsreichen Lautäusserungen und ihr Geschick beim Nestbau machen Vögel zu einer bei Naturliebhabern beliebten Tiergruppe. Zudem lassen sie sich zu jeder Jahreszeit und in jedem Lebensraum beobachten.

Artenreiche Vogelwelt auf kleinem Raum

Die Schweizer Vogelwelt ist aufgrund der vielen unterschiedlichen Lebensräume, die sich hierzulande auf kleinem Raum aneinanderreihen, äusserst artenreich: Waldarten (Spechte, Kleiber, Waldlaubsänger) und Wasservögel im Mittelland (Lachmöwe, Wasserralle, Nachtreiher), Alpenbewohner (Bartgeier, Steinadler) und spezielle Arten in den südlichen Landesteilen (Nebelkrähe, Italiensperling). Das Buch gibt einen guten Überblick, wer alles wo zu beobachten ist. Manchmal gelingt uns das schon vor der Haustüre im Garten, am nächsten Gewässer oder bei einem Spaziergang durch Wald und Flur, manchmal nur auf einer Gebirgswanderung oder in speziellen Landesteilen oder Lebensräumen. Einige Vogelarten sieht man sogar nur zu ganz bestimmten Jahreszeiten, wenn sie auf ihrem Zug bei uns Rast machen oder hier überwintern wie z.B. die Sichel- und Zwergstrandläufer, Sand- und Kiebitzregenpfeifer, Fischadler, Kornweihe oder Bergfink.

Bewusst sind von den Autoren seltene Brutvögel oder schwer zu beobachtende Arten wie Uhu, Auerhuhn oder Waldschnepfe nicht berücksichtigt worden. Balzari und Gygax konzentrieren sich auf die Arten, die besser zu beobachten sind. Den regelmässig in der Schweiz anzutreffenden Brutvögeln, Durchzüglern oder Wintergästen ist somit mehr Platz eingeräumt worden, um eine möglichst präzise Beschreibung der wichtigsten Erkennungsmerkmale zu geben, die die Bestimmung in der Natur für jeden Natur- und Vogelfreund ermöglicht. Natürlich helfen dabei auch die zahlreichen guten Fotos.

Das Buch beschreibt in den Artporträts – zumeist auf einer Doppelseite - die genauen Bestimmungsmerkmale jeder Art wie Feldkennzeichen, Stimme, Zugverhalten, Nahrung, Verbreitung in Europa und der Schweiz und weist auf ähnliche Arten hin, die zu Verwechslungen führen können. Die Tabelle unter den Fotos ermöglicht, auf einen Blick Angaben zum jahreszeitlichen Auftreten in der Schweiz oder dem Brut- und Zugverhalten der Art zu entnehmen. Im Textteil finden sich dann jeweils noch ergänzende Angaben dazu.

Gefärdung und Schutzmassnahmen

Ausserdem erfährt der Leser im Textblock etwas über den Schutz bzw. die Gefährdung der jeweiligen Vogelart. Diese Angaben richten sich nach der Roten Liste der Brutvögel der Schweiz 2001. Fast 40% der Brutvögel gelten als gefährdet, insbesondere Vögel der Feuchtgebiete und des Kulturlandes. Der Gefährdungsstatus und mögliche Schutzmassnahmen werden im jeweiligen Text noch speziell erläutert. Zahlreiche Farbfotos aus dem Lebensraum ergänzen das Artportät und erleichtern so das Bestimmen. Neben Ganzaufnahmen finden sich je nach Art auch Flugaufnahmen oder Unterschiede im Federkleid von Männchen und Weibchen, Alt- und Jungvögeln sowie Schlicht- und Prachtkleid. Leider ist es manchmal für den Laien etwas schwierig, die Bilder richtig zu interpretieren, da nicht zu jedem Foto eine Bildlegende vorhanden ist, die die Einordnung für Nichtfachleute eindeutiger und Unterschiede schneller erkennbar machen würde.

Einiges Wissenswerte zur Art – spannendes, verblüffendes oder vergnügliches Hintergrundwissen runden den Textteil ab. Lebensweise, Namensgebung, Verhalten, Fakten zur Bestandesgeschichte und Entwicklung sind dort ebenso zu finden wie Hintergründe zum Fortpflanzungsverhalten oder die Aufklärung von Irrtümern. Die Autoren möchten so die Leser zum genaueren Beobachten anregen oder helfen, bestimmte Verhaltensweisen besser zu verstehen oder Vorurteile abbauen.

Den Artporträts vorangestellt, findet der Leser im Eingangsteil Erläuterungen zu den Artbeschreibungen: Jede Rubrik wird kurz erläutert und mit detaillierten erklärenden Fotos ergänzt. Anhand von Fotos werden die verwendeten Begriffe gut und einprägsam illustriert. Besonderen Wert legen die beiden Autoren ausserdem auf die Detailbeschreibung des Gefieders. Themen sind hier neben Mauser, Alters-, Pracht- und Schlichtkleid auch das Jugendgefieder, die Abnutzung der Federn oder Farbvarianten.

Am Ende des Buches folgt noch ein Glossar mit Erklärungen der verwendeten Fachbegriffe sowie Tipps für Interessierte zu weiterführender Literatur und Links im Internet. Ausserdem findet man wichtige Adressen vom Vogelschutz und Naturschutzzentren aus diversen Landesteilen der Schweiz.

Mit seinen detaillierten Angaben und Fotos ist das Buch ein gutes Nachschlagewerk und ein idealer Feldführer und Begleiter bei Spaziergängen und regt zu genaueren Beobachtungen an.

Balzari, C. A., Gygax, A.  (2010)

Vogelarten der Schweiz.

Bestimmungsführer

Hauptverlag, Bern

Preis: 33,90 EUR/49,00 Fr.
Umfang: 400 S.
ISBN:978-3-258-07557-0

Das Buch ist im Buchhandel erhältlich oder kann beim Verlag bestellt werden.

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