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Artikel

Autor(en): Thomas Schröder
Redaktion: LWF, Deutschland
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Der Asiatische Eschenprachtkäfer

Große Gebiete in Nordamerika sind bereits befallen

Imago
Abb. 1: Asiatischer Eschenprachtkäfer, Agrilus planipennis
 
Asiatische Eschenprachtkäfer, Larvenstadien
Abb. 2: Agrilus planipennis, Larvenstadien (Foto: Cappaert, forestryimages)
 
Asiatischer Eschenprachtkäfer, Larvengänge, Ausbohrloch
Abb. 3: Mit Fraßmehl gefüllte serpentinenförmige Larvengänge im Kambialbereich, den Splint schürfend. Kleines Foto: D-förmiges Ausbohrloch (Foto: Czerwinski, McCay, forestryimages)

Im Jahre 2002 wurde die Prachtkäferart Agrilus planipennis Fairmaire in Michigan / USA als neuer Quarantäneschadorganismus an verschiedenen Eschenarten festgestellt. Es wird vermutet, dass A. planipennis mit Verpackungsholz aus Asien eingeschleppt wurde. Einer Risikoanalyse der EPPO zu Folge wird vorgeschlagen Agrilus planipennis als Quarantäneschadorganismus zu listen, um eine Einschleppung nach Europa zu verhindern.

Das Heimatgebiet des Asiatischen Eschenprachtkäfers ist der Nordosten Chinas, Japan, Südkorea, Taiwan, die Mongolei sowie östliche Teile Russlands. Nach seiner Einschleppung nach Nordamerika wurde der Prachtkäfer für das Absterben mehrer Zehntausend Eschen in Michigan / USA, Ohio / USA und Ontario / Kanada verantwortlich gemacht. Der Käfer befällt sowohl vorgeschädigte als auch vitale Bäume. Als Wirtspflanzen sind bisher Fraxinus americana, F. chinensis, F. japonica, F. lanunginosa, F. mandshuriana, F. nigra, F. pennsylvanica, F. rhynchophylla, Juglans mandshurica, Pterocarya rhoifolia, Ulmus davidiana und U. propinqua bekannt. Einer kanadischen Risikoanalyse zu Folge wird vermutet, dass sich der Käfer im gesamten natürlichen Verbreitungsgebiet der Gattung Fraxinus in Nordamerika etablieren könnte.

Diagnose der Käfer und Befallssymptome

Die erwachsenen Käfer sind länglich-schmal, 7,5 bis 15 mm lang und 3,1 bis 3,4 mm breit mit smaragdgrün-metallischer Farbe, was ihnen den Namen "Emerald Ash Borer" einbrachte (Abb. 1). Der Habitus der Käfer ist ähnlich dem der in Europa heimischen Eichenprachtkäferart, Agrilus biguttatus. Die Larven (26 bis 32 mm) sind typisch für Agrilus-Arten, creme-weiß, flach, länglich und besitzen ein Paar braune, zangenartige Fortsätze am letzten Abdominalsegment des 10-fach segmentierten Abdomens (Abb. 2). Erste Anhaltspunkte für einen Befall geben die D-förmigen Ausfluglöcher der Käfer. Im zweiten Befallsjahr erscheint die Baumkrone verlichtet und am Stamm und stärkeren Ästen bilden sich Wasserreiser. Die Generationsdauer von A. planipennis ist einjährig mit einem Auftreten (Nordamerika) von Mai bis August. Durch die serpentinenförmigen Larvengänge wird das Kambium der Bäume zerstört (Abb. 3) und bei entsprechender Populationsdichte stirbt der Baum innerhalb von drei Jahren ab.

Risikobewertung für Deutschland und Europa

In Europa wurde Agrilus planipennis bisher nicht gefunden, das Risiko seiner Einschleppung wird jedoch als hoch angesehen, so dass der Käfer von der Europäischen Pflanzenschutzorganisation, EPPO, als Quarantäneschadorganismus eingestuft wird. Der zugrundeliegenden Risikoanalyse folgend, wird vor allem Verpackungsholz als Risikomaterial für eine Einschleppung angesehen, gefolgt von unbehandeltem Holz sowie Pflanzen. Potenzielle Wirtspflanzen sind Vertreter der Gattungen Fraxinus, Juglans, Ulmus und Pterocarya, auch wenn derzeit die Anfälligkeit der europäischen Arten noch unbekannt ist. Auf Grund der klimatischen Gegebenheiten im ursprünglichen Heimatgebiet des Käfers, könnte er sich wahrscheinlich in Mitteleuropa und im mediterranen Bereich gut etablieren, zumal bereits 34 Agrilus-Arten allein in Deutschland beschrieben sind. Da A. planipennis unter bestimmten Umständen wie ein Primärparasit auftritt, wären bei einer Einschleppung enorme ökonomische und ökologische Schäden zu erwarten. Es scheint daher sinnvoll, Schadsymptomen, die denen von des Asiatischen Eschenprachtkäfers ähneln, detaillierter nachzugehen, um eine eventuelle Einschleppung des Käfers nach Europa frühzeitig zu erkennen.

Literatur

Auf Anfrage beim Verfasser.