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Alois Zollner

LWF

Bayerische Landesanstalt
für Wald und Forstwirtschaft

Abt. Biodiversität,
Naturschutz, Jagd
Hans-Carl-von-Carlowitz-Pl. 1
D-85354 Freising

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Artikel

Autor(en): Redaktion waldwissen.net – LWF
Redaktion: LWF, Deutschland
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LWF-Merkblatt Nr. 25 – Wildverbiss mit Weiserflächen beurteilen

Aufnahme der Verjüngungssituation
Abb.1: Die gemeinsame Aufnahme der Verjüngungssituation stärkt die Zusammenarbeit aller Beteiligten (Foto: F. Etschmann).

Die Bayerische Landesanstalt für Wald und Forstwirtschaft (LWF) hat im September 2009 das Merkblatt Nr. 25 "Wildverbiss mit Weiserflächen beurteilen" herausgebracht. Es dient als Hilfe, um Weiserflächen richtig anzulegen und die dort festgestellten Veränderungen interpretieren zu können.

Weiserflächen sind ein einfaches Mittel, um zu erkennen und zu verdeutlichen, wie sich die Waldverjüngung vor Ort entwickelt und wie sie durch Schalenwildverbiss, anderen Pflanzenfresser, die Wuchspotentiale des Standortes oder durch unterschiedlichen Konkurrenzkraft der Pflanzen beeinflusst wird.

Weiserflächen auswählen

Für ein Jagdrevier sollte mindestens eine Weiserfläche angelegt werden, in größeren Revieren auch mehrere, z.B. eine je 100 bis 250 Hektar. Es wird immer ein Flächenpaar angelegt: ein schalenwilddichter Weiserzaun und eine ungeschützte Vergleichsfläche. Geeignete Flächen befinden sich in Beständen, in denen unter dem Bestandesschirm oder auf der Freifläche die nächste Waldgeneration heranwachsen soll. Die gesamte Verjüngungsfläche sollte mindestens 2.500 m2 groß sein, damit die darin liegenden Weiserflächen aussagekräftige Beobachtungen zulassen. Bei der Auswahl eines Weiserflächenpaares sollten der Standort, das Lichtangebot, die Hangneigung, die Verjüngungssituation, die Begleitvegetation und die Störungs-freiheit in hohem Maße übereinstimmen. Das Flächenpaar sollte 5 bis 20 Meter auseinander liegen und an Hängen hangparallel ausgerichtet sein.

Weiserflächen anlegen

Die Größe der gezäunten Fläche sollte nicht mehr als zehn Prozent der gesamten Verjüngungsfläche einnehmen, da sonst auf der verbleibenden Fläche der Verbissdruck ansteigt. Sinnvoll sind Flächengrößen, die mit einer Rolle Drahtgeflecht (in der Regel 50 Laufmeter) umspannt werden können. Daraus ergeben sich – je nach Form – Zaungrößen von 100 bis 200 m2. Quadratische oder runde Formen bieten die größte Fläche bei gleichem Umfang.

Die Zaunpfosten sollten aus besonders haltbaren Holzarten bestehen, das Drahtgeflecht muss das im Revier vorkommende Schalenwild zuverlässig abhalten, also ausreichend hoch und dicht sein. Ein Tor oder Überstieg erleichtert regelmäßig die Situation der jungen Pflanzen auf der gezäunten Fläche zu erheben. Für den Bau von sockellosen Weiserzäunen ist keine Genehmigung erforderlich.

Die ungeschützte Vergleichsfläche sollte die gleiche Größe und Form wie der Weiserzaun besitzen. Es ist sinnvoll die Grenzen und / oder den Mittelpunkt der Vergleichsfläche dauerhaft zu markieren.

Ein Gemeinschaftsprojekt

Um die Wälder im Wesentlichen ohne Schutzmaßnahmen zu verjüngen, ist eine gute Zusammenarbeit zwischen Waldbesitzern, Jagdgenossenschaften und Jägern notwendig. Die Anlage von Weiseflächen und ihre Einbeziehung in regelmäßige Revierbegänge sind hervorragend geeignet, die Zusammenarbeit auf Revierebene zu stärken.

Dokumentation

Die Verjüngungssituation sollte regelmäßig aufgenommen und dokumentiert werden. Um dies zur vereinfachen und die Ergebnisse der Weiserflächen für alle Beteiligten transparent und nachvollziehbar zu gestalten, hat die LWF dem Merkblatt ein Beispielformblatt beigelegt. Folgende Daten sollten schriftlich festgehalten werden:

  • aufkommende Baumarten
  • deren Anzahl oder geschätzte prozentuale Anteile
  • Höhenstruktur der einzelnen Baumarten
  • gegebenenfalls vorhandene Verbissschäden

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