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Bernhard Perny

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Bundesforschungszentrum für Wald
Institut für Waldschutz
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A-1131 Wien

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Artikel

Autor(en): Bernhard Perny
Redaktion: BFW, Österreich
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Neues Insektizidnetz gegen Borkenkäfer

Am Bundesforschungszentrum für Wald (BFW) wurde ein mit einem insektiziden Wirkstoff angereichertes Netz für den Einsatz in der Borkenkäferabwehr getestet - mit besonderem Augenmerk auf die Wirkung gegen Buchdrucker und Kupferstecher.

Insektizidnetz
Insektizidnetz

Die Netze sind eine Weiterentwicklung eines von BASF entwickelten Netzes, das mit einem langwirksamen Insektizid zur Bekämpfung von Malaria eingesetzt wird. Das für den Einsatz im Forst modifizierte Netz (Farbe, UV-Schutz) gibt über längere Zeit aus einem insektizidbeladenen Kunststoffkern geringe Mengen an die Außenhülle ab, der Wirkstoff wird durch Regen praktisch nicht ausgewaschen. Mit 100 mg Alpha-Cypermethrin/m² Netzfläche ist derselbe Wirkstoff wie im bekannten Stammschutzmittel Fastac Forst im Einsatz.

Sechs Monate Wirkung

Eine ausreichende Wirkung wird seitens BASF von mindestens sechs Monaten angegeben. Dies konnte auch in den Versuchen durch das BFW bestätigt werden. Alle in unterschiedlichen Regionen und Höhenstufen angelegten Ganter (komplett eingepackt oder nur durch Überwurf geschützt) blieben über die Versuchszeit von maximal 6,5 Monaten frei von Befall durch Buchdrucker und Kupferstecher. Lediglich vereinzelt kam es gegen Versuchsende vor allem bei der Überwurfvariante zu geringfügigem Befall durch sekundäre Borkenkäferarten (Zottiger Fichtenbastkäfer, Schwarzer Fichtenbastkäfer).

Schutz von lagerndem Holz

Unter der Bezeichnung Storanet® soll dieses Netz zum Schutz von unbefallenen Frischholzgantern eingesetzt werden. Gerade in Katastrophenfällen kommt es zu Problemen mit der rechtzeitigen Holzabfuhr. Ziel ist es, das Fichtenrundholz am Waldort so lange vor Borkenkäfern und holzbohrenden Schädlingen zu schützen, bis es abtransportiert wird. Bei Wertholz wird das wenige Wochen sein, hier kann das Netz öfter verwendet werden.

Holz für die energetische Verwertung (Hackgut) wird oft bis in den Herbst vor Ort gelagert, und frisches Holz, das im Wald belassen wird, kann durch das Netz so lange geschützt werden, bis es für Buchdrucker oder Kupferstecher nicht mehr attraktiv ist. Genauso gut kann aus bereits befallenem Holz die Verbreitung der ausschlüpfenden Käfer erfolgreich verhindert werden. Auch diese Versuche verliefen sehr erfolgreich.

Netz als Borkenkäferfalle

TriNet-Falle
Trinet-Falle als arbeitssparende Alternative zur klassischen Pheromonfalle

Dieses Netz wurde weiters unter der Bezeichnung Trinet® auf die Eignung als Borkenkäferfalle geprüft. Trinet® ist eine aus dem gleichen Netz vorgefertigte dreiseitige Pyramide. Zur leichteren und schnelleren Aufstellung wurde ein Dreibein entwickelt, das ohne Werkzeug flexibel an den Boden und Bodenunebenheiten angepasst werden kann und aufgrund des geringen Gewichtes auch leicht in unwegsamem Gelände transportiert werden kann. Sie eignet sich für Gebiete, wo die herkömmliche Ausbringung von Insektiziden problematisch ist oder die sehr schwer zugänglich sind.

Die Falle wird, wie eine klassische Pheromonfalle oder das neuere Fangtipi (Fangknüppelhaufen), mit einem Pheromon beködert. Die angelockten Käfer kommen mit dem Netz und damit mit dem Insektizid in Kontakt. Bereits eine Aufenthaltsdauer von wenigen Sekunden reicht aus, um die Käfer ausreichend zu kontaminieren. Die Untersuchung des BFW ergab, dass die Netzfalle bei deutlich geringerem Aufwand zumindest die gleiche Fängigkeit zeigt wie eine herkömmliche Pheromonfallen oder das Fangtipi.

Zulassung beantragt

Für diese Anwendungen wurde für 2012 seitens der Firma BASF unter der Bezeichnung Complion®  eine befristete Zulassung "Gefahr in Verzug" in Österreich erreicht. Für 2013 wird eine reguläre Zulassung angestrebt.

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