Suche

    
Suche nur in dieser Rubrik

Erweiterte Suche

Kontakt

Valentin Queloz

Forschungsanstalt WSL

Eidg. Forschungsanstalt WSL
Waldschutz Schweiz
Zürcherstrasse 111
CH - 8903 Birmensdorf

Tel: +41 44 739 23 88
Fax: +41 44 739 22 15

Die waldwissen.net-App!

App Waldwissen

Waldwissen Newsletter

Unser Newsletter informiert Sie vier, fünf Mal jährlich per E-Mail über spezielle Beiträge und Waldwissen-Aktivitäten. Ihre E-Mail-Adresse wird lediglich zum Zweck der Zustellung des Newsletters verwendet und nicht an Dritte weitergegeben. Sie können sich jederzeit aus dem Newsletter heraus abmelden oder Ihre Einwilligung per E-Mail an uns widerrufen. Bitte beachten Sie unsere Datenschutzhinweise.

Ihr E-Mail*

Artikel

Autor(en): Roland Engesser, Ulrich Wasem
Redaktion: WSL, Schweiz
Kommentare: Artikel hat 0 Kommentare
Bewertung: Zu Favoriten Druckansicht 71.6771.6771.6771.6771.67 (47)

Der Schwarze Schneeschimmel (Herpotrichia juniperi)

In der Schweiz ist der Schwarze Schneeschimmel der weitaus gefährlichste Schadpilz an jungen Fichten. Die grössten Schäden verursacht er in den schneereichen Lagen der Voralpen.

befallene Fichte
Abb. 1 - Typisches Befallsbild: Die untersten Fichtenzweige sind mit dem schwarz-braunen Pilz-Myzel überzogen, eingesponnen und verklebt.
Foto: Ulrich Wasem (WSL)
 

Der Schwarze Schneeschimmel kommt von den Voralpen bis in das Hochgebirge vor und befällt die Nadeln von Fichte, Bergföhre, Arve, Tanne und Wacholder. Sein Verbreitungsgebiet liegt zwischen 900 und 2000 Metern über Meer. Dieser Schneepilz verursacht vor allem in den Voralpen in schneereichen Lagen grosse Schäden an der Verjüngung. Er befällt Bäume sowohl in Naturverjüngungen als auch in Gebirgsaufforstungen, wo Herpotrichia juniperi auch auf sehr vitale Bäume übergeht. Häufig erkranken Bäume nesterweise auf Standorten mit lang andauernder Schneebedeckung (Geländevertiefungen, Mulden).

Der Schwarze Schneeschimmel gefährdet besonders geschwächte Bäumchen. Wie bei anderen Hochlagen- Pilzen trägt der Wind auch bei Herpotrichia juniperi die Sporen über weite Strecken. Die Pilze bilden an den Nadeln ein grau-schwarzes Myzel (Name!), mit dem sie benadelte Äste oder gelegentlich ganze Bäumchen dicht überziehen. Die befallenen Zweige sterben an den Folgen der Nadelzerstörung sowie an Licht- und Luftmangel ab.

Begünstigt wird die Pilzentwicklung durch eine üppige Begleitvegetation und durch die Wühltätigkeit von Mäusen. Dadurch entstehen unter der winterlichen Schneedecke Hohlräume mit einer hohen relativen Luftfeuchtigkeit, die der Pilz für sein optimales Wachstum braucht. Besonders kleine Bäume, Keimlinge und Sämlinge sterben oft infolge des Schwarzen Schneeschimmels ab.

Folgerungen für die Praxis

Schematisches Auspflanzen über schattige, feuchtkalte Standorte hinweg sollte man vermeiden. An solchen Stellen entwickelt sich der Pilz optimal und kann weitere, benachbarte Bäume infizieren. Sind Pflanzungen mit kleineren Bäumen (Sämlinge) vorgesehen, empfiehlt sich nach dem Holzschlag eine Schlagräumung (Asthaufen). Damit verringert sich die Gefahr einer Infektion durch am Boden liegende Äste und Nadeln.

Wenn man die Bäume von üppiger, hoher Vegetation freischneidet (Austrichtern), so gibt es weniger Hohlräume in der Schneedecke, die dem schwarzen Schneeschimmel bei seiner Entwicklung nützen. Sind nur wenige Bäume oder Pflanzenteile von der Pilzkrankheit betroffen, so lassen sich diese abschneiden und verbrennen. Fungizide sind im Schweizer Wald nicht zugelassen.

Arve im Schnee befallender Fichtenast  
Abb. 2 - Standorte mit lang andauernder Schneebedeckung begünstigen das Wachstum des Schwarzen Schneeschimmels.
Foto: Ulrich Wasem (WSL)
Abb. 3 - Nach starken Herpotrichia-Befall erholt sich dieser Fichtenast kaum. Meist wächst das Pilzmyzel im nächsten Winter weiter, bis die restlichen, lebenden Nadeln infiziert sind.
Foto: Ulrich Wasem (WSL)
 
     
befallene Nadeln Sporenschläuche (Asci)  
Abb. 4 - Zur Bestimmung reicht in der Regel das schwarz-braune, seidig glänzende Myzel aus, das die Nadeln umspinnt.
Foto: Ottmar Holdenrider (ETHZ)
Abb. 5 - Die in den keulenförmigen Schläuchen (Asci) entwickelten Ascosporen sind zwei- bis vierzellig und 22-25 x 5-7.5 µm gross. Während der ganzen Vegetationsperiode werden die Ascosporen bei hoher Luftfeuchtigkeit empor geschleudert und mit dem Wind auf neue Wirtspflanzen übertragen.
Foto: Phytopathologie WSL
 

Mehr auf waldwissen.net