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Artikel

Autor(en): Walter Krättli (externer Autor)
Redaktion: WSL, Schweiz
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Lehrgang: Bergwaldmanager/in

Der Verein ARGE Alpenländischer Forstvereine führt seit 2013 für Interessierte aus dem deutschsprachigen Alpenraum einen Lehrgang zum Bergwaldmanger/in durch.

Kursinhalt
Abb. 1 - Kursinhalt - Erkenntnisse - Fragen.
Foto: Mag. Monika B. Arzberger

Chancen eines länderübergreifenden Austausches

1981 war Graubünden Wald eines der Gründungsmitglieder des Vereins ARGE Alpenländischer Forstvereine. Heute besteht er aus 8 Forstvereinen aus 5 Alpenländern. Die Aufgaben dieses internationalen Vereins beschränken sich dabei nicht auf die zu erwartende, reine Branchenarbeit oder Lobbyismus. Mit dem Lehrgang Bergwaldmanager/in besteht auch ein konkretes Angebot für jedes Einzelmitglied. Wie das genau aussieht und wie die Teilnehmenden davon profitieren, dazu gibt Magistra Monika Arzenberger (mehrfache Mitorganisatorin des Lehrgangs) Auskunft.

ARGE Alpenländische Forstvereine

Gründung: 1981, eingetragener Verein seit 2015

Mitglieder: 8 Forstvereine

Zweck: Zwischenstaatlicher Gedankenaustausch, Problemen der Waldbewirtschaftung mit gemeinsamen Lösungsansätzen begegnen

Regelmässige Aktivitäten: Fachtagung alle 3 Jahre,
jährlich Schutzwaldpreis

Infos: www.arge.forstvereine.eu

Lehrgang Bergwaldmanager/in

Kursteilnehmer
Abb. 2 - Lehrgangsteilnehmer während der Kurstage.
Foto: Mag. Monika B. Arzberger

In ihrer täglichen Arbeit erleben Waldfachleute, dass zum Erfolg nicht nur viel forstliches Know-how und Erfahrung gehören, sondern es ist ebenso wichtig, alle Interessensgruppen, die den Wald nutzen möchten, einzubinden. Wie für die Waldbewirtschaftung braucht es auch für die Kommunikation und die Beteiligung der verschiedenen Interessensgruppen das passende Handwerkszeug.

Im Rahmen des INTERREG-Projekts Schutzwaldplattformen/ -foren in Tirol und Bayern (2009-2012) wurde ein Weiterbildungskonzept entwickelt, in dem Forstfachleute nicht nur in der Theorie über Moderation, Partizipation, Umgang mit Konflikten, Projektmanagement und Öffentlichkeitsarbeit reden, sondern das gemeinsam Gelernte in eigenen Praxisprojekten erproben können und dabei kollegiale Unterstützung erfahren.

2010 wurde der erste Lehrgang angeboten. An konkreten Beispielen aus dem Arbeitsalltag im Berg- und Schutzwaldmanagement lernen die Teilnehmenden kommunikative Strategien und der Einsatz vorn partizipativen Verfahren zum Interessensausgleich zwischen den verschiedenen Anspruchsgruppen (Forst, Gemeindeverwaltungen, Waldbesitzer, Tourismus, Wasserwirtschaft, Jagdvertreter, Naturschutz usw.) kennen. Ziel ist es, Wege aufzuzeigen, wie der Informations- und Wissensaustausch gelingen kann, um sich mit allen Beteiligten und Betroffenen über Planungen und Massnahmen in der Bergwaldregion abzustimmen.

Das Konzept des "voneinander, miteinander und übereinander Lernens" und die positiven Rückmeldungen aus den Forstverwaltungen hat auch die ARGE Alpenländische Forstvereine überzeugt und das Weiterbildungskonzept wurde 2011 mit dem Alpinen Schutzwaldpreis ausgezeichnet.

Nach dem Ende des INTEREG-Projekts wurde ein neuer Träger für den modular aufgebauten Lehrgang gesucht. Die ARGE Alpenländische Forstvereine e.V. hat ab 2013 diese Aufgabe übernommen. Im November 2016 haben die Teilnehmenden des  sechste Weiterbildungsjahrgangs aus den deutschsprachigen Alpenregionenmit dem Zertifikat "Bergwaldmanager/in" abgeschlossen. Somit hat sich das Netzwerk der Absolventen auf 104 Personen erweitert.

Inhalte

In insgesamt 7 Lehrgangstagen, verteilt auf 3 Module, werden folgende Inhalte vermittelt:

  • Grundlagen der Beteiligung im ländlichen/öffentlichen Raum
  • Grundlagen der Prozessplanung (Projektmanagement)
  • Grundlagen der Kommunikation und Gruppendynamik
  • Beteiligungsmethoden und –verfahren; grosse Gruppen moderieren
  • Umgang mit Konflikten, Grundlagen der Konfliktmoderation
  • Presse- und Öffentlichkeitsarbeit

Zwischen den 3 Modulen erarbeiten die Teilnehmenden ein konkretes Praxisprojekt und tauschen sich in länderübergreifenden Lernpartnerschaften über den eigenen Arbeitsalltag aus.

Weiterentwicklung

Um das Netzwerk der Bergwaldmanager/innen langfristig zu stärken und den Lehrgang an die sich verändernden Anforderungen der Arbeitgeber anzupassen, wird das Weiterbildungskonzept aktuell weiterentwickelt. Geplant ist, die Fortbildung so zu gestalten, dass neben dem Zertifikat Bergwaldmanager/in auch das europäische CECRA-Zertifikat für Beratung im ländlichen Raum erworben werden kann. Das CECRA-Zertifikat ist ein anerkannter beruflicher Qualifikationsnachweis. 2018 soll das neue Angebot an den Start gehen.

Aktuell

Am 11. Oktober 2017 findet ein Vernetzungstreffen für alle zertifizierten Bergwaldmanager/innen und Interessierten  in Tirol statt.

Am 21. Februar 2018 startet die nächste Ausbildung zum Bergwaldmanager in Innsbruck.

Weitere Informationen finden Sie unter: www.arge.forstvereine.eu bzw. http://www.arge.forstvereine.eu/bergwaldmananger.html.

Dieser Beitrag entstand in Zusammenarbeit mit der Zeitschrift Bündner Wald.

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