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Dr. Horst Delb

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Forstliche Versuchs- und Forschungsanstalt Baden-Württemberg (FVA)
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Artikel

Autor(en): Horst Delb
Redaktion: FVA, Deutschland
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Rindenbrüter an Buche

Kleiner Buchenborkenkäfer, Buchenprachtkäfer

Brutbild des Kleinen Buchenborkenkäfers
Brutbild des Kleinen Buchenborkenkäfers mit der typischen Sternform der Muttergänge.
Buchenstamm mit Schleimfluss an Einbohrlöchern
Schleimflussflecken, die wie Wasserspritzer über den Stamm verteilt sind, verursacht durch Einbohrungen des Kleinen Buchenborkenkäfers.
Larve des Buchen-Prachtkäfers
Überwinternde Larve des Buchenprachtkäfers.

Nach der extremen Trockenheit und Hitze in Verbindung mit hoher Sonneneinstrahlung während der Vegetationsperiode 2003 häufen sich in Südwestdeutschland die besorgniserregenden Meldungen, dass Rotbuchen (Fagus sylvatica L.) vielerorts intensiv von rindenbrütenden Käfern befallen werden. Von diesem an stehenden Buchen ansonsten seltenen Befall sind in Baden-Württemberg bisher die wärmeren Regionen des Neckarlandes, der Schwäbischen Alb und das Schwarzwaldvorgebirge zwischen Murg und Elz betroffen. In Rheinland-Pfalz gibt es bislang Meldungen aus dem Westerwald, Moseltal und Pfälzerwald. Als Schädlinge werden vor allem der Kleine Buchenborkenkäfer [Taphrorychus bicolor (Hrbst.)] und der Buchenprachtkäfer [Agrilus viridis L.] identifiziert, die miteinander vergesellschaftet sein können.

Der Befall zeigt sich oft an Bestandesrändern, die meist durch Sturmschäden, wie z.B. durch den Orkan "Lothar" 1999, entstanden sind. Während der Befall durch den Kleinen Buchenborkenkäfer bereits im Herbst 2003 häufig beobachtet wurde, zeichnet sich der Befall durch Buchenprachtkäfer mit wenigen Ausnahmen erst 2004 deutlich ab.

Borkenkäfer

Der Kleine Buchenborkenkäfer weist eine große ökologische Valenz auf, indem er sowohl in abgetrocknetem als auch frischem Holz brütet. Somit befällt er auch stehende Buchen, wenn sie geschwächt sind. Bei Massenvermehrungen finden auch an gesunden Buchen Einbohrungen statt, die allerdings den ersten Anflug durch erhöhten Saftfluss, der als kleine Schleimflussflecken sichtbar ist, abwehren und überwallen können. Während einer Massenvermehrung in Folge des Trockenjahrs 1976 hatte er in verschiedenen oberhessischen Landesteilen bedeutende Schäden angerichtet (SCHÖNHERR et al. 1983). Jedoch kann er offensichtlich ohne eine erhöhte Disposition der Buchen, wie aktuell durch die extreme Trockenheit und Hitze 2003, keine nennenswerte forstliche Bedeutung erlangen. In diesen Fällen brütet er vorzugsweise in absterbenden Ästen und gefällten Stämmen.

Prachtkäfer

Der Buchenprachtkäfer tritt nach Dürre- und Hitzejahren bekanntermaßen in Massenvermehrungen auf, da dann die Bestände auf großer Fläche geschwächt sind. Um das Jahr 1950 kam es in Mitteleuropa zu einer ausgedehnten Massenvermehrung, wovon hauptsächlich Altbuchen betroffen waren. Diese war durch drei aufeinanderfolgende Trockenjahre 1945, 1947 und 1949 ausgelöst worden (SCHÖNHERR 1983). Nach den damaligen Erfahrungen sind Buchen auf flachgründigen Standorten, an untersonnten Rändern, südexponierten Steilhängen und Kuppen aufgrund von Trockenheit besonders disponiert. Andere Faktoren, wie z.B. die Verlichtungen infolge von Sturmereignissen oder starken Nutzungs- oder Durchforstungseingriffen in älteren Buchenbeständen, fördern den Befall erheblich.

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  • Das komplette Waldschutz-Infoblatt kann als PDF-Datei (1.070 KB) heruntergeladen werden.

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