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Forstliche Versuchs- und Forschungsanstalt Baden-Württemberg (FVA)
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Artikel

Autor(en): Forschungsanstalt für Waldökologie und Forstwirtschaft Rheinland-Pfalz
Redaktion: FVA, Deutschland
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Die Buchenkomplexkrankheit

Entwicklung von Strategien zur Sicherung von Buchenwäldern

Buchenrindennekrose
Buchenrindennekrose
Schleimfluss
Schleimfluss an Buche
Brutbild
Für die Trypodendron-Arten charakteristisches Bild eines "einholmigen Leiterganges".
(Fotos: FAWF Rheinland-Pfalz)

Seit dem Sommer 2000 tritt in Rheinland-Pfalz (Eifel und westlicher Bereich des Hunsrücks), in Luxemburg (Ösling und Gutland), in Belgien (Ardennen und Gaume) sowie in Teilen Frankreichs (Moselle) und Nordrhein-Westfalens(Nordeifel und Sauerland) eine Erkrankung der Rotbuche (Fagus silvatica) auf. Die Symptomatik stimmt teilweise überein mit einer erstmals von ROBERT HARTIG 1878 beschriebenen Erkrankung, die im deutschsprachigen Raum als Buchenrindennekrose, Buchenkomplexkrankheit, Buchenrindensterben, Buchensterben oder Schleimflusskrankheit bezeichnet wird. Sie ist im wesentlichen identisch mit der "beech bark disease" der amerikanischen Buche (Fagus grandifolia).

Charakteristische Symptome dieser Erkrankung sind Schleimflussflecken, strichförmige Rindennarben und in späteren Stadien fleckenweises Absterben und Ablösen der Rinde, Holzfäule, Pilzfruchtkörper und Befall durch holzbrütende Insekten.

Neben diesen "klassischen" Symptomen wird seit April 2001 in Belgien, Luxemburg und Rheinland-Pfalz ein massiver Stehendbefall von augenscheinlich vitalen Buchen (vollbelaubte Bäume mit grünem Bast) mit den Laubnutzholzborkenkäfern Trypodendron domesticum und T. signatum beobachtet. Dieser Stehendbefall mit den als Lagerholzschädlingen bekannten Trypodendron-Arten ist in diesem Umfang ein grundlegend neues Schadbild.

Die erfolgreiche Besiedlung vitaler Bäume durch holzbrütende Borkenkäfer wäre eine ernstzunehmende Gefahr für den Bestand der Buchenwaldökosysteme. Nach bisherigem Wissen zur Wirtsbaumfindung dieser Insekten muss von einer individuellen Disposition der betroffenen Buchen gegenüber dem Holzbrüterbefall ausgegangen werden. Allerdings ist bislang nicht bekannt, was diese Disposition herbeigeführt haben könnte. Nicht geklärt ist auch, inwieweit die Art der Waldbewirtschaftung, z.B. "saubere Wirtschaft" oder "Belassen von Totholz in erheblichem Umfang", den Erkrankungsverlauf bzw. das Erkrankungsausmaß sowie evtl. Folgeschäden beeinflusst.

Das Auftreten der Erkrankung hat in der Region zu einer erheblichen Verunsicherung bei Waldbesitzern, Forstleuten und in den Buchenholzverarbeitenden Betrieben geführt. Es ist zudem zu befürchten, dass die Buche als wichtigste Baumart der naturnahen Waldbewirtschaftung durch diese Schäden einen erheblichen "Imageverlust" erleidet. Dies könnte zu erheblichen Rückschlägen in den Bemühungen um einen naturnäheren Waldbau auch im kommunalen und privaten Waldbesitz und in der Akzeptanz des Waldnaturschutzes führen.

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