Suche

    
Suche nur in dieser Rubrik

Erweiterte Suche

Kontakt

Ulrich Wasem

Forschungsanstalt WSL

Eidg. Forschungsanstalt WSL
Störungsökologie
Zürcherstrasse 111
CH - 8903 Birmensdorf

Tel: +41 44 739 25 50
Fax: +41 44 739 22 15

Die waldwissen.net-App!

App Waldwissen

Waldwissen Newsletter

Unser Newsletter informiert Sie vier, fünf Mal jährlich per E-Mail über spezielle Beiträge und Waldwissen-Aktivitäten. Ihre E-Mail-Adresse wird lediglich zum Zweck der Zustellung des Newsletters verwendet und nicht an Dritte weitergegeben. Sie können sich jederzeit aus dem Newsletter heraus abmelden oder Ihre Einwilligung per E-Mail an uns widerrufen. Bitte beachten Sie unsere Datenschutzhinweise.

Ihr E-Mail*

Artikel

Autor(en): Ulrich Wasem
Redaktion: WSL, Schweiz
Kommentare: Artikel hat 0 Kommentare
Bewertung: Zu Favoriten Druckansicht 70.070.070.070.070.0 (79)

Aufforsten mit Nacktwurzelpflanzen

Bei dieser traditionellen Pflanzmethode ist grosse Vorsicht geboten, denn die nicht von Erde umschlossenen Feinwurzeln trocknen sehr schnell aus.

Pflanzgarten
Abb. 1 - Verschul-Pflanzen im Forstgarten Rodels.
 
Verpacken der Nacktwurzelpflanzen
Abb. 2 - Zwei Mitarbeiter verpacken die Bäumchen in Frischhaltesäcke. Dies sollte vor dem Austreiben der Bäume geschehen.
 
Fotos: Ulrich Wasem (WSL)

In der Schweiz beträgt der Verbrauch an Nacktwurzelpflanzen, die in Pflanzgärten gezogen werden, jährlich ca. 4-5 Mio. Stück (60% Nadelholz und 40% Laubholz). Die Tendenz ist rückläufig. Im Mittelland wird je zur Hälfte mit Laubholz- und Nadelholz gepflanzt. In den Gebirgswäldern ist das Verhältnis der gepflanzten Bäume 2/3 Nadel- zu 1/3 Laubholz. Bei dieser traditionellen Verjüngungsmethode ist Vorsicht angebracht, denn die nicht von Erde umschlossenen Feinwurzeln trocknen sehr schnell aus.

Bei Nacktwurzlern wird für Gebirgswaldaufforstungen in der Regel das Austreiben der Pflanzen im Frühling um ein bis zwei Monate verzögert. Die Pflanzen hebt man im Frühjahr vor dem Austreiben aus und lagert sie in nicht zu nassem Zustand in speziellen Frischhaltesäcken unter Schnee, in kühlen Kellern oder in einem Kühlhaus. Direkte Sonneneinstrahlung auf die verschnürten Frischhaltesäcke ist tödlich für die Pflanzen.

Darum dürfen zum Beispiel in Schnee eingelagerte Pflanzen unter keinen Umständen ausapern. Ideale Schneelagerungsorte sind Schneelöcher unter Bäumen am Nordhang. Die Forstgärtner liefern Pflanzen aus klimatisierten Räumen zum gleichen Preis und übernehmen damit das Risiko der Zwischenlagerung.

Zwischenlagerung (Pflanzeneinschlag)

Die Nacktwurzelpflanzen sollte man an einem schattigen, feuchten, kühlen, windgeschützten Ort einschlagen bis sie gepflanzt werden. Damit ist es möglich zu verhindern, dass die feinen Wurzeln vertrocknen. Bei längerem Verbleib im Einschlagquartier sollte man die Pflanzenbündel öffnen, um Frischluft-Zirkulation zu ermöglichen. Die auf engstem Raum konzentrierten Pflanzen entziehen dem Boden rasch viel Wasser. Deshalb ist die Vertrockungsgefahr auch während der Zwischenlagerung gross. Weil auch nicht immer genug Regen fällt, müssen die Bäumchen bei Bedarf bewässert werden. Eine regelmässige Kontrolle der eingeschlagenen Pflanzen bewahrt vor unangenehmen Überraschungen.

Auf einen Wurzelschnitt sollte man möglichst verzichten. Auf keinen Fall darf er dazu dienen, die Pflanze einem bestimmten Pflanzverfahren anzupassen.

   
Zwischenlagern der Bäumchen  
Abb. 3 - Die Forstarbeiter "schlagen" die Bäumchen vorübergehend an einem schattigen Standort ein, damit die Feinwurzeln nicht austrocknen.
Foto: Ulrich Wasem (WSL)

 
   

Mehr im Web

Mehr auf waldwissen.net