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Stefan Tretter

LWF

Bayerische Landesanstalt
für Wald und Forstwirtschaft

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Artikel

Autor(en): Redaktion waldwissen.net - LWF
Redaktion: LWF, Deutschland
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Schäden in jungen Douglasienkulturen

Wasservorat im Oberboden - WKS Ebersberg
Abb. 1: Wasservorrat im Oberboden (blau) an der WKS Ebersberg im Vergleich zum Jahr 2006/07 (orange) und den  bislang gemessenen Wertebereich 2000-2006 (gelb)

Für eine vergrößerte Ansicht bitte auf die Grafik klicken.

Im Mai 2008 häuften sich die Meldungen über Ausfälle in den im vorangegangenen Herbst und Frühjahr angelegten Douglasien-Kulturen in Bayern. Teilweise fielen über 50 Prozent der gepflanzten Bäume aus. Daraufhin stellt sich natürlich die Frage nach möglichen Ursachen.

Erfahrungsgemäß ist die Douglasie in der Kulturphase eine sehr empfindliche Baumart. Man sollte beim Anbau vor allem darauf achten dass:

  • Wasserverluste im Jahr der Pflanzung vermieden werden,
  • die Wurzeln nicht an- oder austrocknen können (möglichst geringer Zeitraum zwischen dem Ausheben in der Baumschule und dem Auspflanzen),
  • eine ausreichende Bodenfeuchte (vor allem in den ersten beiden Wochen nach der Pflanzung) vorhanden ist,
  • an der Pflanzfläche nach Möglichkeit ein Seitenschutz oder Schirm vorhanden ist, der die Wasserabgabe von Boden und Pflanze mindert und Windschutz gegen Austrocknung bietet und
  • keine anhaltend ausgeprägte Nassphase während der Kulturzeit vorherrscht.

Allerdings werden all diese Punkte in der Praxis in der Regel beachtet. Sie bieten daher keine Erklärung für die Ausfälle im Frühjahr 2008. Auch akut auftretende Schädlinge oder Schaderreger spielten anhand der an der Bayerischen Landesanstalt für Wald und Forstwirtschaft (LWF) untersuchten Pflanzenproben keine Rolle. Mehrere Größen weisen dagegen darauf hin, dass wohl eine Faktorenkombination für die zahlreichen Ausfälle verantwortlich ist, wodurch ein Blick auf die Witterungssituation interessant wird. 

Februar: frühlingshaft mild, trocken und ungewöhnlich sonnig; Mitte / Ende des Monats etwas schwächer ausgeprägt
März: Anfang des Monats zwei Perioden mit extrem hohen Temperaturdifferenzen (im Extremfall zwischen 20 Grad tagsüber und -10 Grad nachts); Oberboden bei meist fehlenden Schneelagen auch tagsüber zumindest "angefroren" , zweite Märzhälfte fast winterlich kalt
zwei sehr starke Regenperioden Anfang März, Niederschläge in der Summe sehr hoch, sehr windreich
April: deutlich zu nass, sehr windreich
Mai: sehr niederschlagsarm und warm (zweitniederschlagärmster, drittwärmster und drittsonnigster Mai seit 1901), längere Ostwindphasen mit hohen Windgeschwindigkeiten
Regentropfen an junger Douglasie
Abb. 2: Die Douglasie ist während der Kulturzeit sehr empfindlich auf verschiedene Witterungseinflüsse (Foto: Newbie, pixelio.de).

Der Anfang Mai mit Wasser noch gut gefüllte Bodenspeicher ging bis Mitte des Monats überraschend stark zurück. Mit dem Abbau der Bodenwasservorräte setzten auch schlagartig landesweit Meldungen zu den wie vertrocknet aussehenden Douglasienpflanzen ein. Es spricht also alles dafür, dass einer oder mehrere ungünstige Witterungsfaktoren mit ursächlich für die Ausfälle waren. Eine genauere überregionale Kartierung und Auswertung der Schäden wäre notwendig um fundierte, sichere Hinweise über die Ursachen zu erhalten. So könnte ein Befall mit der Rußigen Douglasienschütte (Phaeocryptopus gaeumanni) zu einer höheren Frostempfindlichkeit geführt haben (Metzler 2008).

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