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Artikel

Autor(en): Franz Gruber
Redaktion: BFW, Österreich
Kommentare: Artikel hat 1 Kommentar
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Tipps zur Mäusebekämpfung

Massenvermehrungen von Mäusen können in zwei-, drei- bis vierjährigem und mehrjährigem Rhythmus auftreten. Verantwortlich für diese Populationsschwankungen sind Phasen erhöhter Fruchtbarkeit. Nach Zeiten der Vermehrung sinkt die Fertilität wieder ab. Günstige Lebensräume wie verunkrautete Schläge und vergraste Kulturen fördern Masssenentwicklungen.

Eine Dose Wühlmaus-Tod

Wühlmäuse (Rötel-, Erd-, Feld- und Schermaus) können durch Benagen von Wurzeln und Rinde und gemeinsam mit Langschwanzmäusen (Wald- und Gelbhalsmaus) durch Samen- und Keimlingsfraß in der Forstwirtschaft erheblichen Schaden anrichten.

Die größte Gefahr besteht dann, wenn die Gradation ihren Höhepunkt erreicht. Das Schadensausmaß ist von der Mäusedichte abhängig. Dieser Zeitpunkt liegt in der Regel im Herbst, wo das reiche Nahrungsangebot aus der Gras- und Krautschicht verwelkt und abstirbt. Die große Zahl an Individuen leiden in der Folge unter Nahrungsmangel und  fressen verstärkt Forstpflanzen. Die Rinde wird je nach Mäuseart nur am Stammfuß oder bis in zwei bis drei Meter Höhe abgeschält.

Integrierte Mäusebekämpfung

Die aktue Schadensgefahr kann durch Dezimierung der Mäuse mittels Bekämpfung mit Rodentiziden gesenkt oder beseitig werden. Ökonomische und ökologische Überlegungen verlangen eine integrierte Mäusebekämpfung. Darunter versteht man ein Zusammenwirken von biologischen, mechanischen und chemischen Bekämpfungsmethoden.

Biologische Möglichkeiten

Durch waldbauliche Maßnahmen wie zum Beispiel Bevorzugung von Naturverjüngung und der Hintanhaltung einer zu dichten Schlagflora und der Vergrasung von Kulturen kann die Populationsdichte der Mäuse gemindert werden.
Auch durch Schonung von Tag- und Nachtgreifvögeln, Wieseln, Füchsen und anderen Räubern kann eine zu hohe Vermehrung von Mäusen im Wald verzögert oder verhindert werden. Wilddichte Zäune halten auch Füchse ab, wodurch es innerhalb eingezäunter Flächen oft zu besonders argen Schäden kommt.

Mechanische Verfahren

Der Fang mit verschiedenen Fallentypen ist eine brauchbare, wenn auch aufwändige Methode (besonders für die Schermaus), die etwa für kleinere Flächen, besonders bei Wiesenaufforstungen und in Baumschulen, geeignet ist.

Bekämpfung mit Rodentiziden

Diese Bekämpfungsmethode sollte nur dann durchgeführt werden, wenn eine so hohe Mäusedichte zu erwarten ist, dass akute Schadensgefahr besteht. Dabei erfolgt die  Feststellung der Artenzusammensetzung und der Dichte des jeweiligen Mausbesatzes durch Probefänge. Entsprechend der Größe der Fläche ist eine Anzahl von Fallen (50 - 100 Stück) diagonal oder in Reihen mit wenigstens 20 Meter Abstand zu stellen. Diese Fallen sollen 48 Stunden fängisch bleiben, wobei nach der ersten Nacht die Fänge entfernt sowie die leer gefressenen oder ausgelösten Fallen erneut beködert und fängisch gestellt werden müssen.
Der geeignetste Zeitraum zu einer Mausbekämpfung ist der Herbst (ab Oktober), wenn der Mäusebesatz seinen Höhepunkt erreicht hat. In Ausnahmesituationen kann aber auch eine Bekämpfung im Frühjahr sinnvoll sein. In Österreich sind folgende Mäusebekämpfungsmittel für den forstlichen Bereich geprüft, registriert und im Pflanzenschutzmittelverzeichnis angeführt.

Mittel Typ
Wirkstoff
Indikationen
ARREX E Köder
Rodentizid
Zinkphosphid
Erdmaus, Rötelmaus
Delicia Wühlmaus-Riegel
Rodentizid Zinkphosphid 
Schermaus
Detia Mäuse Giftkörner
Rodentizid Zinkphosphid 
Feldmaus
Detia Wühlmaus-Killer Rodentizid Aluminiumphosphid
Schermaus
Etisso Mäuse-frei Power-Sticks
Rodentizid Zinkphosphid
Feldmaus, Erdmaus, Rötelmaus
Etisso Wühlmaus-frei Power-Riegel
Rodentizid Zinkphosphid Schermaus
Giftweizen Fischar Rodentizid Zinkphosphid   Feldmaus
Giftweizen N Rodentizid Zinkphosphid   Feldmaus
Mäusegiftweizen
Rodentizid Zinkphosphid
Feldmaus
PHOSTOXIN WM
Rodentizid Aluminiumphosphid
Schermaus
POLLUX Feldmausköder
Rodentizid Zinkphosphid
Feldmaus
Raiffeisen gartenkraft Wühlmaus frei
Rodentizid Zinkphosphid Schermaus
Ratron-Feldmausköder Rodentizid Chlorphacinon Erdmaus, Rötelmaus
Ratron-Giftlinsen
Rodentizid Zinkphosphid Feldmau, Erdmaus, Rötelmaus
Ratron Schermaus-Sticks
Rodentizid Zinkphosphid Schermaus
Ratron Pellets "F"
Rodentizid Chlorphacinon Erdmaus, Rötelmaus
Recozit-Mäusefeind/ Giftweizen
Rodentizid Zinkphosphid Feldmaus
Segetan-Giftweizen
Rodentizid Zinkphosphid Feldmaus
Super Schachtox
Rodentizid Aluminiumphosphid
Schermaus
Wühlmauspille
Rodentizid Aluminiumphosphid Schermaus
Wühlmaus-Riegel Cumatan
Rodentizid Zinkphosphid Schermaus
Wühlmaus-Tod  Rodentizid Aluminiumphosphid Schermaus

Bei hoher Populationsdichte kann der Bekämpfungserfolg durch starke Zuwanderung aus unbehandelten Flächen gefährdet sein. Das Verfahren der konzentrierten Ausbringung (möglichst viele "Futterstellen" und Nachbeschickung) ist geeignet, die Mäusedichte länger gering zu halten, und bietet außerdem eine gewisse Erfolgskontrolle durch Beobachtung der Köderannahme (hoher Verbrauch - viele Mäuse, Nachlassen der Köderannahme - Wirkung des Mittels bzw. weniger Mäuse).

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