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Autor(en): Redaktion waldwissen.net - BFW
Redaktion: BFW, Österreich
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Finger weg vom Riesen-Bärenklau

Schön, aber sehr gefährlich ist der Riesen-Bärenklau. Berührt man diese Pflanze, kann es zu gesundheitlichen Problemen kommen: zuerst brennende und juckende Rötung; Nach 20 Minuten entzündet sich die Haut und löst Juckreiz, Rötung und Blasen aus. Denn die fast drei Meter groß werdende Staude enthält den Stoff Furocumarin, der bei Sonnenlicht Hautentzündungen verursacht. Diese heilen nur langsam ab und können Narben sowie Pigmentierungen hinterlassen.

Einzelne schwere Vergiftungsfälle durch Hautkontakt mit den Pflanzen sind bereits in Vorarlberg aufgetreten, vor allem Kinder waren betroffen. In den anderen Bundesländern treten Einzelfälle auf.

Größenvergleich Mensch - Riesenbärenklau Dolde von Riesenbärenklau
Der Riesen-Bärenklau wird bis zu drei Meter hoch (Foto: Hagen, LFD NÖ)
Vorbeugende Maßnahmen müssen noch vor der Samenbildung ansetzen (Foto: Cech, BFW)

Der Riesen-Bärenklau (auch Herkules-Staude genannt) stammt ursprünglich aus dem Kaukasus, seit 1950 breitet er sich ausgehend von den heimischen Gärten auch im Wald, an Gräben, Wegrainen, Uferbereichen und Flussniederungen aus.

Weit verbreitet in Österreich

Die Herkules-Staude kommt über ganz Österreich verstreut vor: In Vorarlberg erobert der Riesenbärenklau immer neue Standorte, wie etwa wertvolle Streuwiesen. So läuft beispielsweise im Satteinser Ried ein Pilotprojekt zur Bekämpfung dieser Pflanze. Ähnliches gilt für Kärnten, wo aus der Umgebung von Klagenfurt ein vermehrtes Auftreten gemeldet wird. In Niederösterreich gibt es nach den Angaben der Forstbehörde Vorkommen größeren Ausmaßes in den Bezirken Gmünd, Horn, Krems, Lilienfeld, Mistelbach, Mödling, Neunkirchen, St. Pölten, Waidhofen/Thaya, Wiener Neustadt, Wien-Umgebung und Zwettl. In verschiedenen Teilen Oberösterreichs, in der Südsteiermark und im angrenzenden Burgenland ist die Herkules-Staude ebenfalls bekannt, verursachte bisher noch keine großen Probleme.

Bekämpfungsmaßnahmen

Vorbeugende Maßnahmen eignen sich am effektivsten, um eine Ansiedelung zu verhindern. Deshalb: Offene Flächen begrünen, freie Flächen regelmäßig auf neu auftretende Pflanzen kontrollieren und, wenn sie vorhanden sind, noch vor der Samenbildung bekämpfen.

Spross mit Blättern
Eine effektive Bekämpfungsmaßnahme ist das Abtrennen des Sprosses (mit Blättern) von der Wurzel (Foto: Hagen, LFD NÖ)

Sehr wirkungsvoll ist das Abstechen der Wurzel: Im September/Oktober oder im Mai/Juni die Wachstumszone (Spross mit Blätter) mit einem schräg geführten, 15 cm tiefen Spatenstich von der Wurzel trennen. Weder die verbleibende Wurzel noch der abgetrennte Spross kann neu austreiben.

Die andere Möglichkeit ist das Entfernen der Dolden zwischen Blüte und Fruchtansatz, entweder den blühenden Spross umschneiden oder die gesamte Pflanze zur Blütezeit mähen. Wichtig ist der richtige Zeitpunkt, da nicht alle Pflanzen zur gleichen Zeit blühen. Die abgetrennten Blütenstände nicht selbst kompostieren, sondern in einer professionell geführten Großkompostanlage abgeben.

Bei der Bekämpfung ist folgendes zu beachten: Haut und Augen sind gut zu schützen, am besten mit Schutzkleider und –maske. Die Arbeiten sollen an einem bedeckten Tag, nach Möglichkeit am Abend, ausgeführt werden. Kommt es zu einem Hautkontakt mit der Pflanze, den Saft rasch mit Wasser und Seife abspülen. Nach Beendigung der Arbeit Kleider und Werkzeuge waschen.

Nachkontrollen notwendig

Drei Wochen später soll eine Nachkontrolle durchgeführt werden. Da ein großes Samenreservoir im Boden vorhanden ist, müssen Flächen über mindestens fünf Jahre im Frühsommer regelmäßig kontrolliert und wenn notwendig wieder behandelt werden.