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Artikel

Autor(en): Roland Engesser, Ulrich Wasem
Redaktion: WSL, Schweiz
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Die Triebschwinden-Krankheit (Cenangium ferruginosum)

Der Pilz Cenangium ferruginosum ist im Alpenraum weit verbreitet und besiedelt hauptsächlich Föhren. Die Infektion führt zum Absterben von Kronenteilen.

Cenangium ferruginosum gehört zu den Ascomyceten. Er wächst saprophytisch auf der Rinde von verschiedenen Föhrenarten (Pinus sp.). Häufige Wirtspflanzen in der Schweiz sind Arve, Bergföhre, Waldföhre und Schwarzföhre. Der Pilz besiedelt bevorzugt abgestorbene Zweige. An Föhren, die durch Trockenheit, Frost oder Insektenschäden geschwächt wurden, kann der Pilz auch parasitisch auftreten (beispielsweise 1992 im Oberengadin an Arven, wahrscheinlich infolge Trockenstress).

saprophytisch: auf oder von toten Stoffen lebend

parasitisch: auf Kosten eines lebenden Wirtes lebend

     
vom Triebschwinden befallene Arve Fruchtkörper auf Arvenast  
Abb. 1 - Eine durch Trockenheit geschwächte Arve wurde vom Cenangium-Triebschwinden befallen. Nachdem der Pilz die Rinde abgetötet hat, verfärben sich die Nadeln der betroffenen Zweige und Äste braunrot.
Abb. 2 - Auf der Rinde erscheinen schwarzgraue, ca. 1-3mm grosse Fruchtkörper in Gruppen. Bezeichnend für die Gattung Cenangium ist die ledrige Beschaffenheit der Fruchtkörper sowie die unbehaarte, körnig-mehlige Struktur der Fruchtkörper-Aussenwand.  
     

Die Fruchtkörperbildung erfolgt während der ganzen Vegetationsperiode. Der Pilz überwintert als Mycel im Gewebe oder mit Fruchtkörpern im Substrat. Bei Trockenheit sind die Fruchtkörper geschlossen, in Regenperioden (rLf. > 95%) öffnen sie sich und entlassen die reifen Ascosporen. Sporenausstoss von Frühjahr bis Herbst mit Maximum von April-Mai (Angaben höhenabhängig!). Sporenkeimung von 3-30°C mit Maximum bei 25°C. Mycelwachstum bei 2-25°C (Optimum bei 15-25°C).

       
geöffnete Fruchtkörper Schnitt durch einen Fruchtkörper Sporenschlauch (Ascus) mit Sporen  
Abb. 3 - Bei genügend Feuchtigkeit sind die Fruchtkörper schüsselförmig geöffnet. Die fahlgelbe Fruchtschicht wird sichtbar. Beim Schnitt durch unreife, geschlossene Fruchtkörper erscheint die Fruchtschicht hingegen leuchtend hellgelb. Abb. 4 - Schnitt durch einen reifen Fruchtkörper unter starker Vergrösserung. Die Fruchtschicht besteht aus Sporenschläuchen (Asci), in denen sich jeweils 8 Ascosporen entwickeln, und aus sogenannten Paraphysen. Abb. 5 - Die Asci sind zylindrischkeulig und messen 80-105 x 10-13 µm. Dazwischen stehen die fadenförmigen, an der Spitze leicht angeschwollenen, sterilen Stützelemente (Paraphysen).


 
       
Fotos: Roland Engesser (WSL)

 
       

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