Suche

    
Suche nur in dieser Rubrik

Erweiterte Suche

Kontakt

PD Dr. Berthold Metzler

PD Dr. Berthold Metzler

Forstliche Versuchs- und Forschungsanstalt Baden-Württemberg (FVA)
Abteilung Waldschutz

Wonnhaldestr. 4
D-79100 Freiburg

Tel:  +49 761 4018 162
Fax: +49 761 4018 333

Die waldwissen.net-App!

App Waldwissen

Waldwissen Newsletter

Unser Newsletter informiert Sie vier, fünf Mal jährlich per E-Mail über spezielle Beiträge und Waldwissen-Aktivitäten. Ihre E-Mail-Adresse wird lediglich zum Zweck der Zustellung des Newsletters verwendet und nicht an Dritte weitergegeben. Sie können sich jederzeit aus dem Newsletter heraus abmelden oder Ihre Einwilligung per E-Mail an uns widerrufen. Bitte beachten Sie unsere Datenschutzhinweise.

Ihr E-Mail*

Artikel

Autor(en): Berthold Metzler
Redaktion: FVA, Deutschland
Kommentare: Artikel hat 0 Kommentare
Bewertung: Zu Favoriten Druckansicht 61.061.061.061.061.0 (29)

Apiognomonia-Blattbräune der Linde

Blattspreite mit Nekrosen Blattadern mit Nekrosen Trieb mit Nekrosen
Abb. 1: Nekrosen auf der Blattfläche,
          an den Blattadern
        und an den Trieben.

Schadbild, Diagnose

Schadbild an der Linde
Abb. 2: Schadbild an der Linde.
 
Sporenlager
Abb. 3: Sporenlager im Bereich der Nekrosen.

Im Frühjahr 2002 sorgte das Aussehen vieler Linden in verschiedenen Landesteilen Baden-Württembergs erstmals für Besorgnis (Abb. 2).

Es traten schwarz umrandete Nekrosen auf den Blattflächen auf, jedoch auch auf Blattadern (Abb. 1, mitte) und auf diesjährigen Trieben (Abb. 1, rechts). Dies führte zu Blattvergilbung, partieller Welke und vorzeitigem Blattfall. In der Regel waren die beschatteten Äste in der unteren Krone besonders betroffen.

  • Ursache dieser Krankheit ist der Pilz Apiognomonia tiliae.

Biologie und Lebensweise

Die Infektion erfolgt bevorzugt bei feuchter Witterung während des Blattaustriebs. Der Pilz verbreitet sich vorwiegend über seine Konidienform (Discula sp.). Die Konidien entstehen in winzigen Sporenlagern (Abb. 3) im Bereich der Nekrosen und werden über Spritzwasser übertragen. Askosporen entstehen in Perithecien (Fruchtkörper) auf überwintertem Falllaub.

Ein ähnliches Schadbild, jedoch mit kleineren, eher punktförmigen Nekrosen wird durch Cercospora microsora hervorgerufen. Diese Art scheint jedoch bei uns deutlich seltener zu sein.

Prognose und Maßnahmen

  • Für das Überleben der Bäume besteht keine Gefahr. Bei starkem Befall kommt es zu vorzeitigem Blattfall, zu Minderzuwachs und zu schlechtem Aussehen der Bäume. Gering befallene Bäume erholen sich bereits während des Sommers.
  • Falls der Aufwand vertretbar erscheint, kann man durch einen mäßigen Rückschnitt im nächsten Frühjahr infiziertes Zweigmaterial entfernen und für eine bessere Belichtung und Durchlüftung der Baumkrone sorgen. Damit reduziert sich die künftige Infektionswahrscheinlichkeit.

Literatur

  • BUTIN, H. (1996): Krankheiten der Wald- und Parkbäume – Diagnose, Biologie, Bekämpfung. Thieme Verlag Stuttgart, 3. Aufl. 261 S.

Links