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Dr. Monika Konnert

ASP

Bayerisches Amt für forstliche Saat- und Pflanzenzucht
Forstamtsplatz 1
83317 Teisendorf

Telefon: +49 (8666) / 9883-13
Telefax: +49 (8666) / 9883-30

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Autor(en): Wolfhard Ruetz
Redaktion: LWF, Deutschland
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Erhaltung und nachhaltige Nutzung forstlicher Genressourcen

Seit 1987 existiert ein bundesweites Konzept zur Erhaltung forstlicher Genressourcen. Es liegt nun in überarbeiteter Form vor und berücksichtigt die internationalen Übereinkommen von Rio de Janeiro (1992) sowie die Ministerkonferenzen von Straßburg (1990), Helsinki (1993) und Lissabon (1998). Ziel des Konzeptes ist es, die Vielfalt der Arten und der Herkünfte zu erhalten, forstliche Genressourcen nachhaltig zu nutzen sowie lebensfähige Populationen gefährdeter Baum- und Straucharten wieder herzustellen. Den Ländern wird empfohlen, eigene Programme unter Berücksichtigung der regionalen Besonderheiten zu erarbeiten.

Grundsätze

Zweig der Eibe (Taxus baccata) mit Früchten
Abb. 1: Eibe (Taxus baccata)
 
 
Zweig des Speierlings (Sorbus domestica) mit Früchten
Abb. 2: Speierling (Sorbus domestica)

Auf der Grundlage der Erfassung und Evaluierung forstlicher Genressourcen werden anhand von Erhaltungswürdigkeit und Erhaltungsdringlichkeit gezielte Maßnahmen vorgestellt. Dabei sind Erhaltungsmaßnahmen vor Ort (In-situ), die in den Forstbetrieb integriert werden können, von besonderer Bedeutung und deshalb zu bevorzugen. Für spezielle Ex-situ-Maßnahmen werden Entscheidungskriterien dargestellt. Der Aspekt der nachhaltigen Nutzung forstlicher Genressourcen wird berücksichtigt.

Umsetzung

  • In-situ-Maßnahmen
    Eine effektive und umfassende Generhaltung stellt die naturnahe Waldbewirtschaftung dar. In Bayern werden über 50 % der Wälder natürlich verjüngt. Örtlich bewährte Herkünfte geben ihre genetische Information an die nächste Baumgeneration weiter. Als zusätzliche Maßnahme können spezielle Generhaltungsbestände ausgewiesen werden, um bestimmte Vorkommen für die Zukunft zu erhalten. Für seltene Baumarten wie z. B. Speierling oder Eibe mag es notwendig werden, ausgewählte Bestände oder Einzelbäume zu erhalten. Die Saat und Pflanzung insitu mit Vermehrungsgut des Mutterbestandes ergänzt und stabilisiert gefährdete Vorkommen.
  • Ex-situ-Maßnahmen
    Bei der Erhaltung von Genressourcen ex-situ handelt es sich um Auslagerungen schützenswerter Pflanzen und Populationen aus gefährdeten Verbreitungsgebieten auf Standorte außerhalb ihres natürlichen Vorkommens oder um deren Saat und Pflanzung unter künstlichen Verhältnissen. Die Anlage von Erhaltungssamenplantagen und Klonsammlungen dient in diesem Zusammenhang zur Erhaltung gefährdeter Populationen. Die Einlagerung von Saatgut unter kontrollierten Bedingungen der Langzeitlagerung ist eine weitere Möglichkeit, viele Genotypen auf kleinem Raum zu erhalten. Baumarten wie z. B. Eiche und Buche lassen sich jedoch nur begrenzt längerfristig lagern. Die Erhaltung durch vegetative Vermehrung bietet eine zusätzliche Möglichkeit. Sie ist jedoch wegen des großen technischen Aufwands mit hohen Kosten verbunden.

Maßnahmen am Bayerischen Amt für forstliche Saat- und Pflanzenzucht (ASP) Teisendorf

Basis für die Erhaltung forstlicher Genressourcen in Bayern ist der hohe Anteil an natürlich verjüngten Wäldern und die ausreichende Versorgung mit herkunftsgesichertem Saatgut. Für diese Baumarten stehen in Bayern rund 75.000 ha Saatguterntebestände zur Verfügung. Die Provenienzversuchsflächen sowie spezielle Generhaltungsbestände (für Douglasie, Pazifische Edeltanne und Große Küstentanne) werden in die in-situ-Erhaltung einbezogen. Als ex-situ- Maßnahme dient die langfristige Saatgutlagerung in der "Saatgutbank" der ASP-Baumschulen Laufen und Bindlach mit über 2.000 kg Saatgut aus 739 Erntepartien. Ziel der Lagerung ist es, ausreichend Saatgut geeigneter Herkünfte für Notfälle (Sturmkatastrophen, ausbleibende Saatguternten usw.) vorrätig zu halten. Im bayerischen Samenplantagenprogramm stehen zur ex-situ-Erhaltung 60 Samenplantagen (13 Laub-, 6 Nadelbaumarten, 2 "Strauchsamengärten" und eine Klonsammlung Pappel- und Weidensorten) zur Verfügung.

In den Pflanzgärten Bindlach und Laufen werden zahlreiche Nebenbaum- und Straucharten (ca. 40 Arten von etwa 50 Vorkommen) nachgezogen. Im Zeitraum 1995 - 2000 wurden ca. 700.000 seltene Baum- und Straucharten an damalige Forstämter abgegeben. 1998 wurden beispielsweise in Eibenvorkommen 50 kg Beeren (6 kg reines Saatgut) geerntet.

Das "Konzept zur Erhaltung und nachhaltigen Nutzung forstlicher Genressourcen in der Bundesrepublik Deutschland" kann am ASP bezogen werden.

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