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Ulrich Wasem

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Störungsökologie
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Artikel

Autor(en): Ulrich Wasem
Redaktion: WSL, Schweiz
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Sämlings- und Wildlingsverpflanzung

Die Verpflanzung von Sämlingen aus dem Pflanzgarten oder von natürlich gewachsenen Bäumchen ist kostengünstig und oft erfolgreich.

Sämlinge
Abb. 1 - Fichtensämlinge unterschiedlicher Herkunft: Tiefland-Provenienz (links) und Hochlagen-Provenienz (rechts).
Foto: Ulrich Wasem (WSL)
 
frisch gepflanzte Arve
Abb. 2 - Frisch gepflanze Arve.
Foto: Ulrich Wasem (WSL)

Verpflanzte Sämlinge wachsen als eine Art "Mini-Nacktwurzler" auch während einem trockenen Frühling gut an. Das Verhältnis zwischen Wurzeln und Spross ist bei kleinen Pflanzen ausgewogener als bei grösseren Pflanzen. Die Sämlinge regenerieren ihre Wurzeln schneller, und der Pflanzschock wird besser überwunden. Diese Kleinpflanzen eignen sich für flachgründige, skelettreiche Böden. Auch in Aufforstungen nahe der oberen Waldgrenze werden gute Anwuchserfolge erzielt.

Wer Sämlinge verwenden will, sollte unbedingt den Vorteil von noch unverkrauteten Verjüngungsflächen ausnützen. Nach Holzschlägen, Windwürfen oder Waldbrand empfiehlt es sich, gleich im darauf folgenden Frühjahr punktuell auf erhöhten Standorten oder um alte Stöcke mit der Sämlingsverpflanzung zu beginnen. Eine lockere und noch nicht verdämmende Vegetation in den ersten Jahren gibt den Sämlinge in der heiklen Anwuchsphase Schatten. Der Pflegeaufwand hängt während dieser Zeit von der Trockenheit und dem Lichteinfluss ab. Die Sämlinge brauchen ähnliche kleinstandörtliche Verhältnisse wie Direktsaaten im Gelände.

Verpflanzen von Wildlingen

Oft ist der Waldboden einige Jahre nach einem Holzschlag oder an Strassenböschungen von Natur aus mit Sämlingen überdeckt. Warum ernten wir nicht vermehrt solche Pflanzen und verpflanzen sie in Aufforstungsflächen, in denen eine natürliche Verjüngung fehlt?

Auswahlkriterien für Wildlinge sind:

  • Höhe ü.M. und Exposition (Provenienz)
  • In genügender Anzahl vorhandenen Naturverjüngung im richtigen Sortiment
  • Tiefgründiger Boden
  • Gute Eigenschaften der noch vorhanden Mutterbäume
Pflanzung nach Waldbrand
Abb. 3 - Auf noch unbewachsenem Boden eignet sich Sämlings- und Wildlingsverpflanzung besonders gut.
Foto: Ulrich Wasem (WSL)

Der Zeitpunkt für das Ausheben der Sämlinge ist unmittelbar nach der Ausaperung oder nach einer längeren Regenperiode. Aus dem nassen Boden lassen sich 15 bis 20 cm grosse Wildlinge besser ziehen als aus trockenem Boden. Zur Bodenlockerung empfiehlt sich ein kleiner Spaten. Einmal ausgehobene Wildlinge sind mit der gleichen Sorgfalt zu behandeln wie herkömmliche Nacktwurzel- Pflanzen.

Mit der Wildlingsverpflanzung erübrigen sich die Samenernte, Pflanzgartenarbeiten und lange Pflanzentransporte. Die Qualität von Wildlingen ist zudem oft besser als diejenige von eventuell überdüngten, aufgeschossenen Bäumen aus einem Forstgarten. Eine geringere Verbissgefährdung und eine grössere Schattentoleranz sind weitere Vorteile.

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