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Autor(en): Redaktion waldwissen.net – LWF
Redaktion: LWF, Deutschland
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Schlafende Bäume lassen sich hängen

Bäume sinken in den Schlaf und lassen sich nachts hängen. Das glauben Sie nicht? Forscher aus Finnland und Österreich haben das jetzt bewiesen – mittels Laserscanning.

Laserscan
Abb. 1: Laserscan-Aufnahme schlafender Bäume (Bild: E. Puttonen)

Tag-Nacht-Rhythmus – daran passen sich die meisten Lebewesen an. Das gilt nicht nur für Mensch und Tier, sondern auch für Pflanzen. Sie schließen beispielsweise in der Dämmerung ihre Blüten. Manche Pflanzen verändern nachts auch die Stellung ihrer Blätter. Bis heute wurden solche Veränderungen allerdings nur an kleinen Pflanzen beobachtet – niemand wusste, welches Schlafverhalten große Bäume zeigen.

Schlafende Birken

Nun sind finnische und österreichische Forscher dem "Nickerchen" der Bäume mit Hilfe von Laserscannern auf die Spur gekommen. Im Gegensatz zu Lichtaufnahmen stört das dabei verwendete Infrarot-Licht die Bäume in ihrem Tag-Nacht-Rhythmus nur minimal. Einzelne Punkte auf Birken wurden für Sekundenbruchteile angestrahlt, das Infrarotlicht haben die Blätter reflektiert. Mit dieser Technik kann ein Baum innerhalb von Minuten abgebildet werden, mit einer Auflösung von weniger als einem Zentimeter.

Beobachtet wurden die Test-Bäume in Finnland und in Österreich. Die Versuche fanden nahe an der Tag-Nacht-Gleiche und unter ruhigen Wetterbedingungen ohne Wind und Tau statt. Heraus kamen Zeitserien-Aufnahmen der Birken.

Bäume sinken in den Schlaf

Die Bilder zeigen: Der ganze Baum sinkt in der Nacht zusammen, auch Bäume lassen nachts ihre Zweige einfach mal hängen. Das kann man als Positionsänderung messen. Die Blätter und Zweige sinken dabei kontinuierlich nach unten und erreichend ihre tiefste Position einige Stunden vor Sonnenaufgang. Die Unterschiede betragen dabei bis zu zehn Zentimeter, bevor die Bäume morgens aufwachen und ihre Äste und Blätter wieder "in Position" bringen. Noch offen ist, ob sie dabei von der Sonne aufgeweckt werden oder durch eine innere Uhr.

Schlafmuster der Pflanzen weiter erforschen

Mit Hilfe dieser Methode soll es möglich sein, das Schlafmuster der Pflanzen noch besser zu verstehen. Die Punktewolken aus den Laserscans können nicht nur Daten zu einzelnen Pflanzen, sondern auch zu größeren Bereichen, ganzen Gärten oder Wäldern, liefern.

In einem nächsten Schritt wollen nun die Wissenschaftler die Laserscandaten mit dem Wasserhaushalt der Bäume in Verbindung setzen. So können Rückschlüsse zum Schlafmuster und dem täglichen Wasserverbrauch der Bäume gezogen werden. Wahrscheinlich ist, dass die Bäume ihre Blätter und Zweige aufgrund des fehlenden Wassertransports nicht aufrecht halten können.

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