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Originalartikel: Mößnang, M.; Holland-Moritz, H. (2004): "Selten" heißt "gefährdet!". LWF aktuell 44, S. 36.
Autor(en): Michael Mößnang, Holger Holland-Moritz
Online-Version: Stand: 06.06.2013
Redaktion: LWF, D

"Selten" heißt "gefährdet!"

Leitverbiß an Tanne
Abb. 1: Leitverbiß an Tanne (Hegegemeinschaften mit > 1 % Tanne in der Verjüngung, Daten aus 2003)
 
Verbiß an Tanne in Abhängigkeit vom Tannenanteil
Abb. 2: Der Verbiß an Tanne in Abhängigkeit vom Tannenanteil in der Verjüngung

Verbreitung und Verbiss der Tannenverjüngung

Die Erhebungen zum Verbissgutachten zeigen, dass die Schwerpunkte der Tannenverjüngung im Alpenraum, im östlichen Teil des Tertiären Hügellandes sowie im Bayerischen und Oberpfälzer Wald liegen. In diesen Gebieten beträgt der Tannen-Anteil in den Verjüngungen häufig über 5 %. Die Tanne ist aber auch in allen übrigen bayerischen Landschaften, wenn auch meist mit sehr geringen Anteilen, vertreten. Landesweit erreicht die Tanne einen Anteil von 4 % in der Verjüngung. Die regionalen Unterschiede in der Verbissbelastung der Tanne zeigt Abb. 1. Ausgewertet wurden nur die Hegegemeinschaften, die mindestens 1 % Tanne in der Verjüngung aufwiesen. Der häufig geringere Verbiss in den wald- und tannenreichen Gebieten Süd- und Ostbayerns fällt auf.

Was selten ist, lebt gefährlich

Eine Auswertung auf Basis der Hegegemeinschaften ergab, dass der Verbiss bei einem Tannen-Anteil von weniger als 2 % in der Verjüngung besonders stark ansteigt (Abb. 2), da das Wild die wenigen Tannen mit hoher Wahrscheinlichkeit findet und verbeißt.

Bei der gegenwärtigen Verbisssituation ist zur Risikominimierung daher ein Tannenanteil von mindestens 2 % in der Verjüngung wünschenswert, oder einfacher gesagt: Bei einem höheren Tannenanteil in der Verjüngung haben mehr Tannen die Chance, "ungeschoren" davon zu kommen.

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