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Originalartikel: Niesar, Mathias; Glück, Sven; Geisthoff, Norbert (2019): Aktuelle Lage und Maßnahmen gegen Borkenkäfer im Frühjahr und Sommer. http://www.waldwissen.net
Autor(en): Mathias Niesar, Sven Glück, Norbert Geisthoff
Online-Version: Stand: 07.02.2019
Redaktion: WUH, D

Aktuelle Lage und Maßnahmen gegen Borkenkäfer im Frühjahr und im Sommer

Aktuelle Untersuchungen in Nordrhein-Westfalen zeigen weiterhin hohe Borkenkäferdichten in der Rinde stehender Fichten.

Vermehrung Buchdrucker
Abb. 1: Horrorbild der Waldbesitzer - Buchdrucker-Vermehrung unter Fichtenrinde. Foto: S. Befeld

Aktuelle Untersuchungen in Nordrhein-Westfalen zeigen weiterhin hohe Borkenkäferdichten (im Durchschnitt 25.000 Käfer pro Baum) in der Rinde stehender Fichten.

Die Fortsetzung der Aufarbeitung nach dem Maßnahmenschema "Spätherbst und Winter" wird daher dringend empfohlen, sodass sich vornehmlich die Frage stellt: "Wie weit bin ich?"

Überblick Borkenkäfersituation

Priorisierung von mäßig und gering durchseuchten Beständen

Bei knappen Mitteln muss die Aufarbeitung vordringlich dort erfolgen, wo sie am wirkungsvollsten ist!

In mäßig oder gering durchseuchten Beständen können gezielte Maßnahmen den Borkenkäferbefall bis Ende 2019 erfolgreich eindämmen oder beenden! Diese sind bei der Aufarbeitung gegenüber stark durchseuchten Beständen vorzuziehen!

Erläuterung zu "Maßnahmen in der Vegetationsperiode" (Vgl. Abb. unten)

Ab dem Beginn des Schwärmflugs bei ca. 16,5° C besteht wieder eine akute Gefahr des Stehendbefalls. Schon der erste Stehendbefall muss konsequent entnommen und aufgearbeitet werden! Das Übersehen eines Käferbaumes kann zum Befall von mehr als 20 weiteren Bäumen in der direkten Folgegeneration und von mehr als 400 Bäumen bei drei Generationen – also innerhalb eines Sommers – führen (www.borkenkaefer.org)!

Unterschiede zum Maßnahmenschema "Spätherbst und Winter":

Grundsätzliches zur PSM-Behandlung von Holz außerhalb des Waldes

Wird das Holz weiter als 500 m vom nächsten Fichtenwaldrand gelagert, ist keine Pflanzenschutzmittelbehandlung erforderlich. Ist der Abstand geringer, ist dies aber notwendig, da die Käfer in die benachbarten Bestände fliegen und dort Stehendbefall hervorrufen können.

In der Regel werden die Polter auf Grünland-/Weideflächen angelegt werden. In Absprache mit dem Pflanzenschutzdienst der Landwirtschaftskammer NRW ist dann gegen einen Insektizideinsatz nichts einzuwenden und auch keine Genehmigung nach § 22 Pflanzenschutzgesetz erforderlich, wenn

a) die Auflagen der Zulassungsbestimmungen der verwendeten PSM berücksichtigt werden,

b) Erholungssuchende auf die Behandlung mit einem Hinweisschild hingewiesen werden und

c) Weidetiere durch einen Zaun von der Berührung der Polter abgehalten werden.

Borkenkäferbekämpfung Frühjahr
Abb. 3: Maßnahmen zur Borkenkäferbekämpfung im Frühjahr, vor Schwärmbeginn. Anklicken für eine bessere Qualität
Borkenkäferbekämpfung Vegetationsperiode
Abb. 4: Maßnahmen zur Borkenkäferbekämpfung in der Vegetationsperiode. Anklicken für eine bessere Qualität
Kostensätze 1
Kostensätze 2
Kostensätze 3
Abb. 5 bis 7: Kostensätze für Forstschutzmaßnahmen. Anklicken für eine bessere Qualität

Gesetzliche Vorschriften und weitere Informationen zum Einsatz von Pflanzenschutzmitteln finden Sie unter

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