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Artikel

Autor(en): Thomas L. Cech
Redaktion: BFW, Österreich
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Fichtennadelrost (Chrysomyxa spp.)

Die Fichtennadelroste sind im Allgemeinen sehr gut an ihre parasitische Lebensweise angepasst. Das heißt, sie fügen ihren Wirtspflanzen selbst bei starkem Befall kaum lebensbedrohende Schäden zu.

Fichtennadel mit Aezidien Schadbild bei Fichte, mäßiger Befall
Fichtennadel mit Aezidien Schadbild bei Fichte, mäßiger Befall

Die auffälligste Rostpilzart der heimischen Fichte ist Chrysomyxa rhododendri. Sie weist einen Wirtswechsel zwischen Fichte und Alpenrosen (Rhododendron spp.) auf: Auf den austreibenden Fichtennadeln keimen Sporen, die sich an der Blattunterseite von Rhododendron-Blättern bzw. Neutrieben entwickelt haben (Basidiosporen). Im Sommer reifen an den Fichtennadeln gelbe Aecidiosporen, die noch im selben Jahr Alpenrosen-Blätter infizieren. Dort bildet das Mycel eine weitere Sporenform, die Uredosporen. Letztere werden im folgenden Frühjahr, gelegentlich schon im Herbst reif und können weitere Blätter der Alpenrose befallen. Im Spätfrühling entwickeln sich auf den Blättern Teleutosporen, aus denen sich nach einer Reduktionsteilung Basidiosporen entwickeln.

Chrysomyxa rhododendri ist nicht auf die Fichte als Zwischenwirt angewiesen, sondern vermag sich über die Uredosporenform auf dem Hauptwirt zu erhalten. Das Befallsgebiet der Fichte bleibt hingegen auf Hochlagen beschränkt, in denen die Fichte in nächster Nähe zu Rhododendron-Horsten wächst.

Klima ist Ursache für Epidemien

Die Krankheit ist aus den Alpen seit über hundert Jahren bekannt. Wenn es zu Epidemien kommt, die einige Jahre dauern können, so treten diese im gesamten Ostalpenraum mehr oder weniger gleichzeitig auf. Das spricht für klimabedingte Ursachen, die im Einzelnen jedoch weitgehend unbekannt sind. Eine gewisse Rolle dürfte die winterliche Schneedecke spielen, die den Rhododendron-Sträuchern Schutz bietet, während bei geringer Schneelage mit den Blättern auch die überwinternden Mycelien des Rostpilzes erfrieren und damit das Infektionspotenzial für das nächste Jahr reduziert wird.

Die Aecidiosporenform an der Fichte gehört zu den auffallendsten Befallsbildern unserer Waldbaumarten. Im Extremfall können bis zu hundert Prozent der diesjährigen Nadeln eines Baumes infiziert sein.

Dem entsprechend sind solche Bäume im Spätsommer oft in gelbe Wolken gehüllt, wenn der Wind die Sporen ausbläst. Wenn auch der Nadelabwurf, der meist schon im Herbst abgeschlossen ist, zu starken Verlichtungen führen kann, so hat diese Pilzkrankheit während der vergangenen hundert Jahre nirgends zu dem erwarteten massenhaften Absterben langjährig befallener Bäume geführt.

Dieser Umstand spricht einerseits für die bereits erwähnte hohe Anpassung zwischen Parasit und Wirt, andererseits für die enorme Genügsamkeit der Hochlagenfichten, die immerhin eines beträchtlichen Teiles ihres Photosysnthesepotenziales beraubt werden.

Chrysomyxa abietis

Häufig ist auch Chrysomyxa abietis. Diese Art stellt eine Reduktionsform dar, bei der nur mehr die Fichte als Wirtspflanze fungiert. Auf den Fichtennadeln entwickelt sich die Teleutosporenform, aus denen sich nach einer Reduktionsteilung Basidiosporen bilden, die weitere Fichtennadeln infizieren. Gegen den Winter zu entwickeln sich wieder Teleutosporen. Dieser Rost ist an Fichte (Picea abies) eher selten, an Picea pungens hingegen recht häufig, wo er vor allem in Christbaumkulturen erhebliche Wertverluste zur Folge haben kann.

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Bestimmungsschlüssel für Nadelkrankheiten an Fichte

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