Suche

    
Suche nur in dieser Rubrik

Erweiterte Suche

Die waldwissen.net-App!

App Waldwissen

Waldwissen Newsletter

Unser Newsletter informiert Sie vier, fünf Mal jährlich per E-Mail über spezielle Beiträge und Waldwissen-Aktivitäten. Ihre E-Mail-Adresse wird lediglich zum Zweck der Zustellung des Newsletters verwendet und nicht an Dritte weitergegeben. Sie können sich jederzeit aus dem Newsletter heraus abmelden oder Ihre Einwilligung per E-Mail an uns widerrufen. Bitte beachten Sie unsere Datenschutzhinweise.

Ihr E-Mail*

Artikel

Autor(en): Hannes Krehan, Bernd Unterkofler
Redaktion: BFW, Österreich
Kommentare: Artikel hat 0 Kommentare
Bewertung: Zu Favoriten Druckansicht 76.076.076.076.076.0 (18)

Neue Richtlinien für Import von Verpackungsholz aus Drittländern

Paletten
Verpackungsholz aus unbehandeltem Rohholz wie etwa Paletten sind das ideale Transportmedium für Schadorganismen

Holzverpackungsmaterial aus unbehandeltem Rohholz ist das ideale Transportmedium für Schad­or­ganismen, die sich im Holz entwickeln und nach dem Ausschlüpfen häufig ungehindert verbreiten können. 

Auch Europa ist in den letzten Jahren von Bioinvasoren nicht verschont geblieben: Der gefährliche Splintholznematode Bursaphelenchus xylophilus und dessen Vektor Monochamus sp. wurden nach Portugal ebenso mit Verpackungs­holz eingeschleppt wie der Asiatische Laubholz-Bockkäfer Anoplophora glabri­pennis nach Österreich, Deutschland und Frankreich. In all diesen Fällen sind nun kostspielige Bekämpfungsstrategien notwendig, um die Ausbreitung dieser Schad­organismen innerhalb der Euro­päischen Union zu verhindern.

Auch in anderen Ländern und Kontinenten erkannten die Pflanzenschutzexperten die Gefahr der Einschleppung von Baum- und Holz­schädlingen durch unbehandeltes Verpackungsholz und forcierten die Einführung eines internationalen phytosanitären Standards für Ver­packungsholz entsprechend den Empfehlungen der Internationalen Pflanzenschutz-Konvention (IPPC).

Neue Anforderungen an Verpackungsholz

Ab 1. März 2005 muss das in die EU importierte Verpackungsholz, sofern es aus Rohholz und nicht aus verarbeitetem Holz (z.B. Spanplatten, Sperrholz) besteht und eine Mindestdicke von sechs Milli­meter aufweist, aus allen Dritt­ländern dem Internationalen Standard für Pflanzengesundheitliche Maß­nahmen (ISPM Nr. 15) entsprechen. Drittländer sind alle außereuropäischen und europäischen Länder außer der Schweiz, die nicht Mit­gliedstaaten der EU sind. Das Verpackungsholz muss markiert, entrindet und durch geeignete Maßnahmen (Hitzebehandlung, Begasung oder chemische Be­handlung) schädlingsfrei gemacht werden.

Markierung von Verpackungsholz
Markierung besteht aus "IPPC", dem zweistelligen ISO-Ländercode und einer Nummer, die den Erzeuger oder Behandler des Verpackungsholzes ausweist

Die Markierung von Ver­packungs­holz hat dem Muster gemäß Anhang 6 der Pflanzenschutz­ver­ordnung zu entsprechen (Abbildung). Sie besteht aus dem seitens der FAO geschützten Symbol mit dem Wort­bestandteil "IPPC", dem zweistelligen ISO-Ländercode (z.B.: "US" für die USA), gefolgt von einer zuordenbaren Nummer, die den Erzeuger oder Behandler des Verpackungsholzes ausweist. Die Angaben müssen von einem regelmäßigen Rechteck um­schlossen sein.

Mit Hilfe der Markierung soll neben der Information über die Art der Behandlung im Falle von Beanstandungen die Herkunft der Holzverpackung bis zum Hersteller zurückverfolgt werden können.

Bestimmungen

Nationale Rechtsgrundlage in Österreich bildet das Pflanzenschutzgesetz 1995 und die dazugehörigen Bestimmungen (Pflanzenschutzverordnung und der Gebührentarif des Bundesamtes für Wald; www.bundesamt-wald.at).

Zur Vereinheitlichung des Pflanzenschutzes innerhalb der EU und zur Vorbeugung gegen Schädlingseinschleppung wurden mehrfache Änderungen des Pflanzenschutzgesetzes notwendig: Grundlage war die EU-Richtlinie 2000/29/EG über Maßnahmen zum Schutz der Gemeinschaft gegen Einschleppung und Ausbreitung von Schadorganismen der Pflanzen und Pflanzenerzeugnisse in der geänderten Fassung von 2005. Die Anforderungen für Verpackungsholz sind im Anhang IV der EU-Richtlinie angeführt. Es besteht keine Pflanzengesundheitszeugnis- und Kontrollpflicht an der EU-Außengrenze. Den Pflanzenschutzdiensten der Mitgliedsstaaten bleibt es daher überlassen, wie die Einhaltung der phytosanitären Bestimmungen für Verpackungsholz überprüft wird.

In Österreich sieht die Gesetzeslage folgendermaßen aus: Organe des Amtlichen Pflanzenschutzdienstes (Holzkontrollinspektoren des BFW) kontrollieren regelmäßig Verpackungsholz aus Drittländern in den Betriebsstätten der Empfänger von Holzpaletten etc. So bleiben der Empfang und die weitere Verwendung der Waren, die mit Ver­packungsholz transportiert wurden, unbeeinflusst (keine Verzögerung durch Kontrollen an der Grenze). Außerdem kann bei den Kontrollen der Baumbestand im näheren Umkreis der Empfangsbetriebe auf möglichen Schädlingsbefall überprüft werden.

Schriftliche Meldung beim BFW durch den Empfänger von Verpackungsholz

Ab 1. Oktober 2005 sind Empfänger von Verpackungsholz mit Urs­prung in Drittländern zur schriftlichen Meldung an das österreichische Bundesamt für Wald verpflichtet. Diese Meldung hat einmalig und unverzüglich nach dem erstmaligen Empfang zu erfolgen.

Das für die Meldung vorgesehene Formular ist auf der Homepage des Bundesamtes für Wald abrufbar.

Die Häufigkeit der Kontrollen hängt von den Importmengen und dem phytosanitären Risiko ab. Gefahr besteht besonders bei:

  • Importen aus China, aus dem Fernen Osten, den USA und Kanada;
  • schlechter Holzqualität;
  • Beanstandungen bei vorhergehenden Kontrollen.

Für die Kontrolle fällt eine Pauschalgebühr an, die bescheidmäßig vorgeschrieben wird. Sie setzt sich aus dem Zeitaufwand, den Reisekosten und einer Verwaltungsabgabe zusammen.