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Werner Landolt

Forschungsanstalt WSL

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Artikel

Autor(en): Dionys Hallenbarter, Werner Landolt
Redaktion: WSL, Schweiz
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Chancen und Risiken des Holzasche-Recyclings im Wald

Versuchsweises Ausbringen von Holzasche
Abb. 1 - In einem Feldexperiment haben Forscher während 2 Jahren Holzasche ausgestreut.
Foto: WSL

Mit zunehmender Nutzung von Holz als Brennstoff für Feuerungen fällt immer mehr Holzasche an. Weil diese Asche nährstoffreich ist und Jahrhunderte lange Nutzung den Waldböden viele Nährstoffe entzogen hat, macht Holzasche-Recycling im Wald durchaus Sinn. Neben den Chancen gibt es allerdings auch Risiken.

In den letzen Jahren mehren sich die Hinweise, dass unsere Wälder an vielen Orten mangelhaft mit Nährstoffen versorgt sind. In erster Linie ist das auf eine ungenügende und standortsbedingte Bodenqualität zurückzuführen. Auch die Jahrhunderte lange Nutzung der Wälder hat dem Boden ständig Nährstoffe entzogen. Schliesslich besteht durch die menschlich bedingten Einträge von Stickstoff (Überdüngung) die Gefahr von Nährstoffungleichgewichten.

In den letzten Jahren hat die Nutzung von Holz als natürlich nachwachsender Rohstoff stetig zugenommen. Damit fällt auch immer mehr nährstoffreiche, aber stickstoffarme Holzasche an. In der Schweiz sind das zur Zeit jährlich rund 25'000 Tonnen. Deshalb liegt es aus ökologischen Überlegungen nahe, diese Holzasche dem Wald zurückzuführen. Die Auswirkungen auf die Waldernährung sind jedoch nur schwer abzuschätzen und deshalb kaum bekannt.

In der Schweiz ist es per Waldverordnung verboten, Wälder zu düngen. Ausnahme bilden Feldexperimente wie sie die Forscher der WSL durchgeführt haben. In einem homogenen, 70-jährigen Buchenbestand wurden 4 Düngevarianten erprobt:

  • Holzasche 4000kg/ha
  • Flüssigdünger (ideale Nährlösung)
  • Bewässerung
  • Kontrolle (kein Eingriff)

Die Resultate zeigen, dass sowohl der Einsatz von Flüssigdünger als auch die Holzasche das Wachstum der Bäume vergrösserte - beim Flüssigdünger stärker. Es ergaben sich keine wesentlichen Verschiebungen in den Nährstoffgehalten und der -zusammensetzung. Durch die Düngung verlängerte sich jedoch die Vegetationsperiode bei der Buche im Herbst bis zu zwei Wochen.

Ergebnis-Tabelle
Abb. 2 -  Spezifische Nadeloberfläche (SLA) von 100 Nadeln bei den
4 unterschiedlichen Behandlungen. Die signifikanten Unterschiede
(*p<0.05; **p<0.01; ***p<0.001) beziehen sich auf die Varianten
Flüssigdünger und Kontrolle.

Fazit

Holzasche-Recycling im Wald macht durchaus Sinn, denn es erhöht in sauren Böden die Basensättiung und verringert den Säuregehalt in der Bodenlösung. Die Ascheausbringung schliesst Nährstoffkreisläufe und trägt so zur nachhaltigen Bewirtschaftung von Waldböden bei. Allerdings bestehen Risiken, weil mit der Holzasche Schwermetalle in den Boden eingetragen werden können. Deshalb braucht es zum Holzasche-Recycling zwei Vorbedingungen: Ein strikte Qualitätskontrolle der Asche und eine Lockerung des Düngeverbotes im Wald.

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