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Artikel

Autor(en): Josef Senn, Ulrich Wasem, Roland Engesser
Redaktion: WSL, Schweiz
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Die Triebsterben-Krankheit (Gremmeniella sp.)

Die durch Gremmeniella-Pilze verursachte Triebsterben-Krankheit ist in Mitteleuropa seit Ende des 19. Jahrhunderts bekannt. Im Alpenraum kommt das Triebsterben hauptsächlich in den höheren Lagen vor.

Besonders gefährdet sind Arve (Pinus cembra), Bergföhre (Pinus mugo), Fichte (Picea abies) und Lärche (Larix decidua). Der Pilz befällt vor allem geschwächte Pflanzen, wobei kalte, feuchte Sommer und lang andauernde Schneebedeckung im Winter die Pilzkrankheit fördern. In Kulturen oder Aufforstungen kann der Pilz epidemisch auftreten, was oft Totalausfälle zur Folge hat.

Nadeln sterben ab Arve mit toten Ästen frisch befallene Bergföhre  
Abb. 1 - Bei sommerlichem Regenwetter verbreiten sich die Pilzsporen mit dem Spritzwasser. Der Pilz dringt durch die Spaltöffnungen der Nadeln oder über die Knospen ein und beginnt erst unter der winterlichen Schneedecke zu wachsen. Die Knospen sterben nach der Infektion ab.
Foto: Walter Schönenberger (WSL)
Abb. 2 - Ein Jahr später zeigt sind die Arventriebspitzen kahl. Der Pilz kann über Jahre hinweg in abgestorbenen Pflanzenteilen überdauern. Bei jungen Arven ist der Krankheitsverlauf meist tödlich. In seltenen Fällen vermag sich der Baum zu erholen.
Foto: Ulrich Wasem (WSL)
Abb. 3 - Eine frisch befallene Bergföhre. Die Nadeln werden von der Basis her braun und lassen sich leicht entfernen (Zupftest).
Foto: Ulrich Wasem (WSL)
 
       

Auf den abgestorbenen Langtrieben befallener Nadelbäume entwickeln sich ein bis zwei Jahre nach der Infektion im Frühjahr nach dem Ausapern kugelige, schwarze, etwas 0,5 Millimeter grosse Fruchtkörper (Pyknidien) der Nebenfruchtform. Bei der Reife reissen sie auf und entlassen in Schleim gehüllte Sporen, die über kurze Distanzen durch Regentropfen verbreitet werden. Erst im Sommer erscheinen die dunkelbraunen bis schwarzen, 0,5 - 1,5mm grossen Fruchtkörper der Hauptfruchtform.

Die freigesetzten Sporen der Hauptfruchtform (Ascosporen) breiten sich durch den Wind weiträumig aus. Weil der Pilz hitzempfindlich ist, stirbt er im Sommer bei hohen Temperaturen ab. Dies ist die kritische Phase im Entwicklungszyklus des Pilzes. Im Winter hingegen, wenn die Äste der Bäume vom Schnee bedeckt sind, geht der Pilz in die pathogene Wachstumsphase über. Er besiedelt die Triebe rasch und intensiv.

Pilzbecher der Hauptfruchtform Sporenschläuche der Hauptfruchtform Konidien der Nebenfruchtform  
Abb. 4 - Erst im zweiten Jahr nach der Infektion entwickelt sich die Hauptfruchtform. Die schwarzgrauen Pilzbecher haben einen Durchmesser von ca. 0.5 bis 1.5 mm und sind bei nasser Witterung schüsselförmig geöffnet.
Foto: Ulrich Wasem (WSL)
Abb. 5 - Die Sporenschläuche (Asci) der Hauptfruchtform enthalten 8 farblose Ascosporen. Reife Ascosporen sind vierzellig und messen 14-20x3-5 µm.
Foto: Roland Engesser (WSL)
Abb. 6 - Bei den ersten von Auge erkennbaren Fruchtkörpern auf einem infizierten Baum handelt es sich um die Nebenfruchtform Brunchorstia pinea. Die sichelförmigen, farblosen Konidien der Nebenfruchtform haben bis sieben Septen und sind bis 70 µm lang.
Foto: Roland Engesser (WSL)
 
       

Folgerungen für die Praxis

Bei Aufforstungen an der oberen Waldgrenze sollte man nur dem Standort entsprechende Provenienzen und Baumarten verwenden. Schematisches Auspflanzen über schattige, feuchtkalte Standorte hinweg ist zu unterlassen, da sonst der Pilz gezüchtet wird und dann auch benachbarte Bäume auf wärmeren Standorten infizieren kann. Sind nur wenige Bäume von der Pilzkrankheit betroffen, empfiehlt es sich, die befallenen Pflanzenteile abzuscheiden und zu verbrennen.

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