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Dr. Alwin Janßen

AWG

Bayerisches Amt für Waldgenetik
Forstamtsplatz 1
83317 Teisendorf

Telefon: +49 (8666) / 9883-13
Telefax: +49 (8666) / 9883-30

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Artikel

Autor(en): Albrecht Behm
Redaktion: LWF, Deutschland
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Die Herkunft von Pflanzen ist überprüfbar!

Entwicklung Pflanzenverbrauch Bayerische Staatsforstverwaltung
Abb. 1: Entwicklung des Pflanzenverbrauchs in der Bayerischen Staatsforstverwaltung (Quelle: Jahresberichte der Staatsforstverwaltung).

In Anbetracht dieser Entwicklung regten Vertreter der Baumschulbranche und Verantwortliche der staatlichen Forstverwaltungen in Baden-Württemberg und Bayern neue Wege der Identitätssicherung von forstlichem Vermehrungsgut an. Sie griffen dabei auf eine moderne Technologie der Isoenzymanalyse zurück, die schon wiederholt bei Fragen der Identitätskontrolle erfolgreich eingesetzt worden war.

Die Wahrheit steckt in den Genen

In einem mehrjährigen Probelauf, den süddeutsche Firmen der
Forstsamen- und Pflanzenbranche, das ASP, die Staatsklenge Nagold und die FVAFreiburg gemeinsam durchführten, wurde ein Verfahren entwickelt, in dem jede einzelne Pflanzenpartie mit der ursprünglichen Saatgutpartie verglichen werden kann. Die biochemisch genetischen Verfahren für die einzelnen Baumarten wurden mit Hilfe eines großzügigen Projektes des Bundesministeriums für Bildung und Forschung verfeinert und standardisiert. Das Verfahren nutzt Rückstellproben, die nach festen Regeln ab der Samenernte und während der gesamten Produktion bis zur verkauften Pflanze gewonnen werden. Die lückenlose Dokumentation erfolgt über eine Internet-Datenbank. Zur Qualitätssicherung wird stichprobenweise kontrolliert. Seit dem 15. Februar 2002 ist das Verfahren privatrechtlich in einem Verein organisiert (Näheres dazu im Internet unter http://www.zuef-forstpflanzen.de/. Dieses System der Herkunftskontrolle ist ausgesprochen kostengünstig, belastet es doch die einzelne Pflanze mit weniger als 10 % des bisherigen Listenpreises. Dafür bietet es ein Premiumprodukt bezüglich der Herkunftssicherheit.

Erste Ergebnisse des neuen Kontrollverfahrens Obwohl das Verfahren noch jung ist - seit dem 1. Juli 2004 werden ausschließlich Pflanzen aus dem Echtlauf angeboten - zeichnen sich erste Wirkungen ab.

Cartoon Miraculix

Qualität oder billig?

  • Das Verfahren erzwingt die Einhaltung des FoVG in Sachen Namensechtheit.
  • Rabatte von 50 % und mehr auf die Listenpreise sind auf Dauer nicht mehr möglich.
  • Die produzierenden Betriebe der Baumschulbranche haben gleiche Wettbewerbsbedingungen auch im vergrößerten Binnenmarkt der EU.
  • In steigendem Maße wird der Markt nicht jedes einzelne Sortiment zu jedem Zeitpunkt in jeder Menge liefern können, sofern der Käufer nur "energisch genug" verhandelt.
  • Dies macht dem Käufer bewusst, dass herkunftsgerechte Forstpflanzen, aus denen der Wald seiner Enkel heranwachsen soll, kostbar und wertvoll sind.
  • Dabei wird die Pflanzenbeschaffung nicht einfacher. Bei zunehmendem Qualitätsbewußtsein auf Käuferseite wird aber sicher auch mehr Verständnis, Geduld und Sorgfalt bei der "Adoption der neuen Waldkinder" aufgebracht.

Wird der Waldbesitzer diese Bemühungen honorieren oder kauft er lieber nach dem E-Bay Prinzip ein? Seine Kaufentscheidung bestimmt, ob diese objektive Qualitätssicherung sich auf dem Markt durchsetzen wird oder einer Schnäppchenmentalität zum Opfer fällt. Nachhaltigkeit ist dann allerdings nur mehr eine Worthülse.

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